Hans-Georg Maaßen
: Neue Partei, Werteunion & Familie - das Porträt

Der ehemalige Vorsitzende des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, gründet eine neue Partei. Doch wer ist der Politiker politisch und privat?
Von
Philipp Staedele
Berlin
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Hans-Georg Maaßen, früherer Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, will eine Partei gründen.

Martin Schutt/dpa

Hans-Georg Maaßen ist ein deutscher Politiker und war vielen Jahre in der CDU. Der ehemalige Präsident des Verfassungsschutzes ist heute Bundesvorsitzender der Werteunion. Immer wieder traf er kontroverse Aussagen zu unterschiedlichen Themen, beispielsweise zu gewalttätigen Ausschreitungen in Chemnitz. Nach Parteiausschlussverfahren und schlussendlichem Austritt aus der CDU will der Politiker nun seine eigene Partei gründen.

Maaßen Steckbrief: Ehefrau, Familie, Twitter

  • Name: Hans-Georg Maaßen
  • Geboren 24.11.1962 in Mönchengladbach
  • Ausbildung und Beruf: promovierter Jurist
  • CDU-Mitglied von: 1978–2024
  • Ehefrau: Dr. Yuko Maaßen
  • Kinder: unbekannt
  • Sprachen: Deutsch und Japanisch
  • Wohnort: Berlin
  • Twitter: @HGMaassen

Hans-Georg Maaßen privat

Hans-Georg Maaßen kommt ursprünglich aus Mönchengladbach, wo er 1962 geboren wurde. Nach Angaben auf seiner Webseite studierte er Jura an den Universitäten Köln und Bonn und war über viele Jahre Lehrbeauftragter am Fachbereich Rechtswissenschaft der Freien Universität Berlin und hielt über mehrere Jahre Gastvorträge an Universitäten in Japan. Dort lernte Maaßen seine Ehefrau, Dr. Yuko Maaßen kennen, mit der er in Berlin lebt. Er spricht fließend Japanisch.

Das ist Maaßens politische Karriere

Im Jahr 1991 trat Maaßen in das Bundesinnenministerium ein und war dort zwischen 2001 und 2008 für die deutsche Ausländerpolitik zuständig und leitete die gesetzgeberischen Arbeiten für grundlegende Reformen des Ausländerrechts. Zuvor war er persönlicher Referent des Sicherheitsstaatssekretärs.

Von 2008 bis 2012 war er Leiter des Stabes Terrorismusbekämpfung und polizeilicher Staatsschutz im Bundesinnenministerium.

Von 2012 bis 2018 folgte die Präsidentschaft des Bundesverfassungsschutzes. 2018 wurde er in den einstweiligen Ruhestand geschickt, da er wegen zahlreicher Kontroversen als Personalie nicht mehr tragbar war. 2021 trat er in Thüringen als Direktkandidat für den Bundestag an. Gegen seinen Konkurrenten, Frank Ullrich (SPD), verlor er deutlich.

Parteiausschussverfahren der CDU und Parteiaustritt

Maaßen, gegen den die CDU-Führung im vergangenen Jahr ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet hatte, war Ende Januar aus der CDU ausgetreten, der er lange angehörte. Ihm war von der CDU-Führung unter anderem eine „Sprache aus dem Milieu der Antisemiten und Verschwörungsideologen bis hin zu völkischen Ausdrucksweisen“ vorgeworfen worden. Der 61-Jährige hatte kürzlich öffentlich gemacht, dass sein früherer Arbeitgeber, das Bundesamt für Verfassungsschutz, Daten im Informationssystem der Behörde über ihn im Bereich Rechtsextremismus gespeichert habe.

Werteunion und Parteigründung

Seit Januar 2023 ist Maaßen Vorsitzender der Werteunion, jetzt startet er sein Projekt Parteigründung. An diesem Samstag (17. Februar) soll in Bonn die Partei „Werteunion“ aus der Taufe gehoben werden. Neben der Parteigründung gehe es bei dem Treffen auf einem Schiff auch darum, eine Satzung und das Programm zu beschließen, sagte Maaßen am Donnerstag in Berlin. Zuerst hatte der „General-Anzeiger“ über den Termin berichtet.

Eine Maaßen-Partei wäre die zweite prominente Neugründung 2024. Anfang des Jahres hatte sich bereits das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) der ehemaligen Linke-Politikerin als Partei gegründet. Erwartet wird, dass die Partei Werteunion wie das BSW eine Beteiligung an den Landtagswahlen im September in den drei ostdeutschen Bundesländern Thüringen, Sachsen und Brandenburg anstrebt.

(mit Material von dpa)