Rückruf von Gewürz
: Tödliche Leberschäden möglich

Derzeit wird vor dem Verzehr eines Gewürzes gewarnt, welches schwere gesundheitliche Komplikationen hervorrufen kann. Alle Infos zur aktuellen Rückrufaktion gibt es hier im Überblick.
Von
David Hahn
Berlin
Jetzt in der App anhören
So gut gefüllt könnten die Regale in den Supermärkten bald nicht mehr sein, wenn Lkw-Lieferungen wegen des explodierenden Dieselpreises ausbleiben.

ILLUSTRATION - Zum Themendienst-Bericht vom 7. März 2022: Der Wagen voll, der Geldbeutel leer: Wer beim Einkaufen einige Dinge beachtet, kann Geld sparen. Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Vor dem Einkauf wollen KundInnen sicher sein, dass alle Lebensmittel eine gute Qualität haben. Hier gibt es alle Infos zu aktuellen Warnung beim Produktkauf.

Benjamin Nolte/dpa
  • Die Orient Master GmbH ruft Kreuzkümmel (TRS) wegen Pyrrolizidinalkaloiden zurück.
  • Pyrrolizidinalkaloide können schwere Leberschäden verursachen.
  • Betroffenes MHD: 31.01.2026, Barcode: 5017689001537, Batch: ASCIJP 240118-1.
  • Kunden wird vom Verzehr abgeraten, Rückgabe ohne Kassenbon möglich.
  • Pyrrolizidinalkaloide sind in vielen Pflanzenarten enthalten und toxisch.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Orient Master GmbH hat einen Rückruf für den Gewürzartikel Kreuzkümmel gemahlen, Ground Cumin Jerra Powder der Marke TRS bekannt gegeben. Die Rückrufaktion veröffentlichte produktwarnung.eu am 30.12.2024. Grund für den Rückruf ist der Nachweis von Pyrrolizidinalkaloiden (PA), einer Gruppe von Naturstoffen, die für den menschlichen Verzehr potenziell gefährlich sind und in hoher Dosierung zu schweren Leberschäden führen können.

Rückruf von Gewürz: Welches Produkt ist betroffen?

  • Artikel: Kreuzkümmel gemahlen, Ground Cumin Jerra Powder
  • Marke: TRS
  • Inhalt: 100 g
  • Betroffenes Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD): 31.01.2026
  • Barcode: 5017689001537
  • Batch/Losnummer: ASCIJP 240118-1

Rückrufaktion: Welche Gefahr droht bei Verzehr?

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wirken Pyrrolizidinalkaloide nicht direkt toxisch, sondern durch ihre Abbauprodukte, die in der Leber entstehen. Diese Verbindungen sind hepatotoxisch (leberschädigend) und können bei hoher Dosierung zu schwerwiegenden Leberfunktionsstörungen wie Lebervenenverschluss führen. Außerdem zeigen Tierversuche, dass sie erbgutverändernde (genotoxische) und krebsauslösende (kanzerogene) Wirkungen haben.

Die Hauptaufnahmequellen für PA sind in der Regel Tees, insbesondere Kräutertee und Rooibostee, sowie tiefgefrorene oder getrocknete Gewürzkräuter. Dennoch können auch andere Lebensmittel, darunter Gewürze wie Kreuzkümmel, belastet sein.

Pyrrolizidinalkaloide

PA sind laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sekundäre Pflanzenstoffe, die von Pflanzen gebildet werden, um Fraßfeinde abzuwehren. Diese Verbindungen wurden bisher in über 350 Pflanzenarten weltweit nachgewiesen, und es wird geschätzt, dass sie in mehr als 6.000 Pflanzenarten vorkommen. Das BfR betont, dass belastete Lebensmittel aufgrund der Giftigkeit von PA nicht regelmäßig oder in großen Mengen konsumiert werden sollten. Für die gezielte Zugabe von giftigen Pflanzenstoffen in Lebensmitteln fordert die Behörde eine Nulltoleranz.

Gewürzrückruf: Was können Verbraucherinnen jetzt tun?

Vom Verzehr des betroffenen Produkts wird dringend abgeraten. KundInnen, die das Produkt gekauft haben, können es auch ohne Vorlage des Kassenbons in ihren Einkaufsstätten zurückgeben und erhalten den Kaufpreis erstattet.