Im Skandal um minderwertige Brustimplantate des französischen Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) will das Pariser Berufungsgericht am Donnerstag sein Urteil gegen den TÜV Rheinland bekanntgeben. Im Jahr 2013 hatte das Handelsgericht in Toulon in diesem Fall den TÜV Rheinland zu einer Entschädigung verurteilt, das Berufungsgericht in Aix-en-Provence hob diese Entscheidung 2015 auf. Nach weiteren juristischen Schritten landete der Fall schließlich vor dem Pariser Berufungsgericht. In diesem Verfahren haben rund 1700 Klägerinnen geklagt.
Gegen den TÜV Rheinland laufen in Frankreich mehrere Verfahren. Der inzwischen insolvente Hersteller PIP hatte jahrelang billiges Industriesilikon für seine Implantate verwendet. Die reißanfälligen Implantate könnten Schätzungen zufolge weltweit bei Hunderttausenden Frauen eingesetzt worden sein. Der TÜV Rheinland hatte das Qualitätssicherungsverfahren von PIP zertifiziert. In einem anderen Verfahren war der TÜV Rheinland zuletzt zur Zahlung von Schadenersatz in Millionenhöhe verurteilt worden.