Polizistenmord von Mannheim: Tödlicher Messerangriff – Angeklagter zu lebenslanger Haft verurteilt

Sulaiman A. wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.
THOMAS KIENZLE/AFPIm Prozess um den Polizistenmord von Mannheim hat das Oberlandesgericht Stuttgart den Angeklagten Sulaiman A. zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Vorzeitige Haftentlassung quasi ausgeschlossen
Außerdem stellte das Gericht am Dienstag für den aus Afghanistan stammenden 26-jährigen mutmaßlichen IS-Sympathisanten die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Haftentlassung nahezu ausschließt.
Das Gericht verurteilte Sulaiman A. wegen Mordes an dem Polizisten Rouven L. sowie wegen mehrfachen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung.
Sechs Menschen mit Messer verletzt
Der Angeklagte soll am 31. Mai 2024 auf dem Mannheimer Marktplatz mit einem Messer sechs Menschen verletzt haben: fünf Teilnehmer einer Kundgebung der islamkritischen Bürgerbewegung Pax Europa (BPE) sowie den Polizisten Rouven L., der zwei Tage später an seinen Verletzungen starb. Der damals 25-Jährige wurde von einem weiteren Polizisten gestoppt und niedergeschossen.
Sulaiman A. soll sich über Jahre radikalisiert haben
Die Bundesanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass der Angeklagte sich über Jahre vor der Tat radikalisierte und sich mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) identifizierte. Er habe nicht nur den Islamkritiker Michael Stürzenberger von der BPE töten wollen, sondern so viele Islamkritiker und „vermeintlich Ungläubige“ wie möglich.
Angeklagter gesteht und äußert sich zum Motiv
Der Angeklagte hat die Tat im Verfahren gestanden und Anzeichen von Reue gezeigt. Mit Blick auf ein Motiv verwies er auf den Gaza-Krieg, der 2023 begann und sein Leben verändert habe. Er soll sich auf Telegram mit einem Chatpartner ausgetauscht haben, der ihn in seinem Vorhaben bestätigt habe, Stürzenberger zu töten.
Tat entfachte Abschiede-Debatte
Die Tat entfachte eine Debatte über die Abschiebung ausländischer Straftäter. Kurz darauf kündigte die damalige Ampel-Regierung an, Abschiebungen von Schwerstkriminellen nach Afghanistan wieder zu ermöglichen.
