Schleswig-Holstein: Gibt es das tödliche Bornavirus im Norden?

Verbreitungsgebiet des Bornavirus: Ist Schleswig-Holstein dabei?
Jens Büttner/dpaIn Pfaffenhofen an der Ilm in Oberbayern ist ein Mann an den Folgen einer Infektion mit dem seltenen, aber gefährlichen Bornavirus gestorben. Ein zweiter erkrankter Mann werde derzeit behandelt, teilte eine Sprecherin des Landratsamts Pfaffenhofen an der Ilm nach Informationen der Deutschen Presseagentur mit. Wo in Deutschland kommt das Bornavirus vor? Diese Bundesländer gehören zum Endemiegebiet.
Schleswig-Holstein - Infektion mit Bornavirus endet meist tödlich
Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) kommt in der Feldspitzmaus vor. Die Tiere scheiden das Virus in Urin, Kot und Speichel aus, wie es beim LGL heißt. Wie genau das Virus von der Feldspitzmaus auf den Menschen übergeht, ist demnach noch nicht geklärt. Es seien verschiedene Übertragungswege denkbar: etwa die Aufnahme des Virus über verunreinigte Lebensmittel oder Wasser oder eine Schmierinfektion über kontaminierte Erde. Um sich vor einer Infektion zu schützen, rät das LGL, den Kontakt mit Spitzmäusen und ihren Ausscheidungen zu meiden. Lebende oder tote Tiere sollten nicht mit bloßen Händen berührt werden.
Der Erreger ist bei Tieren seit langem bekannt. Erst seit 2018 ist nachgewiesen, dass BoDV-1 auch auf den Menschen übertragbar ist und dabei meist tödliche Gehirnentzündungen verursacht. Die Krankheit ist seit 2020 meldepflichtig. Seitdem seien dem Robert Koch-Institut (RKI) bis zu sechs akute Fälle von BoDV-1 Enzephalitis pro Meldejahr übermittelt worden, ein Großteil der Fälle davon in Bayern, schreibt das LGL weiter.
Verbreitungsgebiet des Bornavirus: Ist Schleswig-Holstein dabei?
In Deutschland gibt es bestimmte Regionen, Endemiegebiete, in denen das Virus vorkommt, die auf dieses Gebiet beschränkt sind. Diese Bundesländer gehören laut Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin zum Endemiegebiet des tödlichen Bornavirus:
- Bayern
- Baden-Württemberg (Nordosten)
- Brandenburg
- Sachsen-Anhalt
- Sachsen (Westen)
- Thüringen
Auch Teile von Österreich, der Schweiz und Liechtenstein sind betroffen.
Es wird jedoch hervorgehoben, dass auch in den Endemiegebieten eine Infektion äußerst selten vorkommt. Circa sechs Bornavirus-Infektionen werden pro Jahr gemeldet.
