Saharastaub in Deutschland: Wüstensand bringt gelben Himmel – hier wird es diesig

Warnungen vor Saharastaub in Deutschland. Es wird wieder gelb und staubig am Himmel. Diese Regionen sind vom Wüstensand betroffen.
Thomas Warnack/dpaNach heftigen Gewittern über der Sahara machen sich gewaltige Staubmassen auf den Weg nach Europa. Wann und wo er in Deutschland hinziehen wird und welche Auswirkung das haben kann.
Derzeit bewegt sich eine auffällig rötliche Staubwolke vom Balkan aus Richtung Mitteleuropa. Die Staubkonzentrationen in den Regionen werden in einem Diagramm des Atmosphere Monitoring Service abgebildet. Das ist ein Dienst des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus.
Wüstensand: Große Sahara-Staubwolke über Österreich und Süddeutschland
Zuerst werden Österreich und Teile Süddeutschlands betroffen sein, dann zieht die Wolke weiter gen Norden. Die Sonne wird nur noch als diffuser Schimmer hinter einem feinen Schleier zu erkennen sein und falls es regnet, wird es Blutregen geben. Ein Meteorologe des ORF berichtet auf Twitter: „Über Wien befindet sich dann hochgerechnet etwa 800 bis 1000 Tonnen Sahara-Sand.“
Vorhersage: Hier wird es Saharastaub in Deutschland geben
Laut den aktuellen Vorhersagen ist bereits ab heute (16. April), mit Saharastaub über Deutschland zu rechnen. Die Daten des Atmosphere Monitoring Service zeigen ab dem Nachmittag im südöstlichen Teilen Deutschlands die ersten geringen Staubkonzentrationen an. Das betrifft somit vor allem Bayern. Abends nimmt die Konzentration zu und zieht zusätzlich nach Sachsen, wo der Wüstenstaub am Donnerstag deutlich mehr zu sehen sein wird.
Am 17. April zieht die Sahara-Staubwolke weiter nördlich über Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin bis nach Mecklenburg-Vorpommern. Die Konzentration wird durchschnittlich bei 55 Mikrogramm pro Kubikmeter sein, teilweise sogar bis zu 80.
Ab den Mittagsstunden können Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in den jeweils östlichen Teilen auch etwas davon abbekommen, bevor die Wolke weiter nach Nord-Osten zieht und sich langsam aufzulösen scheint.
So gefährlich ist Saharastaub
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist Saharastaub nicht giftig, allerdings enthält er größere Mengen sehr kleiner Partikel (unter 2,5 Mikrometer Durchmesser), die empfindliche Personen bei längerem Einatmen (mehrere Stunden) durchaus belasten können. Hauptsächlich sind davon Personen mit asthmatischen Beschwerden, chronischen Lungenerkrankungen und kardiovaskulären Erkrankungen betroffen. Dennoch sollte den Feinstaub niemand auf die leichte Schulter nehmen.
Sobald die Konzentration des Saharastaubs über 100 Mikrogramm pro Kubikmeter steigt, kann das gesundheitliche Folgen haben: Die feinen Partikel reizen die Atemwege, verstärken Allergiesymptome und führen mitunter zu brennenden Augen. Besonders für Allergiker bedeutet das eine zusätzliche Belastung. Zum Vergleich: Die EU schreibt für Feinstaub einen Tagesmittelgrenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter vor – dieser darf lediglich an höchstens 35 Tagen im Jahr überschritten werden.