Quagga-Muschel im Bodensee
: Wie kann die Invasion noch gestoppt werden?

Der Vormarsch der Quagga-Muschel im Bodensee soll aufgehalten werden. Aber wie? Können Fische den Kampf gegen die invasive Art aufnehmen?
Von
Florian Huth
Langenargen
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Quellbecken von Quagga-Muscheln befreit: ARCHIV - 17.12.2024, Baden-Württemberg, Überlingen Am Bodensee: Bei einer Reinigung des Quellbeckens des Zweckverbands Wasserversorgung Bodensee werden die Quagga-Muscheln in Eimer geschaufelt, nachdem das Becken mit Hochdruckreinigern gesäubert wurde. Das Quellbecken wird mehrmals im Jahr gereinigt. (zu dpa: «Quagga-Muschel im Bodensee breitet sich weiter aus») Foto: Felix Kästle/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Quagga-Muscheln bevölkern seit 2016 den Bodensee.

Felix Kästle/dpa

Die invasive Quagga-Muschel breitet sich im Bodensee rasant aus. Am Grund bevölkert die eingeschleppte Muschel den See in 200 Metern Tiefe. 4000 Exemplare wurde aktuell pro Quadratmeter festgestellt. Die Muschel breitet sich so schnell aus, dass die Anrainerländer dringenden Handlungsbedarf sehen.

Wie kam die Quagga-Muschel in den Bodensee?

Die Quagga-Muschel sorgt für Ärger im Bodensee: Seit ihrer ersten Entdeckung im Jahr 2016 breitet sich die invasive Art rasant aus. Eingeschleppt wurde sie vermutlich schon vor etwa zehn Jahren – aus dem Schwarzmeerraum, per Schiff. Die kleinen, rund vier Zentimeter großen Muscheln haften sich an Bootsrümpfe und gelangen so in neue Gewässer. Laut der Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg siedeln sich mittlerweile schätzungsweise bis zu 4.000 Tiere pro Quadratmeter an. Genau das wird zum echten Problem.

Was ist das Problem mit Quagga-Muschel im Bodensee?

Die Quagga-Muschel bringt das Ökosystem des Bodensees ins Wanken: Sie filtert große Mengen Nährstoffe aus dem Wasser – mit Folgen für die gesamte Nahrungskette bis hin zu den Fischen, warnen Experten der Forschungsstelle.
Gleichzeitig verursachen die massenhaft auftretenden Muscheln handfeste technische Probleme: Sie setzen sich in Rohren und Leitungen fest, über die Millionen Menschen ihr Trinkwasser beziehen, und verstopfen diese.
Auch Schiffsanker und Bootsrümpfe bleiben nicht verschont und müssen regelmäßig gereinigt werden. Selbst an den Stränden zeigt sich die Plage – denn angespülte, scharfkantige Muschelschalen können für Badegäste zur schmerzhaften Gefahr werden.

Natürliche Fressfeinde sollen Quagga-Muschel bekämpfen

Jetzt sind die Wissenschaftler gefragt: Eine neue Studie soll klären, wie die Ausbreitung der Quagga-Muschel gestoppt werden kann. Beauftragt wurde das Forschungsprojekt von der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK), derzeit unter dem Vorsitz von Baden-Württemberg. „Sie sollen beispielsweise untersuchen, welche Fressfeinde der Quagga-Muschel uns helfen könnten und was man tun kann, um diese Fischarten zu stärken“, sagte der IBK-Vorsitzende Florian Hassler.

Rotaugen können die Muscheln knacken

Die Hoffnungsfische im Kampf gegen die Quagga-Muschel sind karpfenartige Fische und hier besonders die Rotaugen. Sie können die Muscheln knacken, wie es von der Fischereiforschungsstelle heißt. „Aktuell sind zu wenige Muschel-fressende Fische im See“, sagte Alexander Brinker, Leiter der Forschungsstelle in Langenargen. Warum das so ist und wie sich das ändern ließe, ist Teil der beginnenden Analysen.