Großeinsatz in Memmingerberg: 17-Jähriger feuert im Keller Schreckschusswaffe ab

In Memmingerberg im Kreis Unterallgäu suchen derzeit Dutzende Beamte nach einem möglichen Schützen. (Symbolfoto)
Sina Schuldt/dpaDas 2.500-Seelen-Örtchen Memmingerberg im Unterallgäu war am Mittwoch (03.04.2024) in heller Aufregung. Am Mittag rückten dutzende Polizisten an und durchsuchten den Ort. Ein Zeuge hatte einen Schuss gemeldet. Ein Großaufgebot an Beamten durchkämmte den Ort.
Polizeisprecher Holger Stabik konnte am Nachmittag Entwarnung geben: „Wir haben kurz nach 15 Uhr einen tatverdächtigen Jugendlichen festgenommen“, sagte er. Nach dem Jugendlichen hatte die Polizei gezielt gesucht. „Wir haben bekannte Anlaufpunkte von ihm überprüft.“ Eine Waffe wurde bei ihm nicht gefunden. Nach wie vor sei unklar, ob es überhaupt einen Schuss gegeben habe, sagte Stabik. Auch, um welche Waffe es sich gehandelt haben könnte, wisse man nicht. Über das Alter des Jugendlichen könne er noch nichts sagen, ebensowenig über ein mögliches Motiv.
Großaufgebot der Polizei durchkämmte Memmingerberg
Ein Anwohner hatte den Schuss um kurz nach 12 Uhr gemeldet. „Wir sind mit etwa zwei Dutzend Streifen vor Ort“, erklärte Stabik noch gegen 13 Uhr. Auch die Bereitschaftspolizei habe bei der Fahndung geholfen. Mittlerweile habe man die Zahl der Einsatzkräfte reduziert, aber die Suche nach der Waffe dauere noch an. Nach dem Jugendlichen sei im gesamten Ortsgebiet gesucht worden.
Auch die örtliche Schule sei im Suchgebiet gewesen, derzeit sehe man aber keinen Zusammenhang zwischen den möglichen Schüssen und der Schule, betonte Stabik.
Update 04.04., 06:30 Uhr: In der Nacht auf Donnerstag gab die Polizei bekannt, bei dem Festgenommenen handle es sich um einen 17-Jährigen. Er stehe in Verdacht, im Keller eines Mehrfamilienhauses mehrere Schüsse aus einer Schreckschusswaffe abgefeuert und sei dann geflüchtet. Im Zuge der umfangreichen Fahndung habe er sich selbst der Polizei gestellt. Gegen ihn ermittelt die Polizei nun wegen Verstößen gegen das Waffengesetz. Dabei soll auch geklärt werden, wo er die Waffe herhatte.
