Rocker-Club verboten: 1200 Polizisten bei Razzia gegen Hells Angels im Einsatz

Polizisten sind bei einer Razzia in Hagen im Einsatz. Mit einer großangelegten Razzia geht die Polizei in Nordrhein-Westfalen gegen die Rockergruppe Hells Angels vor. 1200 Beamte seien in 28 Städten im Einsatz, erklärte das Innenministerium in Düsseldorf.
Alex Talash/dpa- Große Razzia in NRW gegen Hells Angels: 1200 Beamte durchsuchen über 50 Objekte.
- Start war um 4 Uhr, Einsätze in 28 Städten, auch Spezialeinheiten sind beteiligt.
- Innenministerium verbot den „Hells Angels Motorcycle Club Leverkusen“ zuvor.
- Ermittlungen laufen wegen Verdachts auf kriminelle Vereinigung und zur Sicherung von Vermögen.
- In NRW gibt es 29 Chapter mit 469 Mitgliedern – frühere Ableger wurden bereits verboten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit einer großangelegten Razzia geht die Polizei in Nordrhein-Westfalen gegen die Rockergruppe Hells Angels vor. 1200 Beamte seien in 28 Städten im Einsatz, erklärte das Innenministerium in Düsseldorf. Zuvor hatte die Behörde den Verein „Hells Angels Motorcycle Club Leverkusen“ verboten.
Es handelt sich laut Ministerium um einen der größten Einsätze zur Bekämpfung der Rockerkriminalität in der Geschichte des Landes. Demnach werden seit den frühen Morgenstunden mehr als 50 Objekte durchsucht. Auch Spezialeinsatzkräfte sind im Einsatz.

Polizeibeamte durchsuchen ein Vereinsheim der Hells Angels in Hilden.
Christoph Reichwein/dpaFederführend sind die Polizei Düsseldorf und die Spezial-Staatsanwaltschaft der Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten (ZeOS NRW). Es geht bei dem Ermittlungsverfahren unter anderem um den Verdacht der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.
Razzien gegen Hells Angels ab 4 Uhr
Die Durchsuchungen begannen um 4 Uhr und dauerten zunächst an. Razzien gibt es in Wohnungen und Geschäftsräumen von Vereinsmitgliedern und Unterstützern unter anderem in den folgenden Städten:
- Leverkusen,
- Köln,
- Langenfeld,
- Monheim,
- Solingen,
- Dortmund,
- Oberhausen,
- Ahaus,
- Velbert,
- Duisburg,
- Bergheim,
- Gummersbach,
- Kempen,
- Herne,
- Voerde,
- Bielefeld,
- Bochum,
- Dinslaken,
- Lünen
- und Marienheide.
In Hilden wurde ein Vereinsheim der Hells Angels durchsucht. Vor Ort waren vermummte und bewaffnete Polizisten zu sehen. Neben der Suche nach Beweisen geht es der Polizei bei der großangelegten Aktion auch um die Sicherung von Vermögenswerten. Bei einer früheren Razzia gegen die Rocker waren unter anderem Motorräder und Bargeld beschlagnahmt worden.
Hells Angels sind größter Rocker-Club in NRW
In NRW waren in den vergangenen Jahren bereits andere Hells Angels-Ableger (Chapter) verboten worden. Zuletzt hatte Innenminister Herbert Reul (CDU) 2017 den Verein „Hells Angels MC Concrete City“ verboten und aufgelöst. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster hatte das Verbot vier Jahre später bestätigt.

Polizeibeamte durchsuchen das Vereinsheim der Hells Angels in Hilden. (zu dpa: «1.200 Polizisten bei Razzia gegen «Hells Angels» im Einsatz»)
Christoph Reichwein/dpaWie die „Neue Westfälische“ vor wenigen Tagen mit Bezug auf das Landeskriminalamt (LKA) berichtete, hatten die „Hells Angels“ zuletzt 29 Chapter in NRW. Mit 469 Mitgliedern sei der Club zuletzt stark gewachsen – unter anderem durch Überläufer der verfeindeten „Bandidos“. Damit waren die Hells Angels personell bislang die größte Rockergruppe in NRW – vor den „Freeway Riders“ mit 403 Mitgliedern in 37 Chaptern.

Polizeibeamte durchsuchen das Vereinsheim der Hells Angels in Hilden.
Christoph Reichwein/dpa