Öko-Test
: „Ein Cocktail an Pestiziden“ im Schwarzen Tee – Welchen Tee kann man noch trinken?

Im Öko-Test war kein einziger Tee frei von Glyphosat. Teilweise gesellen sich noch mehr Pestizide dazu, die in der EU verboten sind. Welchen Tee kann man noch trinken?
Von
Philipp Staedele
Frankfurt/Main
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Wer seinen schwarzen Tee sicher frei von Spritzgift-Spuren haben will, der sollte zu Bio-Produkten greifen. Diese Produkte haben besonders gut abgeschnitten.

Christin Klose/dpa

Wer sich eine schöne, wärmende Tasse Tee aufgießt, ist überzeugt, sich etwa Gutes zu tun - und vor allem etwas Gesundes. Doch laut einem Bericht der Zeitschrift „Öko-Test„ (Ausgabe 11/2023) trifft dies nicht immer zu. In dem Artikel wird von einer Vielzahl von Pestiziden berichtet, die teilweise in einem Teeaufguss aus Schwarzteeblättern enthalten sein können.

Krebserregende Pestizide im schwarzen Tee

In den untersuchten Tees wurden nicht nur das kontrovers diskutierte Herbizid Glyphosat gefunden, sondern auch Substanzen wie Thiacloprid, Clothianidin, Propargit und Dicofol. Diese Namen klingen nicht nur wenig ansprechend, sondern werden auch aufgrund ihrer potenziell gesundheitsschädlichen oder sogar krebserregenden Eigenschaften bedenklich eingeschätzt. Insgesamt hat das Labor von „Öko-Test“ in 24 verschiedenen Schwarztees zwölf verschiedene Pestizide nachgewiesen.

Hier im Anbau verboten, im Produkt erlaubt

„Die Hälfte davon ist bei uns im Anbau verboten. In anderen Ländern mit lascheren Vorschriften werden sie allerdings weiter gespritzt und landen so in unseren Tassen“, schreiben die Öko-Tester. Sie sorgen sich auch um diejenigen, die die Giftstoffe in Teeplantagen in Indien, Sri Lanka, Malawi und Co. sprühen müssen.

Weil die Pestizide nicht im Aufguss, sondern in den Teeblättern geprüft wurden, schränken die Tester ein, dass durch die Verdünnung mit Wasser nur Spuren im eigentlichen Tee zu finden seien. „Allerdings ist die Wechselwirkung verschiedener Pestizidspuren bislang wenig erforscht“, heißt es weiter. Fünf Tees kassierten in der Untersuchung die schlechteste Note „ungenügend“.

Welchen Tee kann man jetzt noch trinken?

Mit Ausnahmen stellen Bio-Tees in der Regel eine empfehlenswerte Wahl dar. Dies liegt daran, dass bei ihrem Anbau der Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide verboten ist. Die Zeitschrift „Öko-Test“ empfiehlt zudem, sich beim Kauf nach Bio-Produkten mit Zertifizierungen von Organisationen wie Naturland umzusehen oder auf Produkte zu setzen, die sowohl das Bio- als auch das Fairtrade-Siegel tragen.

Es gibt zwei „sehr gute“ Testsieger, bei denen die Öko-Tester weder an den Inhaltsstoffen noch am Anbau etwas auszusetzen haben. Dabei handelt es sich um lose Bio-Tees:

  • „Lebensbaum Assam Schwarztee Broken kräftig-malzig“ (4,79 Euro pro 100 g)
  • „Tee Gschwendner Darjeeling FTGFOP1 Pussimbing First Flush“ (13,80 Euro pro 100 g).

(mit Material von dpa)