Reisehinweis Türkei
: Davor warnt das Auswärtige Amt im Türkei-Urlaub

Das Auswärtige Amt warnt vor bestimmten Dingen, die Reisende in der Türkei besser unterlassen sollten. Auch beliebte Urlaubsaktivitäten gehören dazu.
Von
Nicole Züge
Berlin
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ARCHIV - Die Hagia Sopia in Istanbul (Tuerkei), aufgenommen am 05.12.2012 kurz nach Sonnenaufgang. Die Hagia-Sopia war eine byzantinische Kirche, später eine Moschee und beherbergt heute ein Museum, das Hagia-Sophia-Moschee-Museum. (zu dpa «Veranstalter: Türkei-Touristen unbeeindruckt von Gabriels Warnung» vom 20.08.2017) Foto: Marius Becker/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Hagia Sophia in Istanbul ist ein beliebtes Touristenziel. Der Run auf Türkeireisen ist ungebrochen, allerdings gibt es immer wieder Reisewarnungen und Sicherheitshinweise. Was man im Türkei-Urlaub besser nicht tun sollte, im Überblick.

Marius Becker/dpa

Die Türkei zählt zu den beliebtesten Reisezielen deutscher Urlauber – mit Sonne, Kultur und Traumstränden in Städten wie Istanbul, Ankara oder entlang der Riviera. Doch nicht alles, was im Urlaub harmlos erscheint, ist in der Türkei auch erlaubt oder ungefährlich. Das Auswärtige Amt warnt in seinen Reisehinweisen für das Land vor bestimmten Verhaltensweisen und Aktivitäten, die Touristen besser vermeiden sollten.

Türkei: Reisewarnung für bestimmte Regionen

Im unmittelbaren Grenzgebiet der Türkei zu Syrien (hauptsächlich in den Provinzen Şanlıurfa und Mardin) und zu Irak bestehen laut Auswärtigem Amt Gefahren durch angrenzende Auseinandersetzungen. Von Reisen in die Provinzen Sırnak und Hakkâri wird dringend abgeraten. 

Reisehinweise für die Türkei: Das sollten Touristen vermeiden

Ein Punkt, vor dem das Auswärtige Amt immer wieder warnt, ist der Kauf und Verzehr von gepanschtem Alkohol. Berichten nach kam es in der Vergangenheit bereits zu schweren Methanolvergiftungen nach dem Verzehr alkoholischer Getränke. Auch die Touristenhochburgen Ankara und Istanbul sind betroffen. Reisende sollen Alkohol ausschließlich in lizenzierten Fachgeschäften kaufen, auf ungeöffnete Originalverpackungen und offizielle Lizenzierung (unbeschädigte, blau-türkisfarbene Banderole Sicherheitsbanderole, TAPDK-Logo auf dem Flaschendeckel) achten und bei einer schlechten Druckqualität (z.B. auf der Banderole) bzw. falscher Schreibweise besser verzichten. Auch selbst gebrannten Alkohol soll man vermeiden.

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist Methanol geruchs- und geschmacksneutral. Man merkt also beim Trinken nicht, dass etwas nicht stimmt. Erst, wenn Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel eintreten, es zu Sehstörungen, Bewusstlosigkeit und Muskelkrämpfen kommt, fällt die Vergiftung auf. Erste Vergiftungserscheinungen können bereits nach einigen Stunden, durchschnittlich jedoch nach 24 Stunden auftreten.

Türkei-Urlaub: Vorsicht bei Jeep-Safaris

Das Auswärtige Amt warnt vor Sicherheitsrisiken bei Jeep-Safaris in der Türkei: Die eingesetzten Fahrzeuge entsprechen nicht immer europäischen Standards, und gerade bei Touren, bei denen Urlauber und Urlauberinnen selbst am Steuer sitzen, ist besondere Vorsicht geboten. Sowohl die Fahrzeugtechnik als auch das teils unwegsame Gelände sind für Ungeübte oft schwer beherrschbar. Kommt es zu einem Unfall, haften Reiseveranstalter in vielen Fällen nicht. Zudem droht – unabhängig von der Schuldfrage – eine Ausreisesperre, bis der Vorfall vor einem türkischen Gericht geklärt ist.

Drogen: Darf man CBD oder medizinisches Cannabis in die Türkei mitnehmen?

