Derzeit steigen in Deutschland bei Babys und Kleinkindern die Infektionen mit dem RV-Virus. In einigen Regionen gebe es in bereits keine freien Betten in Kinderkliniken mehr. Die Experten vom Robert-Koch-Institut rechnen in den kommenden Wochen mit weiter steigenden Fallzahlen. Symptome, Behandlung, Ansteckung - Hier gibt es alle Infos zum RS-Virus.

Was ist das RS-Virus?

Die Abkürzung RS-Virus oder RSV steht für Respiratorischen Synzytial-Virus. Das RS-Virus kann Atemwegserkrankungen hervorrufen. Laut RKI verlaufen RSV-Erkrankungen meist harmlos, aber gerade bei Säuglingen und Kleinkindern kann das Virus auch für lebensbedrohliche Zustände sorgen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) weist darauf hin, dass fast jedes Kind in den ersten zwei Jahren eine Infektion mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus durchmacht. Aufpassen müssen aber vor allem die Eltern von Säuglingen mit chronischen Erkrankungen. Laut dem BVKJ kann eine RSV-Infektion zu einer Bronchiolitis führen, einer Entzündung der kleinen Bronchien. Die Schleimhäute schwellen dann an, außerdem bildet sich Schleim, der dem Kind das Atmen schwer macht. Eine RSV-Infektion kann auch zu einer Lungenentzündung führen.

Welche Symptome ruft das RS-Virus hervor?

„Wenn ein kleines Kind offensichtlich Schwierigkeiten beim Atmen hat, schnell atmet und insbesondere beim Ausatmen giemende Atemgeräusche hat, sind das Alarmsignale“, sagt der Kinderarzt Ulrich Fegeler vom BVKJ. Giemen heißt: Beim Atmen zeigt sich ein pfeifendes, knisterndes oder zischendes Geräusch.
Neben Fieber und Husten ist laut dem Kinderarzt ein weiteres Anzeichen, wenn das Kind müder wirkt, als man es sonst kennt. Auch Probleme beim Füttern sollten Eltern ernstnehmen. So kann es laut Robert Koch-Institut sein, dass das Kind Nahrung oder Trinken verweigert oder erbricht.

Wie geschieht die Übertragung mit RSV?

Laut Robert-Koch-Institut erfolgt die Übertragung des RS-Virus vor allem durch Tröpfcheninfektion. Die Experten nehmen an, dass auch eine Übertragung indirekt über kontaminierte Hände, Gegenstände und Oberflächen möglich ist. Das RS-Virus kann nämlich 20 Minuten bis mehrere Stunden auf unterschiedlichen Oberflächen überleben.

Wie lang ist die Inkubationszeit beim RS-Virus?

Im Durchschnitt beträgt die Inkubationszeit beim RS-Virus fünf Tage. Minimal kann sie aber auch bei zwei Tagen liegen, maximal bei acht Tagen.

Wie sieht die Behandlung bei RSV aus?

Laut RKI gibt es keine direkte Behandlung bei Erkrankung durch das RS-Virus. Die Therapie zielt auf die Symptome der Erkrankung ab. Sie besteht beispielsweise aus einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr bis hin zu einer Atemunterstützung oder Beatmung.

Gibt es eine Impfung gegen RSV?

Nach Auskunft des Robert-Koch-Institutes gibt es aktuell keine zugelassene Impfung gegen das RS-Virus.

Welche Regionen sind derzeit besonders von RSV betroffen?

In mehreren Bundesländern, darunter Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, gebe es aktuell kaum ein freies Kinderbett in Kliniken mehr, sagte Florian Hoffmann, Generalsekretär der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und Oberarzt im Dr. von Haunerschen Kinderspital in München. Er sprach von „Katastrophenzuständen“ - Familien mit kranken Kindern müssten teils in der Notaufnahme auf einer Pritsche schlafen. Das sei für Deutschland ein Armutszeugnis.
(mit Material von dpa)