Polarlichter heute Abend
: Gibt es wieder Nordlichter zu sehen?

Gibt es heute Abend wieder Polarlichter am Himmel zu sehen? So stehen heute Nacht die Chancen auf Nordlichter über Deutschland.
Von
Nicole Züge
Ulm
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Northumberland bei Nacht (Archivfoto): ARCHIV - 23.09.2019, Großbritannien, Northumberland: Das undatiertes Bild zeigt den Sycamore Gap Baum, am Hadrianswall, mit den Nordlichtern im Hintergrund. (zu dpa: ««Sinnloser Vandalismus» beim Fällen des Robin-Hood-Baumes») Foto: Owen Humphreys/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Gibt es heute Nacht wieder Polarlichter (Aurora Borealis) zu sehen? So stehen die Chancen auf Nordlicht-Sichtungen heute Nacht (2. Juni 2025). (Symbolbild)

Owen Humphreys/PA Wire/dpa

In der Nacht zum Montag (2. Juni) bestand in Deutschland eine Chance auf Polarlichter. Die US-Atmosphärenbehörde Noaa hatte einen Massenauswurf geladener Teilchen der Sonne in Richtung Erde registriert, der ein solches Schauspiel auslösen könnte.

Gibt es heute Nacht, von Montag, dem 2. Juni auf Dienstag, den 3. Juni erneut eine Chance auf Polarlichter über Deutschland? Das sagen die Prognosen.

Polarlichter am 2. Juni: Besonders hohe Chance bis in den Alpenraum

„Tatsächlich sind die Polarlichtwahrscheinlichkeiten für die kommende Nacht sehr hoch, auch auf mittleren Breiten, also bis in den Alpenraum“, sagte Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg über die Polarlichtwahrscheinlichkeit in der vergangenen Nacht. Genaue Vorhersagen seien aber wie immer schwer zu treffen. Demnach gab es die besten Aussichten für einen Blick auf das mögliche Himmelsschauspiel in der Mitte Deutschlands und in der Nordwesthälfte – von Nordrhein-Westfalen Richtung Nordsee und Ostsee, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes.

Kann man heute Nacht wieder Nordlichter sehen?

Um in Deutschland Polarlichter sehen zu können, braucht es laut der Website spaceweatherlive.com für eine gute Sichtung mindestens einen KP-Wert von 6 (Norddeutschland) bzw. 7 (Köln, Dresden) oder 8 (München). Bei einem KP-Wert von 9 ist eine Sichtung nahezu sicher.

Diverse Apps und Websites geben einen berechneten KP-Wert aus, der kann aber maximal als Prognose gedeutet werden. Denn: Die Chance auf eine Sichtung der bunten Himmelslichter kann sich innerhalb kürzester Zeit drastisch erhöhen. Ein Beispiel verdeutlicht, wie schnell die KP-Werte steigen können: Bei den Polarlichtern im Oktober 2024 stand der KP-Wert für den Norden Deutschlands in der Vorhersage bei 5,33. Am 10. und 11. Oktober 2024, den Tagen mit sehr vielen Polarlicht-Sichtungen, waren dann aber plötzlich KP-Werte von bis zu 8 gemessen worden. Zuvor war ein geomagnetischer Sturm der zweithöchsten Klasse G4 von den Weltraum-Wetterdiensten registriert worden.

Für die heutige Nacht (vom 2. auf den 3. Juni 2025) sind laut einschlägiger Apps zur Polarlichtvorhersage und laut dem NOAA Space Weather Prediction Center allerdings keine weiteren Polarlichter zu erwarten.

Wie entstehen Polarlichter?

Die bunten Himmelslichter können entstehen, wenn Massenauswürfe der Sonne, also riesige Wolken aus geladenen Teilchen, auf das Magnetfeld der Erde treffen. Der Einschlag des aktuellen Massenauswurfs „könnte einen schweren geomagnetischen Sturm der Kategorie G4 auslösen, mit Polarlichtern, die über Europa und vielen US-Bundesstaaten sichtbar sein könnten“, berichtete der private Weltraum-Wetterdienst Spaceweather.com. „Dieses Ereignis wird zwar nicht so stark sein wie der berühmte Sturm im Mai 2024, könnte jedoch zu den bedeutenderen Ereignissen des aktuellen Sonnenzyklus 25 gehören, falls sich tatsächlich ein schwerer Sturm entwickelt.“

Der Wechsel zwischen starker und schwacher Sonnenaktivität verläuft dabei in Zyklen von rund elf Jahren. Der aktuelle Zyklus befindet sich gerade in seiner maximalen Phase, die ein paar Jahre dauern kann und in der es stets relativ viele Sonneneruptionen gibt.

Mit Material von dpa.