SOS Handzeichen
: Wie geht es und wie sieht es aus?

Mit dem „Signal for Help“ kann man in bedrohlichen Situationen still um Unterstützung bitten. Hier gibt es die Anleitung dazu im Video sowie einen Leitfaden, wie man richtig darauf reagiert.
Von
David Hahn
Berlin
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Eine Frau mach ein Handzeichen hinter ihrem Rücken

Das international verbreitete „Signal for Help“ wird oft auch als „SOS-Handzeichen“ bezeichnet. Hier gibt es die wichtigsten Informationen dazu im Überblick.

Bernd Diekjobst/dpa-tmn/dpa

Immer wieder machen Vorfälle Schlagzeilen, bei denen Opfer mit dem SOS Handzeichen auf sich aufmerksam machen konnten und dadurch Schlimmeres verhindert wurde. Wie bildet man das Handzeichen und wie reagiert man richtig darauf?

Wien: Kind rettet Familie mit SOS-Handzeichen

Zuletzt sorgte ein Vorfall in Wien für starke Aufmerksamkeit. Polizisten wurden wegen eines Verkehrsunfalls in eine Parkgarage eines Einkaufszentrums gerufen. Vor Ort saßen im Auto eines Mannes dessen Ex-Partnerin und zwei Kinder. Das ältere Kind, ein sechsjähriges Mädchen, zeigte einem Beamten Handzeichen. Kurz darauf bat die Mutter um Hilfe. In mehreren Medienberichten heißt es, die Polizei habe bei der Durchsuchung mehrere Messer gefunden. Die Frau hatte bereits zuvor eine einstweilige Verfügung gegen den 39-Jährigen erwirkt, er durfte sich der Frau nicht nähern. Der Mann wurde festgenommen, es geht um Vorwürfe wie schwere Nötigung und Freiheitsentziehung.

SOS-Handzeichen: Was geht das „Signal for Help“?

Das „SOS-Handzeichen“ ist es eine einfache einhändige Geste, mit der jemand stumm zeigen kann, dass Hilfe gebraucht wird und dass eine andere Person sicher und diskret nachfragen soll. Es kann zum Beispiel auch in Videoanrufen nützlich sein. Wichtig ist dabei, dass es nicht automatisch heißt „Polizei rufen“, sondern dass man sicher Kontakt aufnehmen soll. Initiiert wurde dieses Handzeichen durch die Canadian Women’s Foundation als „Signal for Help“. So macht man das Handzeichen (3 Schritte):

  • Offene Handfläche zeigen
  • Daumen in die Handfläche klappen
  • Finger darüber schließen, Daumen „einschließen“

Wie reagiert man richtig, wenn man das Signal sieht?

Die betroffene Person signalisiert mit dem Handzeichen in der Regel, dass sie sicher und unauffällig Kontakt aufnehmen möchte, nicht automatisch, dass sofort die Polizei gerufen werden muss. Entscheidend ist zunächst eine kurze Lageeinschätzung, ohne die Situation zu verschärfen: Wirkt es nach akuter Gefahr, etwa weil eine unmittelbare Bedrohung erkennbar ist, sollte der Notruf gewählt werden. In allen anderen Fällen ist der sicherste nächste Schritt, vorsichtig Kontakt herzustellen.

Das gelingt am besten mit einem kurzen Anruf und unverfänglichen Einstiegsfragen wie „Ist das ein guter Zeitpunkt?“ oder „Ist jemand bei dir?“, um zu prüfen, ob die Person frei sprechen kann. Sinnvoll ist auch eine neutrale Ausrede, um das Gespräch sofort beenden zu können, falls es riskant wird. Ja-Nein-Fragen helfen dabei, schnelle, unauffällige Antworten zu ermöglichen, etwa ob eine Beratungsstelle kontaktiert oder Informationen zu Hilfsangeboten gesucht werden sollen, und ob ein Notruf gewünscht ist. Bestätigt die Person, dass sie Gewalt erlebt, gilt: ruhig bleiben, zuhören, nicht urteilen und keine vorschnellen Forderungen stellen. Wichtiger sind klare, unterstützende Sätze wie „Das ist nicht deine Schuld“ und „Ich bin da.“ Hilfe sollte konkret angeboten werden, aber nur in Absprache mit der betroffenen Person, die das Tempo und die nächsten Schritte bestimmt.

Falls der Kontakt nur digital/über das Telefon oder Videochat erfolgt, sollte beachtet werden, dass die Kommunikation mitunter überwacht wird. In diesen Fällen können allgemein gehaltene Formulierungen sinnvoll sein. Weitere Informationen mit Beispielsätzen und -Fragen teilt unter anderem die Canadian Women’s Foundation hier auf dieser Webseite.