Daniel Barenboim ist einer der bekanntesten Dirigenten der Welt. Jetzt ist der 80-Jährige vom Posten des Generalmusikdirektors der Berliner Staatsoper Unter den Linden nach 30 Jahren zurückgetreten. Der Grund: eine schwere Krankheit.
Hier gibt es alle Infos zu Daniel Barenboim im Porträt:

Daniel Barenboim im Steckbrief: Alter, Beruf, Familie

Hier gibt es die wichtigsten Infos zu Daniel Barenboim im Steckbrief:
  • Name: Daniel Barenboim
  • Geburtstag: 15.11.1942
  • Alter: 80
  • Geburtsort: Buenos Aires (Argentinien)
  • Nationalität: Spanisch, Argentinisch, Israelisch, Palästinensisch
  • Frau: in zweiter Ehe verheiratet mit Jelena Baschkirowa (64)
  • Kinder: David Barenboim und Michael Barenboim
  • Beruf: Pianist und Dirigent

Wie geht es Daniel Barenboim gesundheitlich?

In jüngster Zeit war Daniel Barenboim aus gesundheitlichen Gründen mehrmals ausgefallen. Im Februar musste er sich einem chirurgischen Eingriff an der Wirbelsäule unterziehen. Barenboim hatte Anfang Oktober angekündigt, er müsse sich jetzt so weit wie möglich auf sein körperliches Wohlbefinden konzentrieren. „Mein Gesundheitszustand hat sich in den letzten Monaten verschlechtert und es wurde eine schwere neurologische Erkrankung bei mir diagnostiziert“, schrieb er dazu. Nach längerer Pause hatte Barenboim zum Jahreswechsel erstmals wieder dirigiert, das Neujahrskonzert der Staatskapelle in der ausverkauften Staatsoper. Jetzt der Rücktritt zum 31.1.2023. In einer am Freitag, 6.1.2023, verbreiteten Erklärung schreibt Daniel Barenboim: „Leider hat sich mein Gesundheitszustand im letzten Jahr deutlich verschlechtert. Ich kann die Leistung nicht mehr erbringen, die zu Recht von einem Generalmusikdirektor verlangt wird.“

Karriere: Wie Daniel Barenboim zur Musik kam

Daniel Barenboim ist wohl das, was man einen Weltbürger nennen könnte: Er wurde 1942 in Buenos Aires in Argentinien geboren. Seine Eltern, jüdisch-russische Einwanderer, gaben dem Fünfjährigen Klavierunterricht. Rund zwei Jahre später trat er in Buenos Aires als Pianist auf. Kurz danach zog die Familie nach Israel.
Als Elfjähriger spielte Barenboim in Salzburg dem deutschen Dirigenten Wilhelm Furtwängler vor. Beeindruckt von Barenboims Talent lud Furtwängler ihn ein, mit den Berliner Philharmonikern zu spielen. Barenboims Vater lehnte jedoch ab. Er fand, dass es für eine jüdische Familie neun Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs zu früh sei, nach Deutschland zu kommen, so erzählte Barenboim es später dem Flötisten Emmanuel Pahud. Furtwängler starb kurz nach der Begegnung. Er schrieb Barenboim allerdings eine Empfehlung, die dem Musiker weltweit Türen öffnete.
Erst 1963 sollte Barenboim das erste Mal nach Deutschland kommen; ein Jahr später gab er sein Debüt mit den Berliner Philharmonikern. Barenboim verfügt als Pianist und als Dirigent über ein umfangreiches Repertoire, war 15 Jahre lang Chefdirigent in Chicago, steht seit 1992 an der Spitze der Staatsoper in Berlin und arbeitet mit Orchestern weltweit.

Daniel Barenboim: Ehefrau und Kinder

Daniel Barenboim war bis zu ihrem Tod mit der Cellistin Jacqueline du Pre verheiratet. Mit seiner zweiten Ehefrau, der Pianistin Jelena Baschkirowa, hat er zwei Söhne: den Produzenten und Songwriter David Barenboim (geboren 1983), bekannt unter dem Künstlernamen KD-Supier, und den klassischen Geiger Michael Barenboim (geboren 1985).

Daniel Barenboim und der Nahostkonflikt

Barenboims zweites großes Lebensthema neben der Musik ist der Nahostkonflikt und die Versöhnung von Israelis und Palästinensern. Zusammen mit dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said (1935-2003) gründete er das West-Eastern-Divan-Orchester, in dem israelische, palästinensische und arabische Musiker spielen. Die Idee: Die Musik solle Brücken bauen und Toleranz fördern. Sie erlaube, ein „alternatives soziales Modell“ vorzustellen.
Das Projekt startete 1999 in der Goethe-Stadt Weimar. Etwa zeitgleich spitzte sich die Situation im Nahen Osten zu und mündete in die mehrere Jahre anhaltende Zweite Intifada mit gewaltsamen Auseinandersetzungen. Dennoch hatte das Orchester Bestand - und Erfolg. 2005 gelang den Musikern schier Undenkbares: Israelische, palästinensische und arabische Musiker spielten ein Konzert in Ramallah im Westjordanland.
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Mit Musik, so Barenboims Überzeugung, können wir „etwas über uns selbst, unsere Gesellschaft, die Politik - kurz gesagt etwas über uns als Menschen erfahren“. Diesen Gedanken brachte Barenboim auch in die nach Said und ihm benannte Musikakademie für Musiker aus dem Nahen Osten in Berlin ein. Dort stehen neben Musik auch Philosophie, Geschichte und Literatur auf dem Programm.
(mit Material von KNA, afp und dpa)