Tote in Sydney: Australische Behörden: Angriff am Bondi Beach war antisemitischer Anschlag

Polizei und Rettungskräfte am Bondi Beach nach einem Anschlag-
DAVID GRAY/AFP- Schusswaffenangriff am Bondi Beach in Sydney: Mindestens acht Verletzte am Sonntag (14.12.).
- Zwei Verdächtige festgenommen, ein mutmaßlicher Täter laut Berichten von der Polizei erschossen.
- Angriff auf jüdische Chanukka-Veranstaltung, Beginn des achttägigen Lichterfests.
- Polizei rät, das Gebiet zu meiden und Anweisungen zu folgen.
- Bondi Beach: Beliebter Strand bei Touristen und Einheimischen, besonders an Wochenenden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bei einem Angriff in der australischen Metropole Sydney sind am Sonntag (14.12.) mindestens zwölf Menschen getötet worden – einer von ihnen ein mutmaßlicher Angreifer. Der zweite mutmaßliche Schütze befinde sich laut Polizei in einem kritischen Zustand. 29 weitere Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht, teilte die New South Wales Police Force auf X mit. Zwei davon seien Polizisten.
Der Einsatz am Bondi Beach dauere an, schreibt die Polizei des Bundesstaats New South Wales am Sonntag im Onlinedienst X. Wer vor Ort sei, solle sich in Sicherheit bringen, ansonsten sollten die Menschen das Gebiet meiden und den Polizeianweisungen Folge leisten.
Laut Medien war Chanukka-Veranstaltung Ziel des Angriffs
Medienberichten zufolge war eine jüdische Chanukka-Veranstaltung das Ziel des Angriffs. An diesem Sonntag beginnt das achttägige Lichterfest. Berichte über Tote und Verletzte wurden zunächst nicht offiziell bestätigt.
Die Polizei sprach von zwei Angreifern. Sie hätten am Sonntagabend gegen 18.47 Uhr begonnen, auf Familien zu schießen. Einer der Angreifer sei getötet worden. Medienberichten zufolge handelt es sich um Naveed Akram (24), offiziell bestätigt wurde dies jedoch nicht. Ein anderer mutmaßlicher Täter sei in Gewahrsam, teilte die Polizei mit. Er sei verletzt worden und in kritischem Zustand.
Bondi Beach im Osten von Sydney ist einer der berühmtesten Strände Australiens, an dem sich am Wochenende besonders viele einheimische Surfer und Badegäste sowie Touristen tummeln.
Polizeichef spricht von „terroristischem Vorfall“
Nach Behördenangaben war der Schusswaffenangriff ein antisemitischer Anschlag. „Dieser Angriff zielte darauf ab, die jüdische Gemeinde Sydneys am ersten Tag von Chanukka anzugreifen“, erklärte der Regierungschef des australischen Bundesstaats New South Wales, Chris Minns, am Sonntag bei einer Pressekonferenz mit Blick auf das jüdische Lichterfest. Der Polizeichef von New South Wales, Mal Lanyon, bezeichnete die Attacke vor Journalisten als „terroristischen Vorfall“.
Nach wie vor werden Menschen in Sydney von lokalen Nachrichtensendern dazu aufgerufen, den Bereich um den Bondi Beach weiträumig zu meiden.
Australian Jewish Association erhebt Vorwürfe an die Regierung
Australiens Premierminister Anthony Albanese sprach ebenfalls von einem „Terrorakt“. „Wir werden an der Seite der jüdischen Gemeinschaft stehen“, sagte er bei einer Pressekonferenz. Fragen von Journalisten, ob sein Land genug gegen wachsenden Antisemitismus tue, wies er zurück. Australien nehme das Thema ernst, sagte Albanese. Kurz nach der Tat hatte er in einem X-Post von „schockierenden und erschütternden“ Szenen gesprochen.
Minns, der Premier von New South Wales, sagte, der Angriff sei „darauf ausgerichtet gewesen, die jüdische Gemeinschaft zu treffen“. Was ein Tag des Friedens und der Freude hätte sein sollen, der in der Gemeinde mit Familie und Unterstützern gefeiert werden sollte, sei „durch diesen schrecklichen und bösartigen Angriff erschüttert“ worden, sagte Minns. Dies sei schockierend und schmerzhaft. Viele Regierungschefs wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premier Keir Starmer äußerten ihr Mitgefühl
Die jüdische Organisation Australian Jewish Association erhob auf X Vorwürfe: „Wie oft haben wir die Regierung gewarnt? Kein einziges Mal hatten wir das Gefühl, dass sie zugehört hat.“
Couragiertes Eingreifen von Passanten
Videos in den sozialen Medien zeigen dramatische Szenen am Tatort. Eines zeigt einen Schützen, der von einer nahegelegenen Brücke aus feuert. Zu sehen sind auf den Videos auch Menschen, die in Panik vom Tatort fliehen.
Ein Video zeigt einen Passanten, der während des Anschlags einen der zwei Schützen überrascht und entwaffnet. Zu sehen ist, wie der Mann dem Angreifer zunächst von hinten auf den Rücken springt. Nach einem kurzen Gerangel nimmt er ihm das Gewehr ab. Der mutmaßliche Täter, der zuvor noch mit dem Gewehr geschossen hatte, kann jedoch hinkend entkommen. In australischen Medien wird der Passant als „Held“ gefeiert.
Ein anderes im Netz kursierendes Video zeigt Verletzte und mutmaßlich Tote auf einer Wiese liegend. Einige Menschen scheinen behandelt oder wiederbelebt zu werden.
Während der Einsatz am Sonntagabend (Ortszeit) noch lief, meldete die Polizei, dass eine Reihe verdächtiger Gegenstände in der Umgebung von Spezialkräften untersucht werde, eine Sperrzone sei eingerichtet worden.