RSV-Infektion: Welche Symptome treten auf?

Die Symptome einer RSV-Infektion lassen sich nicht immer eindeutig zuordnen.
Philip Dulian/dpaEine Infektion mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) kann sehr unterschiedlich verlaufen. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) reicht das Spektrum von leichten Atemwegsinfektionen bis hin zu schweren Erkrankungen der unteren Atemwege, die im Einzelfall sogar eine Beatmung erforderlich machen können. Auch das Robert Koch-Institut (RKI) beschreibt RSV als Auslöser akuter Atemwegsinfektionen, die sich von anderen Erkältungs- oder Atemwegsinfekten klinisch oft nicht eindeutig unterscheiden lassen.
Diese Symptome treten bei RSV auf
Typisch ist zunächst ein Beginn wie bei einer Infektion der oberen Atemwege. Laut RKI startet der Krankheitsverlauf in der Regel mit Schnupfen und Husten. Das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG) ergänzt, dass anfangs auch trockener Husten und eventuell Halsschmerzen auftreten können; häufig kommt Fieber hinzu. Im weiteren Verlauf kann die Infektion auf die unteren Atemwege übergreifen. Nach Darstellung des BIÖG wird der Husten dann oft stärker und kann schleimhaltig werden; Atemnot kann hinzukommen. Das RKI weist ebenfalls darauf hin, dass sich aus den anfänglichen Beschwerden Symptome einer Infektion der unteren Atemwege entwickeln können.
Schwere Verläufe bei Kleinkindern wahrscheinlicher
Besonders bei Säuglingen und sehr kleinen Kindern kann RSV schwer verlaufen. Laut RKI kann sich die Erkrankung bei Säuglingen als Bronchiolitis, also als Entzündung der feinen Atemwegsäste in der Lunge, manifestieren. Genannt werden dabei unter anderem schnelles und angestrengtes Atmen, Kraftlosigkeit oder Trinkschwäche. Das BIÖG beschreibt als mögliche Anzeichen bei Säuglingen in den ersten Lebensmonaten einen deutlich beeinträchtigten Allgemeinzustand, Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme, eine beschleunigte Atmung sowie Husten und Atemnot; bei Frühgeborenen können nach Angaben des BIÖG auch Atemaussetzer (Apnoen) auftreten. Das BMG nennt zusätzlich mögliche Komplikationen im Säuglingsalter, darunter Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen oder eine gleichzeitige Entzündung von Luftröhre und Bronchien (Tracheobronchitis). Außerdem betont das BMG, dass die große Mehrheit schwerer RSV-Erkrankungen bei zuvor gesunden Säuglingen auftritt.
Bei Erwachsenen oft milder Verlauf
Bei älteren Kindern und gesunden Erwachsenen verläuft RSV häufig milder. Laut RKI bleiben die Beschwerden in diesen Gruppen oft auf Symptome der oberen Atemwege beschränkt, die sich klinisch nicht sicher von anderen Atemwegsinfektionen abgrenzen lassen. Nach Angaben des BMG treten bei Erwachsenen häufig Erkältungssymptome wie Schnupfen und Husten auf, dazu allgemeines Krankheitsgefühl, Kurzatmigkeit und Fieber. Das BIÖG beschreibt zudem, dass RSV-Infektionen bei Erwachsenen teils auch ohne Krankheitszeichen oder nur mit leichten Erkältungszeichen verlaufen können. Gleichzeitig weisen RKI, BMG und BIÖG darauf hin, dass es bei älteren Menschen und bei Personen mit bestimmten Vorerkrankungen zu schweren Verläufen kommen kann; als mögliche Komplikation wird zum Beispiel eine Lungenentzündung genannt.
Wie lange dauert eine RSV-Infektion?
Nach Darstellung des BIÖG dauert die Erkrankung meist bis zu ein oder zwei Wochen, wobei der Husten vier Wochen und länger anhalten kann. Zudem kann laut BIÖG nach überstandener Infektion eine länger anhaltende Überempfindlichkeit der Bronchien auf Umweltreize zurückbleiben. Für die Zeit bis zum Krankheitsbeginn nennt das BIÖG als Inkubationszeit zwei bis acht Tage, im Durchschnitt etwa fünf Tage.
Wann sollte man zum Arzt?
Das RKI betont, dass bei Verdacht auf Atemnot beziehungsweise bei schneller, erschwerter oder unregelmäßiger Atmung oder deutlich verminderter Flüssigkeitsaufnahme ärztliche Hilfe eingeholt werden sollte. Das BMG schreibt, dass bei einer Verschlechterung der Symptome oder bei Atemnot ärztliche Hilfe gesucht werden sollte, um individuelle Maßnahmen einzuleiten. Das BIÖG weist darauf hin, dass sich Beschwerden bei RSV rasch verändern können, und nennt Atembeschwerden, verminderte Flüssigkeitsaufnahme oder eine Verschlechterung der Krankheitszeichen als Gründe, medizinische Unterstützung in Anspruch zu nehmen; bei Kindern mit Vorerkrankungen und Frühgeborenen sollten nach Angaben von RKI und BIÖG bereits frühe Warnzeichen wie Husten und Fieber ärztlich abgeklärt werden.
