Vandalismus in Mössingen: Sportplatz verwüstet – Mehrere hunderttausend Euro Schaden

Großflächig zerstört und vorerst unbespielbar ist der Rasen des Belsener Ernwiesen-Sportplatzes.
Till Steibli- Autofahrer verwüstet am 8. November den Ernwiesen-Sportplatz in Mössingen-Belsen.
- Durch „Donuts“ entstanden tiefe Furchen, die den Platz unbespielbar machen.
- Sachschaden wird auf mehrere Hunderttausend Euro geschätzt, Schäden an der Beregnungsanlage unklar.
- Tatzeit: Samstag zwischen 0 und 10 Uhr; Polizei sucht Zeugen für Hinweise.
- Zeugen können sich beim Polizeirevier Tübingen unter (07071) 972 14 00 melden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eigentlich wollte Trainer Robert Stowasser am Samstagfrüh noch schnell ein paar Sachen vorbereiten, bevor die E-Jugend auf dem Ernwiesen-Sportplatz in Belsen zum Spiel antrat. Als der Fußball-Abteilungsleiter des TV Belsen gegen 8.30 Uhr am Sportplatz eintraf, traute er freilich seinen Augen nicht. Tiefe Riefen durchzogen die Rasenfläche. Und das nicht nur an einer Ecke des Platzes, sondern großflächig. „Der Rasen ist zerstört“, bilanziert Stowasser frustriert.
In der Nacht von Freitag auf Samstag ist ein bislang noch unbekannter Autofahrer offensichtlich mit dem Auto über einen Abhang auf den Sportplatz gefahren und hat dort großen Schaden hinterlassen. Die Fotos, die Stowassers Trainer-Kollege Till Steibli mit der Drohne gemacht hat, zeigen das Ausmaß der Zerstörung. Der Autofahrer hat über den gesamten Platz hinweg Schleifen gedreht und dabei offensichtlich ordentlich Gas gegeben, sodass die Reifen die Grasnarbe aufgerissen haben. Mehrfach hat der Fahrer das Terrain beackert, im Wortsinn.

Zerstörter Rasen Sportplatz Belsen
TV BelsenDie Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Eine Fachfirma war bereits vor Ort und hat den Schaden begutachtet, wie Stowasser berichtet. Oberbürgermeister Michael Bulander hat sich ebenfalls vor Ort ein Bild gemacht. Den Schaden bezifferte der Sachverständige auf mehrere hunderttausend Euro. Noch nicht geklärt ist, ob die Bewässerungsanlage des Rasenplatzes die nächtliche Rasen-Attacke unbeschadet überstanden hat oder ob diese auch kaputt ist. Dann dürfte der Schaden aller Voraussicht nach noch höher ausfallen.
Der Sportplatz ist vorerst nicht benutzbar. Für den Spiel- und Trainingsbetrieb der Spielgemeinschaft Mössingen-Belsen müssen die Sportler am Standort Belsen vorerst auf den benachbarten Kunstrasenplatz ausweichen. (So machte es auch die E-Jugend am Samstagmorgen.) Das ist im Winter, bei nasser Witterung, ohnehin meist der Fall.
Wann ist der Rasen wieder saniert?
Völlig unklar ist bislang allerdings, wie lange es dauert, den Rasenplatz wiederherzustellen – und was das kostet. „Es wird auf jeden Fall weh tun, wenn der Rasenplatz fehlt“, sagte Stowasser dem TAGBLATT. Nicht nur, weil die Spielgemeinschaft Mössingen-Belsen zig Mannschaften hat, die jenseits des Spielbetriebs Trainingsplätze brauchen.
Denn eigentlich ist geplant, den Kunstrasenplatz nebenan zu sanieren. Im Juli fasste der Gemeinderat den Baubeschluss. Baubeginn soll im März 2026 sein. Die Ausschreibungen laufen bereits, die Förderzusage für das knapp eine Million Euro teure Projekt liegt ebenfalls schon vor. Während der geplanten Bauzeit (bis November 2026) sollte der Spiel- und Trainingsbetrieb in Belsen komplett auf den Rasenplatz verlegt werden.
Schlechter Kunstrasenplatz als Notlösung
Doch ob man den Rasenplatz bis nächstes Frühjahr wieder hergestellt bekommt? Oder ob die Sanierung des Kunstrasenplatzes verschoben wird, falls die Reparaturen am Rasenplatz länger dauern? Solche Fragen stellt man sich jetzt beim TV Belsen – und wohl auch demnächst im Gemeinderat. Zur Not sei der Kunstrasenplatz auch noch ein Jahr länger bespielbar, sagte Stowasser. Allerdings sei der in einem schlechten Zustand, schlage an manchen Stellen Wellen. „Das erhöht die Verletzungsgefahr“, sagt Stowasser. Deshalb sollte er ja erneuert werden.
Derweil hat die Polizei einen Zeugenaufruf veröffentlicht. Wer Angaben zu dem Vorfall oder dem aller Voraussicht nach stark verschmutzten Verursacherfahrzeug machen kann, wird gebeten, sich unter Telefon (07071) 972 14 00 beim Polizeirevier Tübingen zu melden.

