Seilbahn-Unglück in Lissabon
: Für tot erklärter Deutscher lebt - Polizei korrigiert Falschmeldung

Nach dem tragischen Seilbahn-Unglück in Lissabon stellt sich heraus: Der zunächst für tot erklärte deutsche Familienvater lebt – die Polizei korrigiert ihre Angaben.
Von
Judith Müller
Lissabon
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Polizeibeamte inspizieren die Stelle, an der eine Straßenbahn für Touristen entgleist ist. Bei der Entgleisung der historischen Standseilbahn «Elevador da Gloria» sind mehrere Menschen ums Leben gekommen.

Polizeibeamte inspizieren die Stelle, an der eine Straßenbahn für Touristen entgleist ist. Bei der Entgleisung der historischen Standseilbahn «Elevador da Gloria» sind mehrere Menschen ums Leben gekommen.

Armando Franca

Dramatische Wende nach dem schweren Seilbahn-Unglück in Portugals Hauptstadt: Ein zunächst für tot erklärter deutscher Familienvater lebt. Die portugiesische Kriminalpolizei hat am Freitag, den 5. September 2025, bestätigt, dass sich unter den 16 Todesopfern der entgleisten Standseilbahn „Elevador da Gloria“ keine deutschen Staatsangehörigen befinden.

Falschmeldung über deutschen Todesfall

Unmittelbar nach dem Unglück hatten portugiesische Medien wie Observador und Correio da Manhã berichtet, ein Deutscher sei unter den Todesopfern. Auch der Chef der portugiesischen Kriminalpolizei, Luís Neves, hatte am Donnerstag erklärt, „wahrscheinlich“ sei ein deutscher Staatsbürger unter den Getöteten.

Diese Meldung stellte sich nun als falsch heraus. Der Mann befindet sich lebend im Krankenhaus São José. Nach Angaben der Behörden sei die Familie zunächst irrtümlich informiert worden. Die Ehefrau des Mannes wurde schwer, das gemeinsame dreijährige Kind leicht verletzt.

Offizielle Bestätigung: Keine Deutschen unter den Todesopfern

Das Auswärtige Amt in Berlin teilte bereits zuvor mit: „Nach Kenntnis des Auswärtigen Amts befinden sich nach aktuellem Stand keine deutschen Staatsangehörigen unter den Todesopfern.“ Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass Deutsche unter den Verletzten sind, da sich möglicherweise nicht alle Betroffenen bei der deutschen Botschaft in Lissabon gemeldet haben.

Opferzahlen nach Unglück mehrfach korrigiert

Die beliebte Standseilbahn „Elevador da Gloria“ war am Mittwochabend aus bislang ungeklärter Ursache entgleist und gegen ein Haus geprallt. Das Unglück forderte laut portugiesischer Regierung 16 Todesopfer und fünf Schwerverletzte. Die Opfer stammen aus Portugal, Großbritannien, Kanada, Südkorea, der Schweiz, der Ukraine, den USA und Frankreich.

Zunächst hatte die Lissaboner Zivilschutzbehörde widersprüchliche Angaben gemacht – mal von 15, dann 17 Toten gesprochen. Erst in der Nacht wurde die Zahl auf 16 korrigiert.

Ursache des Seilbahn-Unglücks noch unklar

Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen. Erste Erkenntnisse will die portugiesische Polizei am Freitagabend veröffentlichen. Der „Elevador da Gloria“ ist eine der bekanntesten Standseilbahnen Lissabons und eine beliebte Touristenattraktion, die das Zentrum mit dem Künstlerviertel Bairro Alto verbindet.