Pisa-Studie 2022: Deutsche Schüler so schlecht wie nie – welche Fächer waren besonders schlimm?

Die Pisa-Studie: Im Frühjahr 2022 wurden fast 8000 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen in Deutschland getestet.
Christophe Gateau/dpaDie neuesten Pisa-Studienresultate offenbaren einen beunruhigenden Trend für Deutschland: Die Leistung der Schülerinnen und Schüler hat im Jahr 2022 ein historisches Tief erreicht. Sowohl im Lesen als auch in Mathematik und Naturwissenschaften handle es sich um die niedrigsten Werte, die für Deutschland jemals im Rahmen von Pisa gemessen wurden. Auch international zeigt sich ein signifikanter Leistungsabfall, was die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Berlin besorgt mitteilte. Dies ist das erste Mal, dass die Pisa-Ergebnisse seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie evaluiert wurden.
Deutlicher Abwärtstrend in Mathematik und Lesen
Die Pisa-Studie 2022 zeigt insbesondere in Mathematik einen erschreckenden Rückgang für die deutschen Schülerinnen und Schüler. Mit einem Punktwert von 475 fielen sie deutlich gegenüber der letzten Untersuchung im Jahr 2019, bei der sie noch 500 Punkte erreichten. Auch in den Bereichen Lesen und Naturwissenschaften ging es bergab, mit Punktwerten von 480 beziehungsweise 492, verglichen mit 498 und 503 in der vorherigen Erhebung.
Pisa als internationaler Bildungsvergleich
Seit dem Jahr 2000 wird die Pisa-Studie, das „Programme for International Student Assessment“, alle drei Jahre durchgeführt. Sie vergleicht weltweit die Fähigkeiten von 15-Jährigen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Die erste Studie sorgte in Deutschland für den sogenannten „Pisa-Schock“, da die Ergebnisse sehr schlecht ausfielen und einen starken Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen aufzeigten. Trotz anschließender Verbesserungen ist in den letzten Pisa-Runden ein Abwärtstrend zu verzeichnen.
Deutschland im internationalen Vergleich
Trotz der negativen Entwicklungen liegt Deutschland im Bereich der Naturwissenschaften immer noch über dem OECD-Durchschnitt und in Mathematik sowie Lesen nahe daran. Allerdings ist auch auf internationaler Ebene ein besorgniserregender Leistungsabfall festzustellen. Dieser wird von den Experten als ein „noch nie dagewesener“ Rückgang beschrieben, besonders in Mathematik, wo der Punkteverlust fast das Dreifache der Veränderungen aus früheren Erhebungen beträgt.
Warum haben deutsche Schüler so schlecht abgeschnitten?
Die Corona-Pandemie wird als eine der Hauptursachen für das schlechte Abschneiden der deutschen Schülerinnen und Schüler gesehen. Die Schulschließungen und die darauf folgende Umstellung auf Distanzunterricht hatten einen negativen Einfluss auf den Lernerfolg. Im Vergleich zu anderen OECD-Ländern wurde der Distanzunterricht in Deutschland weniger digital gestaltet. Zusätzlich werden mangelnde Sprachkenntnisse bei Schülern mit Zuwanderungshintergrund als problematisch angesehen. Auch international ist der Rückgang der Leistung besorgniserregend, wobei nur wenige OECD-Staaten Teilverbesserungen erzielen konnten.
(mit Material von dpa)