Prozess um Brumadinho-Katastrophe: Rund 600 Millionen Euro Forderungen gegen TÜV Süd nach Dammbruch

Ein Haus liegt in Trümmern, nachdem ein Staudamm bei Brumadinho gebrochen ist.
Leo Drumond/Agencia Nitro/dpa- Zivilprozess gegen TÜV Süd zum Brumadinho-Dammbruch geht in München in den zweiten Verhandlungstag.
- Ab 9.00 Uhr erklärt ein Sachverständiger die Anwendung brasilianischen Rechts im Verfahren.
- Mehr als 1500 Kläger fordern laut Gericht über 3,5 Milliarden Real – über 600 Millionen Euro.
- Der Damm brach am 25. Januar 2019, es starben mindestens 270 Menschen; Schlammlawine traf Mine und Orte.
- TÜV-Süd-Tochter prüfte den Damm ein halbes Jahr zuvor als sicher, die Zentrale weist Verantwortung zurück.
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Mehr als sieben Jahre nach dem katastrophalen Dammbruch im brasilianischen Brumadinho mit hunderten Toten geht der Zivilprozess gegen den TÜV Süd in seinen zweiten Verhandlungstag. Am Dienstag ab 9.00 Uhr hört das Landgericht München einen Sachverständigen dazu, wie brasilianisches Recht anzuwenden ist, wie eine Gerichtssprecherin sagte.
Der Zivilprozess läuft bereits seit Jahren, bisher vor allem auf schriftlichem Wege. Das Verfahren ist kompliziert, auch weil es inzwischen mehr als 1500 Kläger gibt. Insgesamt gibt es laut Gericht Zahlungsanträge über mehr als 3,5 Milliarden brasilianische Real, das sind mehr als 600 Millionen Euro.
Dammbruch löste tödliche Schlammlawine aus
Der zur Eisenerzmine Córrego do Feijão gehörende Damm war am 25. Januar 2019 gebrochen, Folge war eine Schlammlawine, die sich über Teile der Mine und benachbarte Ansiedlungen ergoss. Mindestens 270 Menschen kamen dabei ums Leben. Eine brasilianische Tochtergesellschaft des TÜV Süd hatte den Bau ein halbes Jahr zuvor geprüft und für sicher befunden.
Neben dem Zivilprozess laufen auch strafrechtliche Ermittlungen. Seit Oktober 2019 prüft die Münchner Staatsanwaltschaft, ob auch Mitarbeiter der deutschen Zentrale strafrechtlich verantwortlich sein könnten. Anlass waren Strafanzeigen der Angehörigen bei der bayerischen Behörde. Die deutsche TÜV Süd-Zentrale weist die Anschuldigungen seit jeher zurück und hat mehrfach erklärt, keine rechtliche Verantwortung für den Dammbruch zu tragen.