Schüsse auf Touristen in Indien
: Angriff mutmaßlicher Extremisten in Kaschmir fordert Tote und Verletzte

Medien berichten von mehr als 20 Todesopfern, darunter wohl auch ein Tourist aus Europa. Mehrere Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht.
Von
AFP STATISTISCH ,
dpa
Srinagar
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Mutmaßliche Extremisten schießen auf Touristen in Kaschmir: 22.04.2025, Indien, Anantnag: Sanitäter tragen einen verwundeten Touristen auf einer Bahre in ein Krankenhaus, nachdem Angreifer wahllos auf Touristen in Pahalgam im indisch kontrollierten Kaschmir geschossen haben. Foto: Dar Yasin/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Sanitäter tragen einen verwundeten Touristen auf einer Bahre in ein Krankenhaus, nachdem Angreifer wahllos auf Touristen in Pahalgam im indisch kontrollierten Kaschmir geschossen haben.

Dar Yasin/AP/dpa
  • Mindestens 24 Touristen wurden bei einem Angriff in Kaschmir getötet, mehrere verletzt.
  • Premierminister Modi und Opposition verurteilten die Tat scharf.
  • Die Täter sind unbekannt, Kaschmir erlebt regelmäßig Unruhen durch Aufständische.
  • Indien und Pakistan beanspruchen Kaschmir, zwei Kriege wurden darüber geführt.
  • In 2024 besuchten 3,5 Millionen Touristen die Region, beliebt für Winter- und Sommerurlaub.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bei einem Angriff mutmaßlicher Extremisten auf Touristen in der indischen Unruheregion Kaschmir sind am Dienstag, 22.4., nach Medienberichten mehr als 20 Menschen getötet worden. Die Angreifer hätten in einem beliebten Ausflugsgebiet nahe der Stadt Pahalgam das Feuer auf Touristen eröffnet und dabei 26 Menschen tödlich getroffen, berichteten der indische Sender NDTV und die Zeitung „Greater Kashmir“ unter Berufung auf Polizeibeamte. Die meisten Todesopfer seien Touristen gewesen. Zudem habe es mehrere Verletzte gegeben, diese wurden in Krankenhäuser gebracht. Eine offizielle Bestätigung der Opferzahlen gab es zunächst nicht. Behörden hatten zunächst von fünf Toten gesprochen.

Unter den Opfern hätten sich größtenteils Besucher aus verschiedenen Teilen Indiens sowie zwei Personen aus der Umgebung befunden, sagten Polizeibeamte im Unionsterritorium Jammu und Kaschmir. Laut der Zeitung „The Hindu“ kamen auch zwei ausländische Gäste aus Italien und Israel ums Leben.

Sicherheitskräfte gingen Medienberichten zufolge von einem gezielten Überfall auf Touristen aus. Indiens Innenminister Amit Shah sprach von einem terroristischen Angriff. Namen nannte er nicht. Laut „Greater Kashmir“ bekannte sich eine Gruppe mit dem Namen The Resistance Front (TRF) zu der Tat. Dabei handle es sich um eine Splittergruppe der verbotenen Organisation Lashkar-e-Taiba (LeT), die unter anderem für eine Anschlagsserie in der indischen Wirtschaftsmetropole Mumbai im November 2008 verantwortlich gemacht wird. Damals wurden 175 Menschen getötet, darunter 26 Ausländer und neun der Extremisten. Indiens Premierminister Narendra Modi verurteilte die „abscheuliche Tat“ und betonte, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen würden.

„Der Angriff ist deutlich größer als alles, was wir in jüngeren Jahren gegen Zivilisten gerichtet gesehen haben“, erklärte seinerseits der Regierungschef der Region, Omar Abdullah. Die Täter seien „Tiere, unmenschlich und verachtenswert“. Der Oppositionspolitiker und ehemalige Regierungschef der Region, Mehbooba Mufti, verurteilte „den feigen Angriff auf Touristen in Pahalgam“ ebenfalls auf das Schärfste. „Diejenigen hinter dieser bösartigen Tat werden zur Rechenschaft gezogen... sie werden nicht verschont“, warnte Indiens Premierminister Narendra Modi auf der Plattform X.

Verletzte auf Pferden weggebracht

Den Berichten zufolge ereignete sich der Angriff in einem Gebiet mit Bergwiesen, wo Touristen unter anderem auf Pferden geritten seien und den Frühling genießen wollten. Augenzeugen hätten berichtet, dass plötzlich Bewaffnete hinter Bäumen hervorgekommen seien und willkürlich auf Menschen geschossen hätten. Polizisten und Soldaten riegelten danach das Gebiet ab. Zugleich wurde eine Suche nach den Angreifern eingeleitet.

Ein Reiseleiter berichtete AFP, er sei nach Schüssen am Tatort eingetroffen und habe Verletzte auf Pferden weggebracht. „Ich sah mehrere Männer am Boden liegen, die tot zu sein schienen“, sagte der Mann.

Mutmaßliche Extremisten schießen auf Touristen in Kaschmir: 22.04.2025, Indien, Pahalgam: Indische Sicherheitsbeamte stehen in der Nähe von Pahalgam im Süden Kaschmirs Wache, nachdem Angreifer wahllos das Feuer auf Touristen im indisch kontrollierten Kaschmir eröffnet haben. Foto: Dar Yasin/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Indische Sicherheitsbeamte stehen in der Nähe von Pahalgam im Süden Kaschmirs Wache, nachdem Angreifer wahllos das Feuer auf Touristen im indisch kontrollierten Kaschmir eröffnet haben.

Dar Yasin/AP/dpa

Aufständische sorgen für Unruhen

Im indisch kontrollierten Teil Kaschmirs bekämpfen extremistische Gruppen Indiens Souveränität über die Region. Der indische Teil wurde 2019 in zwei Unionsterritorien - Jammu und Kaschmir sowie Ladakh - aufgeteilt und damit stärker unter die Kontrolle der Zentralregierung gebracht.

Der größte Teil der Region Kaschmir ist zwischen Indien und Pakistan geteilt. Beide Atommächte führten bereits zwei Kriege um die Herrschaft über das gesamte Himalaya-Tal. Ein kleiner Teil Kaschmirs gehört zudem zu China.

Im Jahr 2024 besuchten 3,5 Millionen Touristen Kaschmir. Die Bergregionen eignet sich im Winter zum Skifahren und ist im Sommer ein beliebtes Ziel, um der in Indien herrschenden drückenden Hitze zu entkommen.

Auswärtiges Amt rät von Reisen in die Region ab

Das Auswärtige Amt in Berlin rät auf seiner Website von Reisen nach Jammu und Kaschmir ab. In dem Unionsterritorium seien in den vergangenen Jahrzehnten und auch jüngst Bombenanschläge verübt worden, die viele Todesopfer gefordert hätten, heißt es dort.