Hochwasser in Spanien: Fast 160 Tote in der Region Valencia durch „historisches Unwetter“

Von den Wassermassen der Überschwemmungen übereinander geschobene Autos liegen in einer überfluteten Straße in Valencia.
Alberto Saiz/AP/dpa- Schwere Unwetter in Spanien: Über 50 Tote, besonders betroffen sind Valencia, Andalusien und Murcia.
- Straßen und Häuser überschwemmt, Autos von Wassermassen mitgerissen, Rettungsarbeiten laufen.
- Hagel und starke Windböen verursachen Schäden, Zug entgleist, aber keine Verletzten.
- Unwetterwarnung bleibt bestehen, Wetterdienst erwartet Beruhigung bis Donnerstag.
- Starkregen über Mallorca, Situation dort beruhigt sich allmählich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Heftiger Regen hat in weiten Teilen Spaniens für gefährliche Überschwemmungen gesorgt und mehreren Menschen den Tod gebracht. Die Zahl der Toten in der spanischen Region Valencia ist auf fast 160 gestiegen. Das teilte die Regionalregierung mit. Dutzende Menschen galten als vermisst. Vielerorts konnten Rettungskräfte aufgrund überschwemmter oder anderweitig blockierter Straßen nicht mit Fahrzeugen zu Einsatzorten vordringen.
Historisches Unwetter in der Region Valencia
Der Wetterdienst Aemet in Valencia sprach in einer ersten Bilanz von einem „historischen Unwetter“. Es habe sich um den schlimmsten „Kalten Tropfen“ (gota fría) dieses Jahrhunderts in der Region Valencia gehandelt, schrieb Aemet auf X. Diese Wettererscheinung tritt in der spanischen Mittelmeerregion in den Monaten September und Oktober häufig auf, sie basiert auf stark schwankenden Temperaturen von Meer und Luft und entsteht, wenn sich die ersten atlantischen Tiefausläufer mit feuchtkalter Luft über das warme Mittelmeer schieben.
Vielerorts laufen noch die Rettungsarbeiten. Besonders schlimm war die Lage neben Valencia in den bei Urlaubern sehr beliebten Mittelmeer-Anrainer-Regionen Andalusien und Murcia. Auch dort wurden vielerorts Straßen, Häuser und Felder überschwemmt sowie Autos und Bäume von den Wassermassen mitgerissen.
Der Ministerpräsident Valencias, Carlos Mazón, hatte Einwohner dazu aufgerufen, sich in höhergelegene Gebiete zu begeben. In einigen Gebieten waren Anwohner in ihren Häusern eingeschlossen und setzten in sozialen Medien Notrufe ab, wie die Zeitung „El País“ berichtete. Das Regengebiet, über das schon seit Tagen viel berichtet worden war, soll heute gen Nordosten weiterziehen. Für große Teile des Landes gilt aber weiter eine Unwetterwarnung. Erst am Donnerstag werde sich die Lage in ganz Spanien wieder komplett entspannen, teilte der Wetterdienst Aemet mit.

Wassermassen strömen in diesen Tagen durch Spaniens Städte. Besonders stark erwischt es die Mittelmeer-Regionen Andalusien, Murcia und Valencia.
Víctor Fernández/EUROPA PRESS/dpaHagel so groß wie Golfbälle
Neben heftigen Regenfällen gab es auch Hagel und starke Windböen. In der andalusischen Küstenortschaft El Ejido unweit von Almería, wo der Hagel bereits in der Nacht zum Dienstag besonders heftig gewütet hatte, wurden Felder und Hunderte Fahrzeuge schwer beschädigt. „Die Hagelkörner waren so groß wie Golfbälle“, sagte Landwirtin Mercedes González (46) der Zeitung „El País“. „Es schien wie der Weltuntergang.“
Vielerorts im Süden und im Osten Spaniens mussten Autobahnen und Landstraßen gesperrt werden. Auch der Flug- und der Bahnverkehr wurde beeinträchtigt. An zahlreichen Schulen und Universitäten fiel der Unterricht aus. Wegen eines Steinrutsches geriet ein AVE-Hochgeschwindigkeitszug auf dem Weg von Málaga nach Madrid kurz nach Beginn der Fahrt mit 291 Passagieren an Bord nahe der Gemeinde Álora aus den Gleisen. Dabei habe es aber keine Verletzten gegeben, teilte die spanische Bahngesellschaft Renfe mit.
Über Mallorca und den anderen Balearen-Inseln war das Unwetter mit Starkregen bereits am Montag gezogen. Inzwischen hat sich die Situation dort wieder beruhigt, obwohl für einige Gebiete – darunter auch auf Mallorca – noch die Unwetterwarnung Gelb galt.
Dreitägige Staatstrauer in Spanien
Unterdessen begann im ganzen Land eine dreitägige Staatstrauer. An Regierungsgebäuden wehten die Fahnen auf Halbmast, landesweit wurde mit Schweigeminuten der Toten gedacht.
Die Region Valencia und die spanische Mittelmeerküste insgesamt erleben im Herbst regelmäßig ein als Kaltlufttropfen bekanntes Wetterphänomen - ein isoliertes Tiefdruckgebiet, das mit plötzlichen und sehr heftigen Regenfällen einhergeht und manchmal mehrere Tage dauert.
Nach Angaben von Wissenschaftlern werden extreme Wetterereignisse wie Starkregen, Hitzewellen und Stürme durch den menschengemachten Klimawandel verstärkt.
Bundesregierung bietet Hilfe an
Wegen der schweren Überschwemmungen in Spanien hat die Bundesregierung ihre Hilfe angeboten. „Wir sind in direktem Kontakt mit der spanischen Regierung, ob es Unterstützungsleistungen aus Deutschland für diese furchtbare Katastrophe bedarf“, erklärte Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin.
„Wenn wir mit unseren erfahrenen Katastrophenhelfern und Bergungsspezialisten des THW helfen können, dann werden wir helfen“, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). Die Hilfe könne über den bewährten EU-Katastrophenschutzmechanismus koordiniert werden, „damit genau die Unterstützung schnell ankommt, die gebraucht wird“, sagte sie weiter. „Unsere Gedanken, unser Mitgefühl und unsere Solidarität sind bei unseren spanischen Freunden. Europa stehe in der Not zusammen.“




















