Sinéad O’Connor ist tot: Neue Details zum Tod der irischen Sängerin

Die irische Popsängerin Sinead O'Connor bei einem Auftritt während des Wombad Festivals. Jetzt ist O'Connor gestorben.
Sebastian Silva/dpaDie irische Sängerin Sinéad O’Connor ist tot. Laut einem Bericht der „Irish Times„ ist die Musikerin am Mittwoch, 27. Juli 2023, im Alter von 56 Jahren gestorben. Sie wurde weltberühmt durch ihre Version des Prince–Songs „Nothing Compares 2 U“, der 1990 viele Wochen und Monate in den Charts war. Insgesamt veröffentlichte sie zehn Studioalben.
Was die Polizei zum Tod von Sinéad O’Connor sagt
Über die Todesursache gibt es bislang keine bestätigten Meldungen. Laut BBC stuft die Polizei den Todesfall als „nicht verdächtig“ ein. Demnach wurde Sinéad O’Connor kurz vor Mittag am Mittwoch „nicht ansprechbar“ in ihrem Zuhause in London aufgefunden und noch vor Ort für tot erklärt worden. Später hie es in einer Mitteilung der Familie: „Mit großer Trauer geben wir das Ableben unserer geliebten Sinéad bekannt. Ihre Familie und Freunde sind am Boden zerstört und haben darum gebeten, in dieser sehr schwierigen Zeit nicht gestört zu werden.“
Laut Sky News hatte O'Connor erst vor zwei Wochen ihre Fans über ihre Rückkehr nach London nach 23 Jahren informiert. Sie sei „glücklich, wieder zuhause zu sein“, ließ sie damals wissen. Sie kündigte auch ein neues Album und eine weltweite Tournee an.
Sinéad O’Connor litt an schwerer Krankheit
Bekannt ist, dass die Sängerin seit Jahren mit psychischen und körperlichen Gesundheitsproblemen und Suizidgedanken zu kämpfen hatte. Im vergangenen Jahr wurde ihr Sohn Shane im Alter von 17 Jahren tot in Dublin aufgefunden. Er hatte sich das Leben genommen. Insgesamt hatte die irische Sängerin vier Kinder.
Würdigung durch irischen Regierungschef
Der irische Regierungschef Leo Varadkar hat O'Connor mit den Worten: „Ihre Musik wurde auf der ganzen Welt geliebt und ihr Talent war unübertroffen und unvergleichlich“ gewürdigt. Er sprach zudem der Familie, Freunden sowie „allen, die ihre Musik liebten“, sein Beileid aus.
Sinéad O’Connor — So war ihr Leben
Geboren wurde Sinéad O’Connor am 8. Dezember 1966. Ihre Eltern trennten sich früh und O'Connor wuchs zunächst bei ihrer Mutter auf. Sie behauptete später wiederholt, dass ihre Mutter sie misshandelt und missbraucht habe. O'Connor sprach in ihrem Leben öfter über psychische Probleme und drohte öfter damit, sich vom Musikgeschäft zurückzuziehen.
An den großen Erfolg ihrer früheren Karriere konnte sie nie mehr anknüpfen. 2011 war ein besonders dramatisches Jahr, in dem sie Selbstmorddrohungen und verzweifelte Hilferufe twitterte. Wenige Monate später sagte sie ihre geplante Tour wegen einer manisch–depressiven Erkrankung ab.
Neben ihrer Musik machte O'Connor durch Aktionen von sich reden. Den Anfang machte sie schon 1992, als sie bei einem Fernsehauftritt in den USA ein Bild des damaligen Papstes Johannes Paul II. zerriss.
Nach eigenen Angaben protestierte sie gegen sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche, allerdings rief die Aktion in den Medien vor allem Empörung hervor. 1999 ließ sie sich von einer Abspaltung der Kirche zur Priesterin weihen. 2017 benannte sie sich in Magda Davitt, ein Jahr später trat sie zum Islam über.
(Mit Material von AFP und dpa)
