Betrug
: Prostituierte knöpfte ihm Millionen ab – Das sagt der verliebte Freier dazu

Er war in sie verliebt - sie spielte ihm vor, dass sie seine Gefühle erwiderte: Eine Prostituierte soll damit einen Freier um Millionen gebracht haben.
Von
Daniel Steiger
Heidelberg
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Eine Prostituierte steht wegen Millionen-Betrugs vor Gericht. Jetzt hat sich der Betroffene vor Gericht geäußert.

Andreas Arnold/dpa

Dieses Rotlicht-Abenteuer ist einem Freier in Heidelberg teuer zu stehen gekommen. Eine Prostituierte soll dem verliebten Kunden fast zwei Millionen Euro abgeknöpft haben. Jetzt hat die Prostituierte vor dem Heidelberger Landgericht den millionenschweren Betrug gestanden.

So erlebte der Freier den Betrug

Kennengelernt hatten die beiden sich den Angaben nach im Jahr 2021 im Frankfurter Rotlichtmilieu. Im Verlauf weiterer Treffen habe sich die Prostituierte das Vertrauen des Freiers erschlichen. Daher habe der in Heidelberg wohnende Geschädigte (Jahrgang 1964) ihr ein Darlehen in Höhe von 10 000 Euro gewährt, um sich von angeblichen Schwierigkeiten mit Zuhältern und anderen Schuldner zu befreien. Die Rückzahlung nebst vereinbarten Zinsen sei die mutmaßliche Betrügerin jedoch schuldig geblieben.

Zu diesem Zeitpunkt habe er sich von ihr nicht unter Druck gesetzt gefühlt, sagte der Mann als Zeuge aus. Der persönliche Kontakt sei ihm das Geld wert gewesen. „Eine schöne Frau unterhält sich mit mir, das fand ich toll“, sagte er. „Ich konnte es mir leisten und dachte, da helfe ich jetzt.“ Später habe sich dann über die käufliche Liebe hinweg mehr entwickelt und sie habe ihm das Gefühl gegeben, eine Liebesbeziehung eingehen zu wollen. „Sie hat mich geküsst“, gab er an. Dies sei für ihn ein Zeichen der Zuneigung gewesen.

Prostituierte in Heidelberg vor Gericht

Die Prostituierte muss sich seit Donnerstag vor dem Heidelberger Landgericht wegen millionenschweren Betrugs verantworten. Sie soll nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft einem Freier Zuneigung vorgespielt und den vermögenden Mann dazu gebracht haben, ihr rund 1,8 Millionen Euro zu überlassen. Dies teilte das Gericht im Vorfeld mit. Die heute 31-Jährige erzählte dem Mann demnach, sie habe hohe Schulden in ihrem Heimatland Bulgarien. Sie müsse das Geld dringend zurückbezahlen, sonst würden sie und ihre Familie Probleme bekommen.

Jochen Herkle (3.v.l.), Vorsitzender Richter, kommt in den Verhandlungssaal des Landgerichts heidelberg. Die Angeklagte erschien zu Prozessbeginn nicht.

Uwe Anspach/dpa

In der Zeit von Dezember 2022 bis Mai 2023 rief sie den Mann zudem an und erzählte laut Anklageschrift fälschlicherweise, sie sei entführt worden. Sie werde nur nach Bezahlung der Schulden wieder freigelassen. Der Mann soll der Bulgarin, die in Heidelberg wohnte, Beträge vor allem zwischen 2000 und 50 000 Euro gegeben haben, wie eine Sprecherin des Landgerichts sagte. Bei Verurteilung wegen Betrugs drohen der Frau demnach bis zu zehn Jahre Haft.

Das Gericht hat drei weitere Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte demnach am 20. März fallen.

(mit Material von dpa)