Mit einer Razzia ist die Kölner Polizei am Mittwoch, 05.10.2022, gegen Tatverdächtige vorgegangen, die an den schweren Fußballkrawallen von Nizza beteiligt gewesen sein sollen. Dazu wurden Wohnungen und Häuser von 16 mutmaßlichen Tatbeteiligten in Köln und weiteren nordrhein-westfälischen Städten durchsucht. Die Maßnahmen standen im Zusammenhang mit den Krawallen beim Fußballspiel zwischen OGC Nizza und dem Bundesligisten 1. FC Köln und wurden von der Polizei bewusst vor der Spiel gegen Partizan Belgrad unternommen.

16 Tatverdächtige identifiziert – Polizei beschlagnahmt Schlagstöcke

Gegen fünf Tatverdächtige seien Haftbefehle erwirkt worden, sagte Kriminaldirektor Michael Esser. Bei den restlichen Verdächtigen bestehe der Anfangsverdacht einer Straftat. Die Polizei beschlagnahmte bei den Durchsuchungen etliche Beweismittel - darunter auch Schlagstöcke und Handys der Verdächtigen. Davon erwartet sich die Polizei nun Hinweise auf weitere Täter. "Es soll nicht bei diesen 16 bleiben", sagte Esser weiter.
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Alle Täter in der Datei "Gewalttäter Sport" erfasst

Drei der mutmaßlichen Täter sind den Angaben zufolge als Intensivtäter bekannt. Zudem sind alle Verdächtigen in der Datei "Gewalttäter Sport" eingetragen. Dabei handelt es sich um eine Verbunddatei der Polizeien der Länder sowie der Bundespolizei. Die Verdächtigen traten demnach bereits mehrfach bei Gewaltstraftaten im Sport in Erscheinung. 15 Verdächtige sind nach Behördenangaben Ultragruppierungen oder der Hooliganszene zuzuordnen. Von den Verdächtigen wohnen 13 im Kölner Stadtgebiet. Daneben durchsuchte die Polizei Wohnungen in Hürth, Pulheim und Bergisch Gladbach. Am 8. September gab es in Nizza Auseinandersetzungen im Stadion und im Umfeld, mehrere Menschen wurden verletzt.
Sichergestellte Gegenstände nach den Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit den Ausschreitungen beim Conference-League-Spiel des 1. FC Köln in Nizza.
Sichergestellte Gegenstände nach den Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit den Ausschreitungen beim Conference-League-Spiel des 1. FC Köln in Nizza.
© Foto: homas Banneyer/dpa

Drohen beim Spiel gegen Partizan Belgrad erneut Randale?

Der NRW-Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Michael Mertens, sprach nach dem Schlag gegen die Hooligans von einem "starken Zeichen des Rechtsstaates". Mertens kündigte rund um die sportlich wegweisende Begegnung gegen Belgrad eine verstärkte Präsenz an: "Es gilt als brisant. Fans sind willkommen, Straftäter haben im Stadion nichts zu suchen." Aus Belgrad werden 700 Anhänger erwartet, bis zu 150 werden als gewaltbereit eingeschätzt.

1. FC Köln spricht Stadionverbote aus

Der 1. FC Köln verzichtet mangels Erfolgsaussichten auf den Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas und akzeptiert damit das UEFA-Urteil nach den Ausschreitungen von Nizza. Nach einer intensiven Prüfung der Urteilsbegründung und Abwägung der Perspektiven bestanden laut Verein „sowohl aus (verbands-)rechtlicher als auch aus zeitlicher Hinsicht keine hinreichenden Erfolgsaussichten gegen das Urteil der UEFA vorzugehen“. Die Kölner waren außer zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro auch zum Fan-Ausschluss bei den nächsten beiden Auswärtsspielen verurteilt worden. Derweil hat der Verein bereits erste Stadionverbote im Zuge der Randale vor dem ersten Gruppenspiel der Conference League bei OGC Nizza ausgesprochen.