So viel mehr könnte es 2027, 2028 und 2029 geben
: Prognose zur Erhöhung der Rente

Nach dem kräftigen Rentenanstieg im Jahr 2026 könnten auch die kommenden Jahre weitere Erhöhungen bringen.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Rente: ILLUSTRATION - 24.03.2026, Berlin: Eine Seniorin steckt Euro-Banknoten in eine Geldbörse. (zu dpa: «Mehr Rente ab Juli - Bundesrat stimmt Erhöhung zu») Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In den nächsten Jahren könnte es erneut Rentenerhöhungen geben.

Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Für Millionen Rentnerinnen und Rentner ist die jährliche Rentenanpassung eine wichtige Größe für die persönliche Finanzplanung. Seit dem 1. Juli 2026 sind die gesetzlichen Renten in Deutschland bereits um 4,24 Prozent gestiegen. Der aktuelle Rentenwert erhöhte sich dadurch von 40,79 Euro auf 42,52 Euro.

Auch für die folgenden Jahre geht die Deutsche Rentenversicherung derzeit von steigenden Renten aus. Die Frühjahrsfinanzschätzung 2026 enthält Modellrechnungen bis weit in die Zukunft. Für die Jahre 2027 bis 2029 ergibt sich dabei folgendes Bild:

Dabei handelt es sich ausdrücklich um Vorausberechnungen. Die tatsächlichen Rentenerhöhungen werden erst später auf Grundlage der dann vorliegenden Wirtschafts- und Lohndaten festgelegt.

2027 könnte erneut ein kräftiges Rentenplus bringen

Besonders deutlich fällt die aktuelle Schätzung für 2027 aus. Die Deutsche Rentenversicherung kalkuliert derzeit mit einer Rentenanpassung von 4,4 Prozent.

Sollte sich dieser Wert bestätigen, würde die Erhöhung sogar etwas stärker ausfallen als 2026. Bei einer monatlichen Bruttorente von beispielsweise 1.500 Euro entspräche ein Plus von 4,4 Prozent rechnerisch rund 66 Euro zusätzlich im Monat.

Eine wichtige Grundlage für die Rentenanpassung ist die Entwicklung der Einkommen der Beschäftigten. Für 2027 geht die Finanzschätzung momentan von einem Anstieg der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer um 3,2 Prozent aus. Die Zahl der beitragspflichtig Beschäftigten wird gegenüber dem Vorjahr weitgehend konstant angenommen.

Für 2028 wird deutlich weniger erwartet

Nach dem möglichen kräftigen Anstieg 2027 könnte die Rentenerhöhung ein Jahr später deutlich schwächer ausfallen. Für 2028 steht in der Modellrechnung derzeit lediglich ein Plus von 2,3 Prozent.

Bei einer Rente von 1.500 Euro entspräche das rechnerisch einer Erhöhung um 34,50 Euro monatlich – vorausgesetzt, die Prognose würde später genauso umgesetzt.

Auch bei der Lohnentwicklung rechnet die Rentenversicherung für 2028 mit einem etwas niedrigeren Wachstum. Die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer sollen den Annahmen zufolge um 2,9 Prozent zulegen.

Gleichzeitig könnte sich in diesem Zeitraum die Finanzlage der gesetzlichen Rentenversicherung verändern. Der Beitragssatz, der laut Schätzung 2027 noch bei 18,6 Prozent liegen soll, könnte 2028 auf 19,9 Prozent steigen.

2029 zeigt die Prognose wieder leicht nach oben

Für 2029 erwartet die Deutsche Rentenversicherung momentan eine etwas stärkere Anpassung als im Vorjahr. Die Modellrechnung nennt ein Rentenplus von 2,8 Prozent.

Auch für dieses Jahr wird bei den Bruttolöhnen und -gehältern pro Kopf mit einem Wachstum von 2,9 Prozent gerechnet. Beim Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung geht die Schätzung von 20,0 Prozent aus.

Damit zeichnet sich nach dem derzeitigen Stand kein gleichmäßiger Verlauf ab. Auf ein vergleichsweise starkes Rentenplus 2027 könnte zunächst eine deutlich geringere Erhöhung folgen, bevor die Anpassung 2029 wieder etwas größer ausfallen könnte.

Warum die Prognosen noch keine Garantie sind

Für Rentnerinnen und Rentner ist entscheidend: Die genannten Werte von 4,4, 2,3 und 2,8 Prozent sind keine bereits beschlossenen Rentenerhöhungen.

Die Frühjahrsfinanzschätzung arbeitet mit Annahmen zur zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung. Verändern sich beispielsweise Löhne, Beschäftigung oder Sozialversicherungsbeiträge anders als erwartet, kann sich auch die spätere Rentenanpassung verändern.

Wie groß solche Abweichungen sein können, zeigte bereits das Jahr 2026. Noch Ende 2025 war mit einer niedrigeren Anpassung gerechnet worden. Tatsächlich stiegen die Renten zum 1. Juli 2026 schließlich um 4,24 Prozent. Die Deutsche Rentenversicherung verwies dabei insbesondere auf die stärker als zuvor erwartete Lohnentwicklung des Jahres 2025.

Lohnentwicklung bleibt für die Renten entscheidend

Grundsätzlich sollen Rentnerinnen und Rentner an der Einkommensentwicklung der Beschäftigten beteiligt werden. Die Lohnentwicklung spielt deshalb bei der jährlichen Anpassung des Rentenwertes eine zentrale Rolle.

Hinzu kommt derzeit die gesetzlich festgelegte Haltelinie beim Rentenniveau. Bis einschließlich der Rentenanpassung 2031 soll das Sicherungsniveau vor Steuern bei 48 Prozent gehalten werden.

Für die kommenden Jahre bedeutet das: Nach heutigem Stand dürfen Rentner zwar mit weiteren Erhöhungen rechnen. Wie hoch diese tatsächlich ausfallen, steht aber erst fest, wenn die jeweils relevanten Wirtschafts- und Sozialversicherungsdaten vorliegen.