Erleichterung für Sparer: Ab dem 21. Juli 2022 hat die Europäische Zentralbank (EZB) eine Zinswende eingeleitet. Daher haben die ersten Banken schon jetzt angefangen, ihre Zinsen anzupassen. Besonders für Festgeldkonten verbessern sich die Konditionen aktuell schnell. Aber auch beim Tagesgeld gibt es neue Zinsen. Hier erfahrt ihr:
  • Sparkassen: Welche Sparkassen haben wieder Zinsen?
  • Zinswende: Warum Sparer noch warten sollten
  • Inflation & Zinsen: Gibt es überhaupt mehr Geld?

Sparkassen: Diese Banken haben wieder Zinsen

Aktuell bieten die ersten Sparkassen wieder Zinsen an. Beim Festgeld zahlen im Juli 2022 rund die Hälfte der Sparkassen wieder Zinsen. Das Problem bei Sparkassen ist, dass sie regional sehr unterschiedlich sind und sich kommunal selbst verwalten. Daher müssen Kunden selbst nachfragen, ob ihre Sparkasse die Zinsen für Tages- oder Festgeld angehoben haben. Bei folgenden Sparkassen ist aber bekannt, dass sie ihre Zinssätze erhöht haben:
  • Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg
  • Sparkasse Gladbeck
  • Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen
  • Sparkasse Augsburg
  • Sparkasse Allgäu
  • Kreissparkasse München
  • Hamburger Sparkasse

Zinswende 2022: Bis zu 2 Prozent Zinsen möglich - aber noch nicht

Die Zinsentwicklung ist seit Wochen sehr dynamisch. Und damit auch die Verzinsung von Tages- und Festgeld, was einen Sparklassiker zurückbringt. Genauso aber steigen die Zinsen bei Verbraucherkrediten, was sich bei Investitionen bemerkbar macht.
Laut Check24-Sprecher Edgar Kirk werden angesichts der Zinsentwicklung klassische Geldanlagen wie Tages- und Festgeldkonten im Zuge der Zinswende attraktiver. So hätten erste Banken die Zinsen besonders für kurze, aber auch für mittlere Laufzeiten erhöht. Eine Dynamik, die sich aus Sicht des Vergleichsportals im Laufe des Jahres sogar beschleunigen könnte. Heißt: Zwei Prozent und mehr Zinsen für ein zweijähriges Festgeld könnten möglich sein.
Verbraucher könnten daher die sogenannte Treppenstrategie nutzen, so der Rat des Check24-Sprechers. Wer sparen möchte, legt nicht das ganze Sparvermögen auf ein einziges Festgeldkonto, sondern teilt es mit unterschiedlichen Laufzeiten auf mehrere Konten auf. Das schafft Flexibilität.
Eine Übersicht der Stiftung Warentest macht es greifbar. Bei Tagesgeld bekommen Verbraucherinnen und Verbraucher aktuell bis zu 0,25 Prozent Zinsen pro Jahr, beim Festgeld sind es 1,30 (einjähriges Festgeld) bis 1,70 Prozent (dreijähriges Festgeld).

Zinsen und Inflation: Am Ende kaum mehr Geld raus

Sparer sollten sich aber noch nicht zu früh freuen: Eigentlich sind die Zinsen noch nicht so hoch, dass am Ende so viel mehr Geld rausspringt. Denn die Zinsen werden aktuell nur soweit erhöht, dass sie die Preissteigerung abfedern. Bei der aktuellen Inflationsrate von knapp 8 Prozent verliert gespartes Geld an Wert. Mit den Zinsen kommen zwar zum ersten Mal wieder Beträge hinzu. Ob das jedoch ausreicht, um die Entwertung des Geldes bei der Geschwindigkeit auszugleichen ist fraglich. Möglich ist natürlich, dass die Zinsen noch weiter steigen – dann sieht die Welt vielleicht doch anders aus.