Protest nach Besuch
: Eiffelturm nach Streit um weibliches Personal wieder geöffnet

Der Eiffelturm ist nach einem Streik wieder geöffnet. Gestreikt wurde nachdem weibliches Personal wegen einer religiösen Gruppe abgezogen worden war.
Von
Katrin Jokic
Berlin/ Paris
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Bahn baut Europaverkehr aus: ARCHIV - 19.10.2021, Frankreich, Paris: Der Eiffelturm ragt zwischen den Bäumen einer Parkanlage empor. (zu dpa: «Wahrzeichen West-Berlins: Der Funkturm wird 100») Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Am Pariser Eiffelturm wurde am Montag gestreikt. (Symbolbild)

Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Der Eiffelturm in Paris hat seinen regulären Betrieb wieder aufgenommen. Zuvor hatte ein Protest der Beschäftigten für eine vollständige Schließung des weltberühmten Wahrzeichens gesorgt. Hintergrund war der Umgang mit weiblichen Mitarbeitern während des Besuchs einer hinduistischen Delegation.

Nach Angaben der Betreibergesellschaft war im Vorfeld darum gebeten worden, die Kontakte eines geistlichen Vertreters der Gruppe zu Frauen möglichst gering zu halten. Während des Besuchs am Samstag wurde deshalb weibliches Personal auf der dritten Etage vorübergehend abgezogen und durch männliche Kollegen ersetzt.

Mitarbeiter protestieren gegen Ausschluss von Frauen

Bei den Beschäftigten löste die Entscheidung erheblichen Unmut aus. Arbeitnehmervertreter kritisierten, Mitarbeiterinnen seien allein aufgrund ihres Geschlechts von ihren Aufgaben ausgeschlossen worden.

Am Montag legte die Belegschaft aus Protest die Arbeit nieder. In der Folge blieb der Eiffelturm für Besucher geschlossen. Der Vorfall entwickelte sich schnell über den internen Arbeitskonflikt hinaus zu einer politischen Debatte über Gleichberechtigung und den Umgang mit religiösen Sonderwünschen.

Betreiber des Eiffelturms räumt Fehler ein

Die Betreibergesellschaft erkannte inzwischen an, dass sie der Bitte der Delegation nicht hätte entsprechen dürfen.

Die getroffene Regelung habe nicht mit den Grundsätzen der Gleichstellung von Frauen und Männern sowie der Neutralität beim Empfang von Besuchern übereingestimmt. Die Verantwortlichen kündigten eine Untersuchung des Vorfalls an.

Zudem sollen die internen Abläufe überprüft werden, damit sich ein vergleichbarer Fall nicht wiederholt. Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern sind ebenfalls vorgesehen.

Pariser Politiker reagieren mit deutlicher Kritik

Auch aus der Politik kamen scharfe Reaktionen. Der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire betonte, die Gleichstellung von Frauen und Männern müsse überall in der Stadt gelten – auch an historischen Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm.

Ariel Weil, Bürgermeister des zentralen Pariser Bezirks und Präsident der Betreibergesellschaft, erklärte ebenfalls, religiöse Gründe könnten keine unterschiedliche Behandlung von Beschäftigten aufgrund ihres Geschlechts rechtfertigen.

Auch die Präsidentin der Hauptstadtregion Île-de-France, Valérie Pécresse, kritisierte den Vorgang. Der frühere französische Premierminister Michel Barnier forderte ebenfalls Aufklärung und wandte sich gegen Regeln, durch die Frauen im öffentlichen Raum aufgrund religiöser Vorstellungen zurückgedrängt würden.

Eiffelturm nach Streik wieder regulär geöffnet

Nach der Arbeitsniederlegung ist das Pariser Wahrzeichen inzwischen wieder für Besucher zugänglich. Für die Betreibergesellschaft dürfte der Fall damit jedoch noch nicht abgeschlossen sein.

Neben der internen Aufarbeitung steht vor allem die Frage im Mittelpunkt, welche Regeln künftig für besondere Wünsche religiöser oder anderer Besuchergruppen gelten. Klar ist bereits: Einen erneuten Ausschluss von Beschäftigten aufgrund ihres Geschlechts wollen die Verantwortlichen verhindern.