Prozess in Würzburg: Vater lässt Baby im Auto in praller Sonne zurück

Ein Außenthermometer in einem Kleingarten zeigt die Temperatur von knapp 40 Grad an. Bei solchen Temperaturen wünschen sich viele Leute eine Abkühlung. (zu dpa: «Vater lässt Baby im Auto in praller Sonne zurück - Prozess»)
Jens Büttner/dpa- Vater ließ Baby im Sommer 2024 bei 27 Grad in Würzburg allein im Auto zurück – Prozess gestartet.
- Kind erlitt im aufgeheizten Auto beginnende Hitzeerschöpfung, Polizei rettete es nach 15 Minuten.
- Fahrzeug stand in praller Sonne, nur Beifahrerfenster war einen Spalt geöffnet.
- Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Aussetzung vor – Mindeststrafe ein Jahr, da eigenes Kind betroffen.
- Polizei warnt: Autos werden bei Hitze schnell zur tödlichen Falle für Kinder und Tiere.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Weil er sein Baby bei Sommerhitze in einem verschlossenen Auto zurückgelassen haben soll, steht ein Vater am Mittwoch vor dem Amtsgericht Würzburg (9.30 Uhr). Polizisten befreiten das schreiende und verschwitzte Mädchen, nachdem eine Frau das fünf Monate alte Kind bemerkt hatte.
Der damals 40 Jahre alte Angeklagte war zu dieser Zeit nach Gerichtsangaben im Würzburger Stadtgebiet in einem Möbelgeschäft. Er soll das Kind mehr als 30 Minuten allein gelassen haben. Dem Mann wird Aussetzung vorgeworfen.
Fenster nur einen Spaltbreit offen
Die Außentemperatur betrug am Tattag im Juli 2024 nach Angaben der Staatsanwaltschaft 27 Grad, der Wagen parkte in der prallen Sonne. Lediglich das Beifahrerfenster sei einen Spaltbreit geöffnet gewesen.
Das Kind erlitt den Angaben nach aufgrund der Verweildauer von 15 Minuten in dem stark aufgeheizten Fahrzeug eine beginnende Hitzeerschöpfung. Wäre es nicht gerettet worden, hätte ein Hitzschlag auch zum Tod führen können, so die Anklagebehörde.
Hitze ist Gefahr für Mensch und Tier
Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage zum Schöffengericht, weil die Tat zum Nachteil des eigenen Kindes begangen wurde und daher mit einer Mindeststrafe von einem Jahr ein Verbrechenstatbestand ist.
Immer wieder warnt die Polizei davor, bei Hitze Kinder oder Tiere in Autos zurückzulassen. Die Wagen heizten sich auch bei geringeren Temperaturen rasch auf und würden zu tödlichen Fallen.
Das Verfahren gegen den Mann hatte im Mai begonnen, war aber aufgrund fehlender Zeugen und wegen Terminproblemen ausgesetzt worden und beginnt nun erneut.

Der Angeklagte (l) sitzt neben seinem Verteidiger Hans-Jochen Schrepfer im Sitzungssaal des Amtsgerichts und verdeckt sein Gesicht mit einer Tasche. Er soll sein Baby in der prallen Sonne im Auto eingeschlossen haben, ihm wird deshalb Aussetzung vorgeworfen. (zu dpa: «Vater lässt Baby im Auto in praller Sonne zurück - Prozess»)
Angelika Resenhoeft/dpa