Prozessauftakt
: Kochtopf als Waffe – 90-Jährige wegen Mordes vor Gericht

Ein Streit zwischen zwei Seniorinnen eskaliert, ein Kochtopf wird zur tödlichen Waffe. Jetzt muss sich die Angreiferin wegen Mordes vor dem Landgericht München verantworten.
Von
Anna Batscheider
München
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Auftakt Mordprozess gegen eine 90-Jährige: 17.04.2025, Bayern, München: Eine 90 Jahre alte Angeklagte wird von einer Polizistin in einem Rollstuhl in einen Sitzungssaal im Landgericht München I geschoben und hält sich einen Aktenordner vor das Gesicht. Im Landgericht München I findet der Auftakt zum Mordprozess gegen eine 90-Jährige, die ihre 77 Jahre alte Freundin mit verschiedenen Küchenutensilien umgebracht haben soll, statt. Die Frau ist wegen Mordes aus Heimtücke und niedriger Beweggründe angeklagt. Foto: Leonie Asendorpf/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Seit ihrer Festnahme sitzt die 90-jährige Frau in Untersuchungshaft.

Leonie Asendorpf/dpa
  • Prozess gegen 90-Jährige wegen Mordes in München gestartet
  • Angeklagte soll Freundin mit Kochtopf getötet haben
  • Opfer war 77 Jahre alt und half der Angeklagten beim Einkaufen
  • Streit eskalierte in der Küche, Staatsanwältin spricht von "unbändiger Wut"
  • Verteidiger bestreitet Mord, spricht von gegenseitigen Handgreiflichkeiten

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Prozess gegen eine 90-Jährige, die ihre langjährige Freundin vergangenes Jahr im Streit mit einem Kochtopf getötet haben soll, hat begonnen. Die Frau muss sich wegen Mordes vor dem Landgericht München verantworten. Seit ihrer Festnahme sitzt sie in Untersuchungshaft. Zum Prozessauftakt schwieg sie.

Ihre 77 Jahre alte Freundin half der körperlich beeinträchtigten Angeklagten unter anderem beim Einkaufen. Die Frauen kannten sich seit mehr als 40 Jahren, sahen sich fast täglich und hatten kaum noch andere Kontakte.

Zwei Tage später Polizei gerufen

Laut Anklagevorwurf kam es zum Streit, als die Frauen Einkäufe aufräumten. Die damals noch 89-Jährige habe ihre Freundin gebeten, nicht in die beengte Küche zu gehen. Diese habe sich dem aber widersetzt und in der Küche mehrere Dinge zu Boden gestoßen, sagte die Staatsanwältin Simona Müller.

Dadurch sei die Angeklagte laut Müller in „unbändige Wut“ geraten und habe beschlossen, die Freundin „als Bestrafung“ zu töten. Sie habe zu einem Kochtopf gegriffen und mit diesem auf ihre Freundin eingeschlagen, bis sie auf dem Küchenboden liegenblieb. Erst zwei Tage später rief die Angeklagte die Polizei und schilderte am Telefon den Ablauf des Streits.

Dem Verteidiger Johannes Makepeace zufolge, sei die Tat kein Mord gewesen. Es sei zu gegenseitigen Handgreiflichkeiten gekommen. Die Herausforderung in dem Prozess werde sein, den genauen Tathergang zu rekonstruieren.