Rekordauktion in New York: Gustav Klimts „Bildnis Elisabeth Lederer“ erzielt 204 Millionen Euro

Das Gemälde „Bildnis Elisabeth Lederer“ des österreichischen Malers Gustav Klimt (1862-1918) ist in New York für 236,4 Millionen Dollar (etwa 204 Millionen Euro) versteigert worden - und damit zum zweitteuersten je bei einer Auktion verkauften Werk der Kunstgeschichte geworden.
picture alliance/dpa/Sotheby'sGustav Klimts „Bildnis Elisabeth Lederer“ hat in New York für sensationelle 236,4 Millionen US-Dollar (umgerechnet 204 Millionen Euro) den Besitzer gewechselt. Damit ist es das zweitteuerste jemals versteigerte Gemälde der Welt – nach Leonardo da Vincis „Salvator Mundi“. Die Auktion bei Sotheby’s löste einen intensiven Bieterwettstreit aus, bei dem der Preis die Erwartungen weit übertraf.
Das Gemälde und seine Entstehung
Das Porträt entstand zwischen 1914 und 1916 und zeigt Elisabeth Lederer, die Tochter des jüdischen Industriellen August Lederer, in einem weißen chinesischen Kleid mit Chiffonschal. Klimt hatte bereits 15 Jahre zuvor Elisabeths Mutter Serena Lederer porträtiert – das Bild befindet sich heute im Metropolitan Museum in New York.
Der Hintergrund des Werkes ist möglicherweise nicht vollständig fertiggestellt und zeigt stilisierte chinesische Figuren.
Rekordauktion in New York
Das 180 × 128 Zentimeter große Werk wurde im Rahmen einer Auktion in Manhattan versteigert. Sechs Bieter lieferten sich einen intensiven 20-minütigen Wettstreit, wobei der Endpreis weit über den Erwartungen von Sotheby’s von rund 130 Millionen Euro lag. Zuvor lag der Rekord für ein Klimt-Gemälde bei „Dame mit Fächer“ aus dem Jahr 2023 mit knapp 100 Millionen Euro.
Mit dem Verkauf erzielte Klimt nun mehr als das Doppelte des bisherigen Rekordpreises. Die Auktion fand in einem schwierigen Jahr für den Kunstmarkt statt: Laut Artprice-Bericht sanken die weltweiten Einnahmen aus Auktionen 2024 um 33,5 Prozent auf 9,9 Milliarden Dollar – der niedrigste Stand seit 2009.
Die dramatische Geschichte hinter dem Porträt
Das „Bildnis Elisabeth Lederer“ hing 40 Jahre lang im Apartment des New Yorker Kosmetikmagnaten Leonard A. Lauder. Serena Lederer hatte das Porträt ihrer Tochter 1914 in Auftrag gegeben. Während der Entstehung änderte Klimt mehrfach sein Konzept, was Elisabeth Lederer später in einem unveröffentlichten Manuskript als „mit Gewalt aufs Auto geladen und entführt“ beschrieb.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Porträt von den Nazis geplündert, entging jedoch den Flammen des Schlosses Immendorf, in dem der Großteil der Lederer-Sammlung zerstört wurde.
Platz 2 der teuersten Kunstwerke der Welt
Mit 204 Millionen Euro liegt das Gemälde nun auf Platz zwei der teuersten jemals versteigerten Werke – nach Leonardo da Vincis „Salvator Mundi“ (2017, 389 Millionen Euro) und vor Andy Warhols Marilyn Monroe-Porträt (2022, 195 Millionen Dollar).
Gustav Klimts „Bildnis Elisabeth Lederer“ ist nicht nur ein Meisterwerk des Wiener Jugendstils, sondern auch ein Symbol für die faszinierende Geschichte der Kunstwelt. Der Rekordpreis unterstreicht die Bedeutung von Klimts Werken auf dem globalen Kunstmarkt und die anhaltende Faszination für seine einzigartigen Porträts.

