Prinz William
: Darf man im blauen Anzug zur Papstbeisetzung?

Die Kleiderwahl von Prinz William zur Beerdigung des verstorbenen Papstes Franziskus sorgte für Fragezeichen. Warum trug er keinen schwarzen Anzug?
Von
Judith Müller
Rom
Jetzt in der App anhören
Der britische Prinz William trug während der Trauermesse von Papst Franziskus auf dem Petersplatz einen blauen Anzug. Und nicht nur er entschied sich gegen Schwarz.

Der britische Prinz William trug während der Trauermesse von Papst Franziskus auf dem Petersplatz einen blauen Anzug. Und nicht nur er entschied sich gegen Schwarz.

picture alliance/dpa/AP

Prinz William (42) erschien am vergangenen Samstag in Rom zur Beisetzung von Papst Franziskus (✝88) in einem dunkelblauen Anzug. Während auf vielen offiziellen Trauerfeiern traditionell schwarze Kleidung erwartet wird, wählte der britische Thronfolger eine zurückhaltend abweichende Farbe. Neben ihm trugen auch andere internationale Vertreter, darunter Donald Trump und König Abdullah von Jordanien, dunkle Blau- oder Grautöne. Die Wahl der Kleidung war Anlass für mediale Berichterstattung und zahlreiche Kommentare, insbesondere zur Frage, ob ein blauer Anzug für einen solchen Anlass überhaupt angemessen sei.

Großbritanniens Thronfolger Prinz William (l) kommt zur Trauermesse für den verstorbenen Papst Franziskus auf dem Petersplatz.

Großbritanniens Thronfolger Prinz William (l) kommt zur Trauermesse für den verstorbenen Papst Franziskus auf dem Petersplatz.

picture alliance/dpa

Keine formelle Kleiderordnung im Vatikan

Laut Angaben des Magazins People gibt es vom Vatikan keine verbindlichen Kleidervorgaben für die Teilnahme an einer Papstbeisetzung. Die offizielle Website nennt lediglich „angemessene Kleidung“ als Kriterium, ohne eine bestimmte Farbe oder Form zu verlangen. Ein Vatikan-Insider bestätigte, dass Gästen grundsätzlich freigestellt sei, wie sie sich kleiden – solange es dem Anlass entspricht und Würde ausstrahlt.

Das erklärt auch die stilistische Bandbreite unter den internationalen Gästen. Während einige in klassischem Schwarz erschienen, bevorzugten andere dunkle Blau- oder Grautöne. Das einheitliche Schwarz, das oft bei britischen oder deutschen Trauerfeiern üblich ist, ist international nicht zwingend.

Warum Prinz William Dunkelblau wählte

Prinz William trug einen dunkelblauen Anzug mit weißem Hemd, schwarzer Krawatte und schwarzen Lederschuhen. Diese Kombination gilt allgemein als formell und respektvoll. Bereits bei früheren Trauerveranstaltungen – wie der Gedenkfeier für Bobby Charlton – hatte William sich für Dunkelblau statt Schwarz entschieden. Die wiederholte Wahl legt nahe, dass er bewusst auf eine Variante zurückgreift, die formal korrekt, aber weniger starr als das klassische Schwarz ist.

In der britischen Etikette ist Dunkelblau eine akzeptierte Farbe für offizielle Anlässe, insbesondere wenn sie mit zurückhaltenden Elementen wie einer dunklen Krawatte kombiniert wird.

Dunkelblau als Teil eines zeitgemäßen Dresscodes

Die Entscheidung für dunkle, aber nicht schwarze Kleidung spiegelt einen internationalen Trend zu mehr individueller Freiheit im Umgang mit Traditionen wider. Während Schwarz vielerorts weiterhin als Standard gilt, wird Dunkelblau zunehmend als gleichwertig respektvoll angesehen. Das gilt primär in diplomatischen und royalen Kreisen, wo die Farbwahl oft auch kulturelle und protokollarische Aspekte berücksichtigt.

Ein blauer Anzug ist zulässig – besonders im internationalen Kontext

Die Beisetzung von Papst Franziskus unterlag keiner festen Kleiderordnung. Dunkelblauer Anzug, schwarze Krawatte und dezente Accessoires entsprechen dem Rahmen, auch wenn sie vom traditionellen Schwarz abweichen. Prinz William hat sich mit seiner Kleiderwahl im erlaubten Rahmen bewegt – und reiht sich damit in die Mehrheit der internationalen Gäste ein, die sich für eine formell-dezente Farbvariante entschieden haben.