Ralf Richter (†69): Spendenaktion für Beerdigung gestoppt
Der Schauspieler Ralf Richter starb im Alter von 69 Jahren in Köln.
Bernd Thissen/dpaDie Spendenaktion für die Beerdigung des verstorbenen Schauspielers Ralf Richter ist bereits nach kurzer Zeit beendet worden. Innerhalb von nicht einmal 24 Stunden kamen mehr als 21.000 Euro zusammen. Richters Sohn Maxwell erklärte nun, warum keine weiteren Spenden angenommen werden sollen.
Nach dem unerwarteten Tod von Ralf Richter hatte eine enge Freundin der Familie einen Spendenaufruf gestartet. Das Geld sollte dazu beitragen, die Kosten für die Beerdigung und eine angemessene Trauerfeier zu finanzieren. Ursprünglich lag das Spendenziel bei 8.000 Euro, später wurde es auf 10.000 Euro erhöht.
Die Resonanz fiel deutlich größer aus als erwartet: Bis Donnerstagnachmittag waren bereits mehr als 21.500 Euro zusammengekommen. Kurz darauf wurde die Aktion gestoppt. Auf der Spendenseite ist seitdem zu lesen, dass keine weiteren Beiträge angenommen werden.
Sohn Maxwell: „Mehr brauchen wir nicht“
Ralf Richters ältester Sohn Maxwell erklärte gegenüber t-online, dass die Familie von der großen Unterstützung überrascht worden sei. Er habe die Organisatorin schließlich gebeten, die Spendensammlung zu beenden.
Die bereits erreichte Summe sei mehr, als man erwartet habe. Die Familie wolle keinesfalls den Eindruck entstehen lassen, aus dem Tod des Schauspielers finanziellen Nutzen zu ziehen. Sollte nach Beerdigung und Trauerfeier Geld übrig bleiben, soll dieses nach Angaben von Maxwell Richter an Organisationen für obdachlose Menschen gehen.
Der Sohn des Schauspielers hatte dem Spendenaufruf zunächst mit Skepsis gegenübergestanden. Ihm sei bewusst gewesen, dass eine öffentliche Sammlung für die Familie eines bekannten Schauspielers Kritik hervorrufen könne.
Größere Trauerfeier für Ralf Richter geplant
Maxwell Richter betonte, dass es ihm vor allem darum gehe, seinem Vater einen angemessenen Abschied zu ermöglichen. Geplant sei keine luxuriöse Veranstaltung, sondern eine größere und pietätvolle Trauerfeier, die dem Lebenswerk des Schauspielers gerecht werde.
Konkrete Details zur Beisetzung stehen bislang noch nicht fest. Maxwell Richter äußerte jedoch den Wunsch, dass sein Vater in Bochum beigesetzt wird. Dies habe Ralf Richter selbst so gewollt.
Die Familie beteilige sich nach eigenen Angaben ebenfalls an den entstehenden Kosten. Maxwell Richter sagte, er stehe dazu im engen Austausch mit seiner Schwester. Man versuche, die finanzielle Unterstützung anderer nur in dem Umfang in Anspruch zu nehmen, in dem sie tatsächlich benötigt werde.
Kritik an Spendenaufruf sorgt für Diskussionen
Die Aktion hatte zuvor eine kontroverse Debatte ausgelöst. In sozialen Netzwerken stellten einige Nutzer infrage, weshalb die Angehörigen eines prominenten Schauspielers auf Spenden angewiesen seien. Andere verteidigten die Familie und verwiesen darauf, dass Bekanntheit nicht automatisch mit großem Vermögen verbunden sei.
Auch die Initiatorin der Spendenaktion reagierte auf die Kritik. Sie erklärte, dass sie die teils heftigen Spekulationen über die finanziellen Verhältnisse der Familie nicht nachvollziehen könne. Die tatsächliche wirtschaftliche Situation eines Menschen lasse sich von außen kaum beurteilen.
Ralf Richter gehörte über Jahrzehnte zu den bekanntesten deutschen Charakterdarstellern. Seinen Durchbruch hatte er 1981 mit Wolfgang Petersens „Das Boot“. Große Popularität erlangte er später unter anderem mit Filmen wie „Bang Boom Bang“. In den vergangenen Jahren war er weiterhin regelmäßig vor der Kamera zu sehen, häufig jedoch in kleineren Rollen.
Wie es um Richters finanzielle Verhältnisse zuletzt konkret bestellt war, ist öffentlich nicht bekannt. Mit dem vorzeitigen Ende der Spendenaktion will die Familie nun deutlich machen, dass die bereits eingegangene Unterstützung ausreicht.

