Video Gewalttod in Potsdamer Klinik - Vierfacher Leichenfund

In einer Potsdamer Behinderteneinrichtung in Potsdam sind vier Leichen in verschiedenen Krankenzimmern gefunden worden. Eine Mitarbeiterin der Einrichtung steht unter dringendem Tatverdacht. Auch Stunden nach ihrer Festnahme ist unklar, was hinter dem Verbrechen steckt. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte dem Privatsender BB Radio: „Es ist ein schwerer Tag für Brandenburg.

Vier Leichen und eine schwer verletzte Person in Behinderteneinrichtung in Potsdam entdeckt

In verschiedenen Krankenzimmern im Wohnheim Thusnelda-von-Saldern-Haus in Potsdam-Babelsberg wurden am Mittwochabend vier Leichen und eine schwer verletzte Person entdeckt. „Schwere, äußere Gewaltanwendung“, so beschreibt die Polizei die Todesursache.

„Schwere, äußere Gewaltanwendung“ - Hintergründe von Vierfachmord in Potsdam unklar

Nach dem Fund von vier Leichen in dem Potsdamer Pflegeheim sind die Hintergründe der Tat weiter unklar. Die Polizei konnte am Donnerstag zunächst weiter keine Angaben zu einem möglichen Motiv der als dringend tatverdächtig festgenommenen 51-jährigen Mitarbeiterin machen. Bei der Einrichtung soll es sich um ein Pflegeheim für Menschen mit schweren Behinderungen handeln.

Mitarbeiterin als dringend tatverdächtig festgenommen - Was war das Motiv?

Dafür teilen Polizei und Staatsanwaltschaft am frühen Morgen mit, dass eine dringend tatverdächtige 51-jährige Mitarbeiterin festgenommen worden sei. Zum möglichen Motiv lägen noch keine Informationen vor. Ermittelt wird zum Verdacht eines vorsätzlichen Tötungsdelikts. Der genaue Hergang und die Umstände der Tat seien bislang nicht geklärt. „Derzeit finden umfangreiche Spurensicherungen statt“, heißt es seitens der Ermittler. Rechtsmediziner und die Staatsanwaltschaft sind ebenfalls vor Ort.
Sanitäter verlassen das Gebäude der Oberlinklinik in Potsdam.
Sanitäter verlassen das Gebäude der Oberlinklinik in Potsdam.
© Foto: Paul Zinken/dpa

Das sagt der Vorstand des Oberlinhauses

Der theologische Vorstand des Oberlinhauses, Matthias Fichtmüller, sprach am Donnerstag auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in der brandenburgischen Landeshauptstadt von einer „großen Erschütterung“ für alle Mitarbeitenden. Es werde „eine Weile brauchen, bis wir das alles verstehen“, sagte Fichtmüller.
Für Donnerstagabend um 19 Uhr war nach den Worten von Fichtmüller eine Gedenkandacht in der Oberlinkirche geplant. Im betroffenen Thusnelda-von-Saldern-Haus leben der Bereichsleiterin Wohnen, Tina Mäueler, zufolge mehr als 60 Menschen. Bei den vier Getöteten handelt es sich laut Fichtmüller und Mäueler um Bewohner, die alle schon seit lange Zeit dort lebten, zwei davon bereits seit dem Kindesalter.
Auf seiner Internetseite schrieb das Oberlinhaus am Donnerstag: „All unsere Sorge und unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Betroffenen.“

Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD): „Eine unbegreiflichen Tat“

Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) sprach auf Twitter von einer „unbegreiflichen Tat“. Auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigte sich in dem Kurznachrichtendienst „schockiert über diese schreckliche Nachricht“. Der Brandenburger Landtag sprach den Angehörigen der Opfer zu Beginn seiner Plenarsitzung am Donnerstag Mitgefühl und Anteilnahme aus. Innenminister Michael Stübgen (CDU) erklärte: „Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern und ihren Angehörigen, denen wir viel Kraft in diesen schweren Stunden wünschen.“