Angriff auf ghanaische Mädchen: Manuela Schwesig: "Ich bin entsetzt"

Manuela Schwesig äußert sich auf X (früher Twitter) zu dem Angriff auf zwei Mädchen aus Ghana in Grevesmühlen.
Hannes P Albert/dpaIn Grevesmühlen in Mecklenburg–Vorpommern haben Jugendliche eine Familie mutmaßlich aus rassistischen Gründen angegriffen. Zwei Mädchen im Alter von acht und zehn Jahren, deren Familie aus Ghana stammt, seien am Freitagabend (14.06.) aus einer Gruppe von rund 20 Menschen heraus attackiert worden, erklärte die Polizei. Einer der Angreifer soll dem achtjährigen Mädchen dabei ins Gesicht getreten und es leicht verletzt haben.
Als die Eltern der Kinder hinzugekommen seien, hätten bis zu acht Menschen auch diese angegriffen und dabei den Vater leicht verletzt. Noch nach Eintreffen der Polizei sei die Familie aus der Gruppe heraus rassistisch beleidigt worden. Das achtjährige Mädchen und der Vater wurden mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.
Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung
Wegen des Angriffs ermittelt die Polizei wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Volksverhetzung und Beleidigung. „Nach ersten Erkenntnissen handele es sich bei den mutmaßlichen Tätern ausschließlich um Jugendliche und Heranwachsende“, erklärten die Behörden.
Die Landesintegrationsbeauftragte von Mecklenburg–Vorpommern, Jana Michael, sprach von einer „abscheulichen und schockierenden Tat“. Sie rief die Jugendlichen in der Gruppe auf, „die Täter zu benennen und nicht aus Gruppendruck zu schweigen“. Wer als Zeuge schweige, „macht sich mitschuldig und verhindert die Aufklärung dieser widerlichen Gewalt an Kindern.“
Wie die Deutsche Presseagentur am Sonntag berichtet, geht die Polizei nach dem mutmaßlich rassistischen Angriff nun diversen Hinweisen nach.
Darunter seien auch Hinweise auf Menschen, die möglicherweise an der Tat beteiligt waren, sagte ein Sprecher der Leitstelle des Polizeipräsidiums Rostock der Deutschen Presse–Agentur. Die Ermittlungen in dem Fall seien aber sehr umfangreich und würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Es habe zudem Hinweise gegeben, dass auf dem Stadtfest in Grevesmühlen (13. bis 16. Juni) rassistische Parolen zur Melodie von Gigi D'Agostino gesungen worden sein sollen.
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zeigt sich entsetzt
Mecklenburg–Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat sich entsetzt über den mutmaßlich rassistischen Angriff auf zwei ghanaische Kinder in Grevesmühlen gezeigt. „Das verletzte Mädchen ist 8 Jahre — so jung wie meine Tochter. Wir dürfen nicht zulassen, dass Hass & Hetze unsere Gesellschaft vergiften und Gewalt unsere Kinder bedroht“, schrieb Schwesig am Samstagabend auf der Plattform X.