Randale nach SSV-Spiel: Magdeburg-Fans randalieren an Autobahnrasthof nach Niederlage in Ulm

Die Magdeburger Fans im Gästeblock des Donaustadions. Auf dem Heimweg sollen sich mehrere Anhänger des Vereins auf einem fränkischen Rasthof danebenbenommen haben.
Samuel Tschaffon- Magdeburg-Fans randalieren nach Niederlage gegen SSV Ulm an Rasthof.
- Über 20 Tatverdächtige und 229 Personalien festgestellt.
- Angegriffene Tankstellen-Mitarbeiterin, gestohlene Ware im Wert von 500 Euro.
- Polizeifahrzeuge beschädigt, Notfall während des Einsatzes.
- Polizei begleitet Busse bis zur bayerischen Landesgrenze.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dass einzelne Anhänger von Fußballvereinen sich bei der An- oder Abreise ihrer Vereine danebenbenehmen, kommt öfter vor. Nicht alle Fans bleiben friedlich, auch Spatzen-Anhänger gerieten schon das ein oder andere Mal ins Visier der Polizei. Doch was sich Magdeburg-Fans auf der Heimreise aus Ulm geleistet haben sollen, ist dann doch außergewöhnlich.
Ob es die 0:1-Pleite gegen den SSV Ulm 1846 Fußball war oder der Alkohol oder einfach nur eine schlechte Kinderstube: Jedenfalls sorgten hunderte Anhänger an einem Rastplatz in Franken für einen Großeinsatz der Polizei. Eins vorweg, um nicht alle Fans über einen Kamm zu scheren: Es gab auch Fans, denen das Ganze offensichtlich gegen den Strich ging und die die Polizei unterstützten.
Tankstellen-Mitarbeiterin angegriffen und bespuckt
Doch von vorne: Mehrere Busse mit Fans des 1. FC Magdeburg machten auf dem Rückweg aus dem Ulmer Donaustadion am Autobahnrasthof Schnaittach nahe Nürnberg halt. Die Fans drängten aus den Bussen in den Verkaufsraum und in die Toiletten. So weit, so normal. Doch im Inneren des Rasthofs bemerkten Mitarbeiter, dass sich einige Fans nicht normal verhielten: Sie klauten, unter anderem E-Zigaretten.
Laut Polizei griff eine Mitarbeiterin der Tankstelle ein. Als sie die Kennzeichen der Busse fotografieren wollte, wurde sie angegriffen. Laut Polizei beleidigten sie mehrere unbekannte Männer, einer soll ihr ins Gesicht gespuckt haben.
Daraufhin wurde die Polizei verständigt, die später auch die Bereitschaftspolizei alarmierte. Noch bevor die Beamten eintrafen, übergaben die Fans einen Beutel mit zahlreichen gestohlenen Gegenständen an die Tankstellenmitarbeiter. Bei einer späteren Durchsuchung der Busse wurde dennoch weiteres Diebesgut gefunden.
229 Personalien festgestellt
Die Polizei stellte vor Ort die Personalien von 229 Personen fest, ein Beschuldigter, dem Körperverletzung vorgeworfen wird, wurde erkennungsdienstlich behandelt. Zudem wurden Ermittlungsverfahren wegen der Diebstähle mit einem Gesamtwert von 500 Euro eingeleitet. Derzeit geht die Polizei hier von etwa 20 noch unbekannten Tatverdächtigen aus.
Während des Einsatzes kam es darüber hinaus zu einem Notfall. Ein Mann aus den Bussen erlitt einen Krampfanfall. Ein Rettungshubschrauber brachte einen Notarzt zum Autohof, der Mann wurde mit einem Krankenwagen in ein Krankenhaus gebracht.
Gegen Polizeiauto gepinkelt und Ventile abgedreht
Der Einsatz hinterließ auch bei der Polizei Spuren, die erst zum Ende des Einsatzes bemerkt wurden. Mehrere Polizeifahrzeuge wurden von Unbekannten beschädigt. Unter anderem brachen sie nach Polizeiangaben Teile der Fahrzeuge ab, verkratzten sie, drehten Reifenventile ab und spucken und urinierten auf die Fahrzeuge. Auch dazu wird ermittelt. Zum Sachschaden gab es zunächst keine Schätzung.
Knapp sechs Stunden nach Beginn der Vorfälle wurden die Maßnahmen an der Tankstelle beendet. Die Polizei begleitete die Busse aber noch bis zur bayerischen Landesgrenze.
mit Material von dpa

