Spanien, Italien und Frankreich: Hier drohen weitere Unwetter

Drohen jetzt weitere Unwetter?
Sylvain Thomas/AFP/dpaNach einer Reihe von Unwettern ist in Teilen Südeuropas noch keine dauerhafte Wetterberuhigung in Sicht. Besonders Spanien, Italien und Frankreich müssen sich Ende Oktober auf weitere Wettergefahren einstellen. Allerdings unterscheiden sich die Risiken erheblich: Während auf den spanischen Kanaren vor allem Starkregen und Überschwemmungen drohen, stehen in Italien regionale Hochwassergefahren im Mittelpunkt. Frankreich erwartet unterdessen einen kräftigen Herbststurm.
Spanien: Starkregen auf den Kanaren, Sturm an der Nordküste
In Spanien bleibt die Wetterlage vor allem auf den Kanarischen Inseln kritisch. Ein Höhentief, in Spanien als DANA bezeichnet, sorgt dort weiterhin für heftige Regenfälle und Gewitter.
Die spanische Wetterbehörde AEMET hat für Donnerstag, den 22. Oktober, die Warnstufe Orange für El Hierro, La Gomera und den Osten von La Palma ausgegeben. Stellenweise könnten innerhalb einer Stunde bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Über zwölf Stunden sind örtlich sogar Niederschlagsmengen von bis zu 100 Litern möglich.
Besonders gefährlich sind plötzlich anschwellende Wasserläufe und Überschwemmungen in tiefer gelegenen Gebieten. Die Regionalregierung der Kanaren hat deshalb entsprechende Warnmaßnahmen aktiviert. Auch am Freitag können weitere kräftige Schauer und Gewitter auftreten.
Auf dem spanischen Festland fällt die Entwicklung anders aus. Dort zeichnet sich vielerorts eine Wetterberuhigung ab. Allerdings macht sich das Sturmtief Austen im Norden bemerkbar. Vor allem an den Küsten Galiciens und am Golf von Biskaya werden starke Winde und gefährlich hoher Wellengang erwartet. In exponierten Küstenabschnitten sind Sturmböen mit Geschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde möglich.
Italien: Weitere Regenfälle und erhöhte Hochwassergefahr
Auch Italien hat mit einer ausgeprägten Schlechtwetterphase zu kämpfen. In den vergangenen Tagen brachten atlantische Tiefdruckgebiete ergiebigen Regen, Gewitter und kräftige Windböen über weite Teile des Landes.
Die italienische Zivilschutzbehörde hatte für Mittwoch, den 21. Oktober, in sechs Regionen teilweise die zweithöchste Warnstufe Orange ausgerufen. Betroffen waren unter anderem Ligurien sowie Teile von Piemont, Venetien, Friaul-Julisch Venetien, Latium und Kampanien.
Am Donnerstag hat sich die Lage in einigen Landesteilen zwar etwas entspannt. Die Gefahr ist jedoch nicht vollständig vorüber. Für bestimmte Gebiete in Friaul-Julisch Venetien gilt weiterhin die Warnstufe Orange wegen möglicher Erdrutsche und anderer Folgen starker Niederschläge. In Teilen der Lombardei, Venetiens, des Trentino und Kampaniens bestehen ebenfalls Wetterwarnungen.
Besonders problematisch ist, dass die Böden nach den vorausgegangenen Niederschlägen bereits stark durchnässt sein können. Dadurch können auch weitere, weniger ergiebige Regenfälle örtlich Überschwemmungen und Hangrutschungen auslösen.
Eine längere Wetterberuhigung ist zudem nicht gesichert. Italienische Wetterdienste rechnen damit, dass bereits zwischen Freitag und Samstag eine weitere Störung den Norden und die Toskana erreichen könnte. Im Verlauf des Wochenendes wären anschließend auch südlichere Regionen betroffen. Die genaue Intensität und räumliche Verteilung der Niederschläge sind allerdings noch unsicher.
Frankreich: Sturmtief Austen bringt Orkanböen
In Frankreich richtet sich der Blick vor allem auf Freitag, den 23. Oktober. Dann soll das Sturmtief Austen über den Ärmelkanal ziehen und insbesondere den Nordwesten des Landes erfassen.
Nach Angaben des französischen Wetterdienstes Météo-France werden die stärksten Windböen in der Bretagne, der Normandie und der Region Hauts-de-France erwartet. An den Küsten sind Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde möglich. Weiter landeinwärts, etwa zwischen der Loire-Region, dem Großraum Paris und der Champagne, werden Böen von etwa 70 bis 90 Kilometern pro Stunde prognostiziert.
Starke Winde könnten Bäume umstürzen lassen, Dächer beschädigen und den Straßen- sowie Bahnverkehr beeinträchtigen. Auch an den Küsten besteht durch hohen Wellengang ein erhöhtes Risiko.
Für Sonntag, den 25. Oktober, zeichnet sich in Frankreich eine weitere Regenfront ab. Nach derzeitigem Prognosestand wird dafür allerdings noch keine vergleichbare Unwettergefahr erwartet. Anschließend könnte sich die Wetterlage allmählich beruhigen.
Wie lange dauert die Unwetterlage noch an?
Eine einheitliche Entwarnung für alle drei Länder lässt sich derzeit nicht geben. Während sich die Wetterverhältnisse in weiten Teilen Spaniens voraussichtlich stabilisieren, bleibt es auf den Kanaren zunächst unbeständig. Italien könnte am Wochenende erneut von Regengebieten erfasst werden. In Frankreich steht dagegen mit Austen zunächst ein kräftiger Sturm bevor.
Für Reisende bedeutet das, die Wetterentwicklung am jeweiligen Urlaubsort genau zu verfolgen. Insbesondere Aufenthalte in Küstennähe, Wanderungen in Gebirgsregionen und Autofahrten durch überschwemmungsgefährdete Gebiete können bei Unwettern riskant werden.
