Sankt Urban am 25. Mai
: Was der Lostag für Weinfans bedeutet

Am 25. Mai ist der Lostag des Heiligen Urban – und der spielt im Weinbau bis heute eine Rolle. Was an der Bauernregel „Regnet’s an Urban …“ wirklich dran ist.
Von
Nicole Züge
Ulm
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Reife Trauben der Rotweinsorte «Pinotin» hängen an einer Rebe auf dem Gelände der Weinbau Wobar Landwirtschaftsbetrieb Lindenfeld GbR am Ufer des neu entstandenen Großräschener Sees. (zu "Zwischen Frost und Sonne entstehen Lausitzer Weine mit «viel Körper»") +++ dpa-Bildfunk +++

Der Lostag St. Urban liegt jährlich auf dem 25. Mai: Die Wetterregel aus dem Bauernkalender hat große Bedeutung für den Weinbau.

Patrick Pleul/dpa

Am 25. Mai gedenken viele Regionen dem Heiligen Urban – vor allem im Süden Deutschlands ist dieser Tag im Bauernkalender ein bedeutender Lostag für den Weinbau. Das Sprichwort „Regnet’s an Urban, wächst der Wein schlecht heran“ warnt: Feuchtigkeit zur Zeit der Rebenblüte kann Qualität und Reife des Weins beeinträchtigen.

Warum ist der Urbanstag wichtig für den Weinbau?

Der Lostag fällt in eine sensible Wachstumsphase: Die Reben treiben aus, erste Blüten zeigen sich – Regen oder anhaltende Nässe begünstigen nun Pilzkrankheiten wie Mehltau. Auch kühle Temperaturen bremsen die Entwicklung. Zwar sind die Auswirkungen regional unterschiedlich, doch viele Winzerinnen und Winzer halten den Urbanstag bis heute im Blick.

Die wichtigsten Lostage im Mai

1. Mai – Tag der Heiligen Walburga
„Regen am ersten Tag im Mai, bringt Not und Kümmernis herbei.“

3. Mai: Kreuzauffindung, St. Jakobus, St. Philippus
Wie’s Wetter am Kreuzauffindungstag, bis Himmelfahrt es bleiben mag.

7. Mai: Sankt Stanislaus
Wenn sich naht Sankt Stanislaus, schlagen alle Bäume aus.

11.–15. Mai – Die Eisheiligen (Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius, Kalte Sofie)
Kälterückschlag möglich. „Pankratius hält den Nacken steif, Servatius bringt noch Schnee herbei.“

25. Mai – Urbanstag
„Regnet’s an Urban, wächst der Wein schlecht heran.“
Wichtiger Termin für Winzer und Gartenfreunde.

31. Mai – Petronella
„Ist Petronella schön, wird das Jahr ein gutes geh’n.“

Was bedeutet Regen am Urbanstag für den Weinbau?

Der Urbanstag wurzelt in jahrhundertealter Wetterbeobachtung. Damals wurden klimatische Muster in Reimen festgehalten – ein Wissen, das mancherorts bis heute gepflegt wird. Gerade in Weinregionen wie Pfalz, Mosel oder Saale-Unstrut ist der 25. Mai mehr als ein Datum: Er ist Teil eines kulturellen Kalenders.

Wie zuverlässig ist der Lostag heute noch?

Durch den Klimawandel verschieben sich viele Wachstumsphasen. Trotzdem halten einige Winzerinnen und Winzer an den alten Regeln fest – nicht unbedingt als exakte Wetterprognose, sondern als Erinnerung an Erfahrungswissen und als kulturelles Erbe. Gerade in Weinregionen wie Saale-Unstrut, Mosel oder der Pfalz ist der Urbanstag fester Bestandteil des Jahreskalenders.

Weitere Bauernregeln zum Urbanstag

Neben der bekannten Weinregel existieren noch weitere Wetterweisheiten rund um den 25. Mai:

  • „Sankt Urban klar, bringt ein gutes Jahr.“
  • „Wie’s Wetter an Urbanstag, so der Herbst sein mag.“
  • „Ist Sankt Urban schön und rein, wird’s ein guter Jahrgang Wein.“

Diese Sprüche spiegeln eine jahrhundertealte Beobachtungstradition wider – auch wenn sie heute mit einem Augenzwinkern gelesen werden. Ob Mythos oder meteorologische Wahrheit – der Urbanstag am 25. Mai ist im bäuerlichen Kalender mehr als nur ein Relikt. Wer selbst Reben im Garten oder auf dem Balkon kultiviert oder sich für das Wetterjahr interessiert, findet hier einen spannenden Anhaltspunkt.

So wird das Wetter am 25. Mai 2025 im Süden Deutschlands

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) zeichnet einen eher trüben Wettertrend für das kommende Wochenende. Am Sonntag soll sich laut dem DWD südostwärts dichte Bewölkung ausbreiten. Aus Richtung Westen und Nordwesten kommt Regen auf, der sich ost- und südostwärts ausbreitet. Am längsten trocken sind der Osten und Südosten.