Schwere Unwetter in Griechenland
: Lage kritisch - was Reisende wissen müssen

Ein heftiges Unwetter mit Regen und schwerem Sturm hat in großen Teilen Griechenlands für Schäden gesorgt. Was Reisende jetzt wissen müssen.
Von
Nicole Züge
Athen
Jetzt in der App anhören
Unwetter in Griechenland

Heftige Unwetter in Griechenland mit Sturm und starken Regenfällen, teilweise Hagekl, sorgen aktuell für eine kritische Lage an der Ägäis.

Thanassis Stavrakis/AP/dpa

Heftige Regenfälle und starke Böen haben weite Teile Griechenlands am 4. und 5. Dezember 2025 lahmgelegt. In Athen, auf der Peloponnes und auf Kreta liefen innerhalb weniger Stunden Straßen voll, in mehreren Vierteln kam der Verkehr fast zum Stillstand. Das bestätigte der Sender ERTnews.

Schwere Unwetter in Griechenland: Aktuelle Lage

Die Behörden sprechen aktuell von einer der gravierendsten Unwetterlagen der vergangenen Jahre. Der Zivilschutz stuft die Lage wegen des Sturms als kritisch ein. In Teilen der Ägäis erreichen die Winde Stärke neun mit Geschwindigkeiten bis zu 88 Kilometern pro Stunde. Schulen bleiben in neun von 13 Regionen geschlossen, die Regierung rät zum Arbeiten von zu Hause.

Die Feuerwehr verzeichnet Berichten zufolge zahlreiche Einsätze wegen vollgelaufener Keller, überfluteter Erdgeschosse und umgestürzter Gegenstände. Mehrere Straßen verwandelten sich in reißende Ströme, Fahrzeuge wurden erfasst und weggeschoben. Die Ost-West-Autobahn zwischen Athen und dem Hafen Patras war zeitweise gesperrt. Auch aus der Region Sparta wurden Überschwemmungen gemeldet.

Behörden schicken Warn-SMS

Die Bevölkerung soll unnötige Fahrten unterlassen. Eine Warn-SMS des Zivilschutzes fordert dazu auf, überflutete Unterführungen, steile Straßen und Bereiche nahe Flussläufen zu meiden.

Gibt es eine Reisewarnung für Griechenland?

Derzeit gibt es keine Reisewarnung für Griechenland. Wer in den kommenden Tagen im Land Urlaub gebucht hat, sollte die aktuelle Lage verfolgen und ggf. Kontakt mit dem Reiseveranstalter aufnehmen. Dieser kann die Lage am gebuchten Urlaubsort gut einschätzen. Die großen Reiseanbieter arbeiten zudem immer mit Risikoanalysten zusammen, die die Sicherheit der Gäste im Blick haben. Keinesfalls sollte Reisende ihre gebuchte Reise aus Angst vor weiteren Unwettern einfach stornieren, denn dann droht die Gefahr, auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Das gilt rechtlich für Pauschalreisen: Bei akuten Überschwemmungen am Urlaubsort, die die Durchführung der Reise erheblich beeinträchtigen, besteht die Möglichkeit, die Pauschalreise kostenfrei zu stornieren. Wichtig ist, dass die Beeinträchtigung unmittelbar bevorsteht oder bereits eingetreten ist. Eine bloße Befürchtung reicht nicht aus.

Wie wird das Wetter in Griechenland in den kommenden Tagen?

Die griechische Wetteragentur HNMS warnt aktuell mit der höchsten Warnstufe „rot“ vor dem Unwetter. Die Warnung wurde erstmals am 3.12. ausgesprochen und seitdem verlängert. Sie gilt zunächst bis zum 5.12.2025 zur Mittagszeit. In der Warnung heißt es: Die Niederschläge fallen nicht nur sehr intensiv, sondern auch lang anhaltend aus. In vielen Gebieten treten schwere und potenziell gefährliche Phänomene auf, begleitet von lokalem Hagel und zeitweise sehr starken Winden. 

Betroffen seien vor allem die folgenden Regionen: Zentralmakedonien, Thessalien und den Sporaden, die Inseln der Ostägäis (Insel Chios und südlich davon) und auf dem Dodekanes (u.a. Rhodos, Kos, Chalki, Karpathos), im Bereich der Kykladen sowie vor allem im westlichen und südlichen Teil Kretas, sowie in Mittel- und Ostgriechenland (einschließlich Attika) und auf Euböa. Meteorologen rechnen erst am Samstag (6.12.2025) mit einer Entspannung der Lage. Akut betroffen sind dann laut Wetterwarnung aktuell noch Zentralmakedonien und die Dodekanes-Inseln .