Polizistenmord von Mannheim
: Tödlicher Messerangriff – Angeklagter zu lebenslanger Haft verurteilt

Im Verfahren um den Mord an einem Polizisten in Mannheim hat das Oberlandesgericht Stuttgart Sulaiman A. zu lebenslanger Haft verurteilt.
Von
Florian Huth
Stuttgart
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The defendant Sulaiman A (L) arrives in the courtroom of the Higher Regional Court in Stuttgart-Stammheim, southwestern Germany, on September 16, 2025, for his trial verdict for murdering a police officer in a jihadist-motivated attack and attempting to murder five others at the market square in Mannheim on May 31, 2024. The court is expected to deliver its verdict on September 16 against the Afghan man. The prosecutor has requested a life sentence for Sulaiman A., 26, with an acknowledgment that the guilt is particularly serious, making early release very difficult. (Photo by THOMAS KIENZLE / POOL / AFP)

Sulaiman A. wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

THOMAS KIENZLE/AFP

Im Prozess um den Polizistenmord von Mannheim hat das Oberlandesgericht Stuttgart den Angeklagten Sulaiman A. zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Vorzeitige Haftentlassung quasi ausgeschlossen

Außerdem stellte das Gericht am Dienstag für den aus Afghanistan stammenden 26-jährigen mutmaßlichen IS-Sympathisanten die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Haftentlassung nahezu ausschließt.

Das Gericht verurteilte Sulaiman A. wegen Mordes an dem Polizisten Rouven L. sowie wegen mehrfachen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung.

Sechs Menschen mit Messer verletzt

Der Angeklagte soll am 31. Mai 2024 auf dem Mannheimer Marktplatz mit einem Messer sechs Menschen verletzt haben: fünf Teilnehmer einer Kundgebung der islamkritischen Bürgerbewegung Pax Europa (BPE) sowie den Polizisten Rouven L., der zwei Tage später an seinen Verletzungen starb. Der damals 25-Jährige wurde von einem weiteren Polizisten gestoppt und niedergeschossen.

Sulaiman A. soll sich über Jahre radikalisiert haben

Die Bundesanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass der Angeklagte sich über Jahre vor der Tat radikalisierte und sich mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) identifizierte. Er habe nicht nur den Islamkritiker Michael Stürzenberger von der BPE töten wollen, sondern so viele Islamkritiker und „vermeintlich Ungläubige“ wie möglich.

Angeklagter gesteht und äußert sich zum Motiv

Der Angeklagte hat die Tat im Verfahren gestanden und Anzeichen von Reue gezeigt. Mit Blick auf ein Motiv verwies er auf den Gaza-Krieg, der 2023 begann und sein Leben verändert habe. Er soll sich auf Telegram mit einem Chatpartner ausgetauscht haben, der ihn in seinem Vorhaben bestätigt habe, Stürzenberger zu töten.

Tat entfachte Abschiede-Debatte

Die Tat entfachte eine Debatte über die Abschiebung ausländischer Straftäter. Kurz darauf kündigte die damalige Ampel-Regierung an, Abschiebungen von Schwerstkriminellen nach Afghanistan wieder zu ermöglichen.