Ganz klar: Nein! In der Türkei werden Drogendelikte besonders hart bestraft: 10 bis 20 Jahre Gefängnis stehen auf die Einfuhr, 6 bis 12 Jahre auf die Ausfuhr von Drogen. Auch der Gebrauch von Cannabis ist in der Türkei sowie im Transitbereich türkischer Flughäfen weiterhin verboten. Das Verbot gilt ebenfalls für die Ein- und Ausfuhr von medizinischem Cannabis oder CBD-Produkten.

Fotografieren im Türkei-Urlaub: das ist erlaubt, das verboten

Das harmlose Foto am Strand oder vor einer Sehenswürdigkeit ist natürlich auch in der Türkei erlaubt. Vorsichtig sollten Reisende bei militärischen Einrichtungen, Grenzanlagen und Angehörigen der Sicherheitskräfte sein. Hier sind Fotos nicht gestattet. Auch an bestimmten Orten wie Friedhöfen, religiösen Stätten oder privaten Anwesen kann das Fotografieren „zu negativen Reaktionen bei Bevölkerung und Sicherheitskräften führen“, heißt es beim Auswärtigen Amt.

Autofahren und Camping in der Türkei

Die Promillegrenze beträgt in der Türkei 0,5. Wer mit Anhängern unterwegs ist, muss komplett nüchtern sein. Empfohlen wird, Autofahrten nach Einbruch der Dunkelheit, auch auf größeren Verbindungsstraßen, möglichst zu vermeiden, da die Straßen oft nicht ausreichend beleuchtet sind und das Autofahren daher mit erhöhten Gefahren verbunden ist. Unbewachte Parkplätze oder Campingplätze stellen laut Auswärtigem Amt ebenfalls ein Risiko für Reisende dar. Übrigens: Die Einfuhr von Messern und anderen Schneidwerkzeugen, also auch Campingmessern, ist nicht erlaubt.

Taxifahren in der Türkei

Empfehlenswert ist es laut der Reiseempfehlungen, bei Taxifahrten auf das Einschalten des Taxameters zu beharren. In Istanbul ist es darüber hinaus ratsam, vorab den Fahrpreis zu verhandeln.

Likes und Kommentare in den sozialen Medien

Das Auswärtige Amt informiert Türkeireisende darüber, dass es aufgrund des sehr weit gefassten Terrorismusbegriffs in der Türkei zu Problemen bei der Aus- oder Einreise kommen kann. Was in Deutschland vom Grundrecht der freien Meinungsäußerung gedeckt ist, kann in der Türkei unter Umständen für eine Strafverfolgung ausreichen. Das gilt für kritische Äußerungen, das Teilen, Kommentieren oder „Liken“ von fremden Beiträgen in sozialen Medien oder die Teilnahme an Demonstrationen. Betroffen seien „insbesondere, aber nicht ausschließlich deutsche Staatsangehörige mit privaten und persönlichen Bindungen in die Türkei“ sowie Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft.

Türkeireisen während des Ramadan: Tipps für Individualreisende

Während des Ramadan kann es außerhalb Touristengebiete Einschränkungen geben, vor allem was das Essen, Trinken und Rauchen betrifft. Gegebenenfalls werden diese Dinge nicht geduldet.

Shopping in der Türkei

Das eine oder andere Souvenir ist natürlich erlaubt, allerdings sollten Reisende vorsichtig bei sogenannten „Kultur- und Naturgütern“ sein, worunter beispielsweise auch Antiquitäten, Fossilien oder alte Münzen gefasst werden. Sogar zunächst harmlos wirkende, dekorative bzw. speziell bearbeitete Steine können zum Problem werden. Darum sollte man alles, was „alt“ aussieht sowie Münzen, Steine, Fossilien und andere Antiquitäten auf keinen Fall kaufen. Auf die Ausfuhr solcher Güter stehen Gefängnisstrafen von bis zu 10 Jahren.

Ausweisdokumente für die Einreise in die Türkei

Die Einreise in die Türkei ist mit Reisepass (auch vorläufigem), Kinderreisepass sowie Personalausweis möglich. Nicht empfohlen wird die Einreise mit einem vorläufigen Personalausweis. Ein Reisepass sollte noch über mindestens eine leere Seite verfügen.