Schockierende Videoaufnahmen
: Fähre auf den Philippinen in Flammen

Flammen auf offener See, verzweifelte Rettungsaktionen und Dutzende Vermisste: Auf den Philippinen ist eine Fähre in Brand geraten. Videoaufnahmen zeigen das ganze Ausmaß der Katastrophe.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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Brand auf Fähre auf den Philippinen: HANDOUT - 10.09.2026, Philippinen, Palawan: Auf diesem Bild, das einem von der philippinischen Küstenwache zur Verfügung gestellten Video entnommen ist, sind die Überreste der Fähre „MV June Aster“ zu sehen, die am Donnerstag, dem 10. September 2026, vor der Küste der Provinz Palawan im Westen der Philippinen in Brand geraten war. Foto: Philippine Coast Guard/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Auf den Philippinen ist die Fähre „MV June Aster“ in Brand geraten. Mindestens fünf Menschen starben, Dutzende werden vermisst. Dramatische Videos zeigen das Inferno.

Philippine Coast Guard/dpa

Bei einem verheerenden Brand auf einer Passagierfähre auf den Philippinen sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Dutzende weitere werden noch vermisst. Videoaufnahmen der philippinischen Küstenwache zeigen die „MV June Aster“ in der Nacht als lichterloh brennendes Schiff auf dem Meer. Das Feuer brach am Mittwochabend auf der Fähre aus, die von Manila in Richtung des beliebten Urlaubsorts Coron in der Provinz Palawan unterwegs war. An Bord befanden sich nach Angaben der Küstenwache insgesamt 134 Menschen – 117 Passagiere und 17 Besatzungsmitglieder. Die von der Küstenwache veröffentlichten Aufnahmen zeigen das Ausmaß des Brandes: Große Teile des Schiffes stehen in Flammen. Spätere Bilder zeigen die nahezu vollständig ausgebrannte Fähre vor der Küste.

Überlebender berichtet von Explosion

Wie es zu dem Feuer kam, ist bislang unklar. Nach Angaben einer Sprecherin der philippinischen Küstenwache berichtete ein Überlebender jedoch von einer heftigen Explosion im Frachtraum des Schiffes. In diesem Bereich befanden sich unter anderem Fahrzeuge und Motorräder. Nach der Explosion seien Rauch und Feuer zu sehen gewesen. Innerhalb weniger Sekunden habe sich der Brand massiv ausgebreitet, schilderte der Überlebende den Behörden. Die genaue Ursache des Feuers wird untersucht.

Menschen retten sich schwimmend von der Fähre

Rettungskräfte konnten bislang 43 Menschen in Sicherheit bringen. Unter ihnen befinden sich Passagiere und Mitglieder der Besatzung. Viele Überlebende hatten sich offenbar selbst ins Wasser gerettet und versucht, schwimmend Abstand von dem brennenden Schiff zu gewinnen. Aufnahmen der Rettungsarbeiten zeigen Einsatzkräfte, die Menschen im Wasser Schwimmwesten zuwerfen und sie anschließend in kleinere Boote aufnehmen. Die Rettungsaktion wurde zusätzlich durch starke Meeresströmungen erschwert. Diese trieben das brennende Schiff weiter aufs offene Meer hinaus. Mindestens fünf Menschen konnten nur noch tot geborgen werden. Ihre Leichen wurden zu einer Notfall- und Rettungseinrichtung in Coron gebracht. Nach den jüngsten Angaben werden noch 86 Menschen vermisst. Zunächst war von 87 Vermissten die Rede gewesen, bevor ein weiterer Mensch gerettet werden konnte.

Großangelegte Suche nach Vermissten

Die Suche nach den noch vermissten Passagieren und Besatzungsmitgliedern dauert an. Neben der Küstenwache sind auch Rettungsschiffe der Armee im Einsatz. Außerdem beteiligen sich Fischer und Betreiber touristischer Anlagen an der Suche. Auf der Facebook-Seite des Bürgermeisters von Coron hinterließen zahlreiche Menschen Kommentare. Viele versuchen dort, Informationen über Freunde und Angehörige zu erhalten. Auch die Löscharbeiten dauerten zunächst weiter an. Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen, während gleichzeitig nach Vermissten gesucht wurde. Die Reederei Atienza Interisland Ferries Inc., der die „MV June Aster“ gehört, erklärte, sie sei angesichts des Unglücks zutiefst betroffen und werde bei den Ermittlungen vollständig mit den Behörden zusammenarbeiten. Das Unternehmen habe alle verfügbaren Ressourcen mobilisiert und wolle die Suche fortsetzen, bis sämtliche Personen gefunden seien.

Auf den Philippinen mit ihren mehr als 7000 Inseln gehören Fähren und andere Schiffe zu den wichtigsten Verkehrsmitteln. Immer wieder kommt es jedoch zu schweren Unglücken auf See. Erst Ende Januar kamen beim Untergang der Fähre „Trisha Kerstin 3“ mindestens 52 Menschen ums Leben. Im Jahr 2023 starben auf derselben Route bei einem Fährunglück mit Feuer 31 Menschen.