Schulen und Bahnhöfe betroffen
: Razzia gegen Gruppe wegen hunderter Bombendrohungen

Nach zahlreichen Bombendrohungen gegen Schulen und Bahnhöfe haben Ermittler Wohnungen in vier Bundesländern durchsucht. Das BKA nimmt eine jugendliche Tätergruppe ins Visier.
Von
afp
Wiesbaden
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Bahnhof Passau wegen Bombendrohung geräumt: 18.01.2025, Bayern, Passau: Einsatzfahrzeuge der Polizei stehen vor dem abgesperrten Hauptbahnhof. Wegen einer Bombendrohung ist der Bahnhof in Passau geräumt worden, wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilte. Die Drohung sei bei der Deutschen Bahn eingegangen, nun werde ein ICE durchsucht. Ein weiterer ICE werde im österreichischen Schärding untersucht. Foto: Helmuth Riedl/zema-medien.de/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Immer wieder müssen Bahnhöfe wegen Bombendrohungen gesperrt werden, wie hier in Passau.

Helmuth Riedl/zema-medien.de/dpa
  • Das BKA durchsuchte Wohnungen in vier Bundesländern nach hunderten Bombendrohungen.
  • Verdächtige sollen E-Mails mit falschen Drohungen an Schulen und Bahnhöfe geschickt haben.
  • 2024 betrafen Drohungen u. a. Einkaufszentren, Bahnhöfe und öffentliche Einrichtungen.
  • Tätergruppe agierte überregional, Drohungen hatten oft „islamistischen Bezug“.
  • Beweismittel wie elektronische Geräte wurden beschlagnahmt, Festnahmen gab es nicht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach hunderten Bombendrohungen bundesweit ist das Bundeskriminalamt mit einer Razzia gegen Mitglieder der mutmaßlich dafür verantwortlichen Gruppe vorgegangen. Es gab am Dienstag Durchsuchungen bei vier teilweise noch minderjährigen Beschuldigten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen sowie einem jugendlichen Zeugen in Sachsen-Anhalt, wie die Behörde in Wiesbaden mitteilte. Die Verdächtigen sollen E-Mails mit vorgetäuschten Drohungen etwa an Schulen und Bahnhöfe geschickt haben.

Nach Angaben des Bundeskriminalamts lösten die E-Mails „in hunderten Fällen“ teils großangelegte Polizeieinsätze und Evakuierungen aus. Im Jahr 2024 waren demnach unter anderem Einkaufszentren in Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen sowie Bahnhöfe, ein Gebäude des Mitteldeutschen Rundfunks in Magdeburg sowie Schulen und öffentliche Einrichtungen betroffen. Weitere vergleichbare Taten betrafen Österreich.

Täter agierten überregional

Die Verdächtigen hätten dabei „als Teil einer überregional agierenden Tätergruppierung“ agiert, hieß es. Mutmaßlich um die Drohwirkung zu verstärken, hätten E-Mails häufig einen „islamistischen Bezug“ gehabt. Eine „religiös motivierte Tatmotivation“ habe sich bei den Ermittlungen aber nicht nachweisen lassen. Alle Drohungen seien zudem falsch gewesen.

Bei den Durchsuchungen seien Beweismittel wie elektronische Geräte und Speichermedien beschlagnahmt worden. Von Festnahmen war nicht die Rede.