Bucks heile Welt Pippi-Kleider

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Autorenfoto © Foto: Christian Käsmayr
Ulm / Gerlinde Buck 30.06.2018

Frisch, Fontane und Co. Einen Roman von diesem interpretieren, ein Gedicht von jenem analysieren und überhaupt ganz viel schwadronieren. Ohne freilich darüber zu räsonieren,  dass  es ausschließlich um Herren-Texte geht. Was für ein Drama! Gleichwohl war das Deutsch-Abi 2018  unterm Strich eine leichte Übung. Zumindest   im Vergleich zu der Aufgabe, die sich den Abiturientinnen in diesen Tagen stellt: Wie finde ich das einzig wahre Abiballkleid?

   Manche Mädchen setzen bedingungslos auf Gruppenarbeit. Vergangenen Samstag zum Beispiel stürmte ein Pulk Abiturientinnen sämtliche  Damen-Umkleidekabinen eines Ulmer Kaufhauses und hält diese  höchstwahrscheinlich bis heute  besetzt. Denn allen Unkenrufen des in Scharen herbei geeilten Personals zum Trotz zeigten sich die jungen Frauen geschlossen entschlossen: „Wir wollen alle  in ,Nude’ gehen!“

    Den Einwand einer verzweifelten Verkäuferin, dass die Leberwurstfarbe „Nude“ selbst reizende junge Menschen entstelle, dass hingegen „Berry-Töne“  sogar einen   grünstichigen Teint vorteilhaft erscheinen ließen, schlugen die Mädchen lässig in den Wind: „Wir wollen aber aussehen wie  ein Riesentopf Rhabarbergrütze! Die Farbe ist einfach superkalifragilistischexpiallegorisch!“

   Myriaden von Dichtern sind tot,  es lebe Pippi Poppins! Echt  was Tröstliches gelernt, von den Abi­turientinnen 2018.

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