Sean „Diddy“ Combs
: Häuser von US-Rap-Mogul durchsucht - Vorwurf sexueller Gewalt

Sean „Diddy“ Combs ist eine Instanz in der Hip-Hop-Welt. Nun haben US-Ermittler Häuser des Rappers in Kalifornien und Florida durchsucht. Ihm wird sexuelle Gewalt vorgeworfen.
Von
David Hahn
Los Angeles
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Mit einem Großaufgebot haben US-Ermittler Häuser des Rappers Sean «Diddy» Combs («Bad Boy for Life», «I'll Be Missing You») in den Bundesstaaten Kalifornien und in Florida durchsucht.

Rebecca Blackwell/dpa

Gegen den Rapper Sean „Diddy“ Combs sind in den vergangenen Monaten Vorwürfe sexueller Gewalt lautgeworden. Jetzt wurden seine Häuser durchsucht.

Häuser von Sean „Diddy“ Combs durchsucht

US-Bundesbeamte haben Häuser des im Zentrum von Vorwürfen des Sexhandels und sexueller Übergriffe stehenden Rap-Moguls Sean „Diddy“ Combs durchsucht. Das Ermittlungsbüro des Heimatschutzministeriums in New York erklärte am Montag, gemeinsam mit Kollegen in Los Angeles und Miami sowie den örtlichen Strafverfolgungsbehörden Maßnahmen vorgenommen zu haben. Wie die Nachrichtenagentur AFP erfuhr, war Combs das Ziel der Durchsuchungen. Eine offizielle Bestätigung dazu, was der Auslöser war, gab es zunächst nicht.

Großes Polizeiaufgebot an Residenz in Los Angeles

Medien in Los Angeles veröffentlichten Luftaufnahmen, die ein massives Aufgebot an einer Residenz in Holmby Hills zeigten, die mit Combs, der auch als Puff Daddy bekannt ist, in Verbindung steht. Schwer bewaffnete Einsatzkräfte waren rund um das weitläufige Anwesen zu sehen. Aufnahmen zeigten, wie nicht identifizierte Menschen am Tatort festgehalten wurden.

Medien: Söhne des Rappers in Handschellen abgeführt

Die US-Promi-Website TMZ berichtete, auf Bildern seien offenbar die Söhne des Rappers, Justin and King Combs, in Handschellen zu sehen. Dem Medium zufolge gab es auch Aufnahmen einer Durchsuchung auf einem Luxusanwesen in Miami, das mit Rap-Mogul Combs in Verbindung steht.

Vorwurf: Sexueller Missbrauch

Der Musiker sieht sich mit mehreren Klagen von Menschen konfrontiert, die ihm vorwerfen, sie sexuell missbraucht zu haben. Combs hat alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestritten.

Im Dezember 2023 hatte eine nicht namentlich genannte Frau Klage eingereicht und Combs sowie zwei weiteren Männern vorgeworfen, sie als 17-Jährige im Jahr 2003 im New Yorker Studio des Rappers unter Drogen gesetzt und vergewaltigt zu haben. Davor hatten drei Frauen Zivilklagen gegen Combs eingereicht, darunter seine Ex-Freundin, die Sängerin Cassie, die dem Rapper während ihrer Beziehung unter anderem sexuellen Missbrauch, Vergewaltigung, Einschüchterung und körperliche Gewalt vorgeworfen hatte. Mit Cassie einigte sich Combs im November auf einen Vergleich.

Douglas Wigdor, der Anwalt von Cassie und einer weiteren, namentlich nicht genannten Frau, reagierte auf die Razzien-Berichte am Montag mit einer Stellungnahme, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Darin äußerte er die Hoffnung, dass Combs für sein „verwerfliches Verhalten“ verantwortlich gemacht werde.

Sean „Diddy“ Combs

Der heute 54-Jährige hatte 1993 das Plattenlabel Bad Boy Records gegründet und war in den darauf folgenden Jahrzehnten eine wichtige Figur bei der Kommerzialisierung des Hip-Hop.

(Mit Material der dpa und AFP)