Schweiz: Neun kuriose Feiertage und Traditionen

Das sind neun kuriose Feiertage in der Schweiz.
Gian Ehrenzeller/dpa- Schweiz hat mehr gesetzliche Feiertage als Deutschland, viele sind regional und ungewöhnlich.
- Beispiele: Berchtoldstag (2. Januar), Josefstag (19. März), Sechseläuten (Frühlingsfest), Peter und Paul-Tag (29. Juni).
- Bundesfeier (1. August) ist der Nationalfeiertag.
- Genfer Bettag (September) gedenkt der Bartholomäusnacht von 1532.
- Knabenschiessen ist ein Wettschießen in Zürich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Schweiz hat mehr gesetzlich geregelte freie Tage als Deutschland. Darunter sind einige regionale, und für manche sehr kuriose, Feiertage. Welche interessanten Feiertage es in der Schweiz gibt, was sie bedeuten und welche Bräuche an diesen Tagen begangen werden.
Übersicht:
- Berchtoldstag
- Josefstag
- Sechseläuten
- Peter und Paul
- Bundesfeier
- Genfer Bettag
- Knabenschiessen
- Mauritiustag
- St. Leodegar
Neun kuriose Feiertage in der Schweiz
Das sind die neun Schweizer Feiertage, die man in Deutschland nicht kennt. Was sie bedeuten, warum man sie feiert und welche Tradition mit ihnen einhergehen.
Feiertage in der Schweiz: diese freien Tage und Brückentage gibt es 2025.
Berchtoldstag am 2. Januar
Der Berchtoldstag am 2. Januar ist ein gesetzlicher Feiertag in den Schweizer Kantonen Aargau, Bern, Jura, Thurgau und Waadt. Dieser Feiertag wird als Nachfeiertag verstanden, so wie es der Pfingstmontag, Ostermontag oder der zweite Weihnachtsfeiertag sind.
Der Berchtoldstag ist mit Bräuchen zum Jahresbeginn, zum Winter und zur Fastnacht verbunden. In der Regel trifft man sich an diesem Tag mit Familie oder Freunden, geht in Kneipen, um Musik zu hören oder Comedyshows zu sehen. Außerdem werden an diesem Tag von Vereinen Neujahrsblätter mit regionalen oder lokalen Themen verkauft.
In einigen Regionen werden am Berchtoldstag Bälle gefeiert oder Bärzelibuebe laufen als schaurige Maskengestalten durch den Ort.
Josefstag im März
Am 19.03.2025 ist in den Kantonen Graubünden, Luzern, Nidwalden, Schwyz, Tessin, Uri, Wallis und Zug der St. Josef-Tag ein gesetzlicher Feiertag. Der Namensgeber dafür ist Josef von Nazareth. Der Tag wird von den Schweizern auch Seppitag genannt, weil Sepp in der Schweiz ein Synonym für Josef ist. Dieser Feiertag ist ein Tag der Handwerker und der Arbeit. Bräuche werden an diesem Feiertag eher nicht praktiziert. In manchen Orten spielt man das Kartenspiel Seppitag-Jass und vereinzelte Geschäfte geben Kunden mit dem Namen Josef ein besonderes Angebot.
Sechseläuten in Zürich
Sechseläuten kommt vom zürichdeutschen Sächsilüüte. Das bedeutet „zur sechsten Stunde läuten“. Der Name basiert auf der Tradition in Zürich, dass eine Glocke den Feierabend im Sommerhalbjahr um 6 Uhr abends ankündigt.
Sechseläutem ist ein bekanntes Zürcher Frühlingsfest, zu dem es einen großen kostümierten Umzug in der Stadt, einen Feuerbrauch und das Böögg-Verbrennen stattfinden. Böögg ist ein mit Holzwolle gestopfter Schneemann, der den Winter symbolisiert und an Sechseläuten verbrannt wird.
Peter und Paul-Tag im Juni
Was sich erst einmal unscheinbar und kurios anhört, ist in den Schweizer Kantonen Graubünden, Luzern und Tessin ein Hochfest, welches denselben Rang wie Weihnachten und Ostern hat. Namensgeber sind die beiden Apostel: der heilige Petrus und der heilige Paulus. An dem Feiertag feiert man den Tag der Übertragung der Reliquien beider Heiligen in die Sebastians-Katakomben in Rom. Die katholische Kirche nutzt den Tag, um Priester und Diakone zu weihen.
Bräche an diesem Tag sind die sogenannten Peterlfeuer, die gezündet werden. Außerdem gibt es die Wetterweisheit „Peter und Paul hängen einem die Kirschen ins Maul“. Das bezieht sich darauf, dass Ende Juni die Süßkirschen reif sind.
Bundesfeier am 1. August
Die Bundesfeier ist der Schweizer Nationaltag, an dem viele Schweizer ihre Häuser und Gärten mit Fahnen schmücken. Zur Feier des Tages finden in den Gemeinden Feste statt, wobei jede Region ihre eigenen Bräuche und Traditionen zur Bundesfeier haben. Meist beinhalten die Bräuche das Singen der Nationalhymne, Glockenläuten und Gebete. Abends finden Höhenfeuer und Feuerwerke statt und Kinder haben kleine Laternen, die leuchten.
Genfer Bettag im September
Der Genfer Bettag im September ist das Gegenstück zum Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag, der Ende September in der ganzen Schweiz stattfindet. Genf schlägt damit einen Sonderweg ein und hat den Genfer Bettag zum gesetzlichen Feiertag gemacht. An diesem zusätzlichen freien Tag wird an die Massaker in der Bartholomäusnacht von 1532 gedacht. Es ist ein Ruhetag ohne Festlichkeiten oder Feiern. Traditionell wird am Genfer Bettag Pflaumenkuchen gegessen.
Knabenschiessen in Zürich
Vor dem Bettag in der Schweiz findet in Zürich das Knabenschiessen statt – ein großes Volksfest auf dem Schiessplatz Albisgüetli. Die Tradition geht auf die vormilitärische Waffenübung der Bürgerknaben zurück. Damals wollte man die Jungen dafür begeistern und verteilte Preise. Heutzutage ist es ein Wettschießen, an dem ein Schützenkönig oder eine Schützenkönigin gekrönt wird.
Mauritiustag im September
Der Mauritiustag in der Schweiz fällt immer auf den 22. September. Dort, wo Mauritiustag Feiertag ist, muss es eine Kirche geben, die dem heiligen Mauritius geweiht ist – der Tag ist ein gesetzlich geregelter Tag in den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Luzern und Solothurn. Am Mauritiustag wird die traditionelle Festtagstracht getragen und in den Kirchen werden Messen gelesen.
St. Leodegar
Leodegar ist der Schutzpatron von Luzern. An diesem Feiertag wird also das Schutzengelfest gefeiert. Außerhalb von kirchlichen Veranstaltungen wird an diesem Tag nicht gefeiert und es finden auch keine anderen Veranstaltungen fest.
Leodegar war Bischof in Frankreich. Wer wurde gefoltert und abschließend enthauptet. Obwohl ihm bei den Folterungen die Zunge herausgerissen wurde und er zusätzlich erblindete, predigte er weiter. Seine Hinrichtung hatte nichts mit dem Glauben zu tun. Trotzdem wurde er heiliggesprochen.
