Der britische Prinz Harry (35) ist jetzt erst einmal wie einst Kevin „allein zu Haus“: Die britische Herzogin Meghan (38) ist nach dem Trubel um den Rücktritt des royalen Paares wieder nach Kanada geflogen. Das bestätigte eine Sprecherin des Buckingham-Palastes am Freitag in London.

In Kanada war Harrys und Meghans acht Monate alter Sohn Archie nach dem sechswöchigen Familienurlaub geblieben. Er wurde dort vorübergehend von Meghans Freundin Jessica Mulroney und einer Nanny (Kindermädchen) betreut, wie die Zeitung „Telegraph“ berichtete.

Die 40-jährige Jessica Mulroney lebt in Toronto und ist Mode-Stylistin. Sie ist mit Ben Mulroney verheiratet, dem Sohn des früheren kanadischen Premierministers Brian Mulroney.

Wieviel Geld Harry und Meghan künftig erhalten, ist unklar

Wann die Herzogin und ihr Kind nach Großbritannien zurückkommen, ist nicht bekannt. Auch viele andere Fragen müssen noch geklärt werden, etwa was den beiden Royals künftig an Finanzmitteln in Großbritannien zusteht, wer für ihren Personenschutz zahlt und ob sie kostenlos weiterhin ihren Wohnsitz in Windsor nahe London nutzen dürfen.

Das meiste Geld, mit denen sie bisher ihren Haushalt finanzieren, kommt aus Einnahmen, die Prinz Charles über seinen Land- und Immobilienbesitz durch die Duchy of Cornwall (Herzogtum Cornwall) bezieht. Sie gelten als privat. Prinz Harry hat viel Geld von seiner bei einem Autounfall getöteten Mutter Prinzessin Diana geerbt. Die ehemalige Schauspielerin Meghan soll mehrfache Millionärin sein.

Harry und Meghan: Krisensitzung nach ihrem Rückzug

Die jüngste Entwicklung um Prinz Harry und Herzogin Meghan ist nach Medienberichten am Montag Thema einer Krisensitzung des britischen Königshauses. Queen Elizabeth II. hat mehrere Familienmitglieder zum Gespräch in ihrem Landhaus Sandringham einberufen, wie am Wochenende unter anderem die Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Royal-Kreise berichtet hatte.

An dem Treffen auf dem Landsitz in der ostenglischen Grafschaft Norfolk sollen neben der Queen (93) und Harry auch Thronfolger Prinz Charles (71) und sein älterer Sohn Prinz William (37) teilnehmen. Meghan hält sich derzeit in Kanada auf und soll sich möglicherweise telefonisch zu dem Treffen zuschalten.

Aus Palastkreisen hieß es, die Queen wolle innerhalb von Tagen eine umsetzbare Lösung für die beiden finden. Laut „Telegraph“ soll noch vor dem nächsten öffentlichen Auftritt Harrys am Donnerstag eine Entscheidung her.

Prinz William angeblich wütend auf Harry

Prinz William soll wütend auf Harry sein, wie britische Medien berichteten. Die Brüder verstehen sich seit einiger Zeit nicht mehr gut, ebenso wie Meghan und Kate (38). Harry hatte das in einem Interview während seiner Afrikareise im vergangenen Jahr eingeräumt.

London

Queen ist enttäuscht und verletzt

Die 93 Jahre alte Queen sei „verletzt und enttäuscht“, wie das Paar seine Absichten veröffentlicht habe, hieß es in Palastkreisen. Harry soll der Lieblingsenkel der Königin sein. Die meisten Royals waren zuvor nicht über die Pläne der kleinen Familie informiert worden.

Harry und Meghan hatten am Mittwochabend überraschend per Instagram angekündigt, weitgehend ihre royalen Aufgaben aufzugeben. Die beiden möchten sowohl in Großbritannien als auch in Kanada leben. Wo genau sie sich in dem Commonwealth-Staat Kanada niederlassen wollen, ist noch nicht bekannt. Mehrere Ort wären denkbar. In Toronto arbeitete Meghan mehrere Jahre als Schauspielerin (“Suits“), im Urlaub waren die beiden Royals auf Vancouver Island vor der kanadischen Pazifikküste beim Wandern gesehen worden.

„Megxit“: Das sagen die Briten

In der britischen Öffentlichkeit trifft die Entscheidung auf ein unterschiedliches Echo. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge unterstützen 45 Prozent der Briten die Entscheidung des Paares. Nur 26 Prozent sind dagegen. Dafür findet eine deutliche Mehrheit (63 Prozent), dass Harry und Meghan auch kein Geld mehr vom Königshaus bekommen sollten.

Ein Journalist des britischen Senders ITV, der Harry besonders gut kennt, glaubt, er fühle sich vom engsten Kreis der Familie ausgestoßen. Tom Bradby begleitete das Paar auf eine Reise ins südliche Afrika im Herbst. In seiner Dokumentation gaben die beiden so deutlich wie nie zuvor zu erkennen, wie unglücklich sie mit der aktuellen Situation sind. Harry sprach von unterschiedlichen Pfaden, auf denen er und sein Bruder William sich befänden. Meghan machte deutlich, dass sie sich unfair behandelt fühlt.

Prinz Harry: Rücktritt mit Vorwarnung?

Möglicherweise, so Bradby, wollten die beiden bereits den Boden bereiten für ihre Entscheidung. Den Vorwurf, sie hätten der Familie keinerlei Vorwarnung gegeben, weist Bradby zurück. Harry habe die Vorstellungen über seine künftige Rolle im Königshaus auf Wunsch der anderen Royals bereits schriftlich vorgelegt. Dieses Dokument sei dann aber zu seiner Enttäuschung an die Presse gelangt. Überraschend sei allenfalls der Zeitpunkt gewesen, zu dem das Paar seine Entscheidung selbst veröffentlichte.