Pegel steigen an: Hochwasserwarnung für Ostsee und Sachsen

Die Hochwasserlage in Sachsen spitzt sich wieder zu - Flusspegel erreichen bald dreifachen Stand.
Heiko Rebsch, dpaAchtung: Hochwasserwarnung! Die aktuelle Hochwasserlage in Sachsen spitzt sich wieder zu. Am Sonntag wurden Hochwasserwarnungen für die folgenden Flussgebiete ausgerufen:
- Elbe
- Schwarzen Elster
- Unteren Weißen Elster
Das geht aus einer Übersicht des Landeshochwasserzentrums hervor.
Hochwasser in Sachsen — Alarmstufe 2 am Montag erwartet
Die Elbe erreichte an den Pegeln Schöna, Dresden und Riesa die Alarmstufe 1. Das ist die niedrigste von vier Warnstufen. Die Hydrologen rechnen aber damit, dass am Montag in Schöna und Dresden die Richtwerte für Alarmstufe 2 überschritten werden.
In der sächsischen Landeshauptstadt wurde am Sonntag in der Elbe ein Wasserstand von etwa 4,50 Meter gemessen. Bis Montagabend sollen es mehr als 5 Meter werden. Normal sind in der Elbe in Dresden ungefähr 2 Meter. Beim Jahrhunderthochwasser 2002 waren es 9,40 Meter.
Regenvorhersage ist Gefahr für Flusspegel in Sachsen
Die Hydrologen warnten auch vor der Entwicklung der Hochwasserlage an der Schwarzen Elster und der Unteren Weißen Elster. Regen könne an diesen Flüssen zu raschen Anstiegen der Wasserstände führen. Der Deutsche Wetterdienst sagte für Sonntagnachmittag und -abend Regen voraus, auch am Montag seien Regenschauer möglich.

Die Elbwiesen sind vom Hochwasser neben dem Radweg überflutet - und die Pegel sollen weiter ansteigen.
Robert Michael, dpaMaßgeblich für die Hochwasserlage an der Elbe in Sachsen ist die Entwicklung im Nachbarland Tschechien. Der Oberlauf der Elbe wird zu 95 Prozent aus dem großen tschechischen Einzugsgebiet von Moldau und Elbe gespeist. Im Iser– und Riesengebirge herrschte nach Angaben des Landeshochwasserzentrums Tauwetter. Regenfälle verstärkten dort die Schneeschmelze.
Sturmflutwarnung für Ostseeküste
Für die Ostsee gibt es eine Sturmflutwarnung: Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat vor Hochwasser infolge einer Sturmflut an der deutschen Ostseeküste gewarnt. Dabei blieben die Prognosen aber unter den Werten jüngster Ostee–Hochwasser Anfang des Jahres oder im zurückliegenden Herbst.
So hoch sollen die Wasserstände steigen
Am Sonntag würden in der Lübecker Bucht Wasserstände bis zu 1,10 Meter über dem mittleren Wasserstand erwartet. In der Kieler Bucht werden demnach ein Wasserstand von 1 Meter und in Flensburg bis 1,10 Meter über dem mittleren Wasserstand erwartet. An der Küste von Mecklenburg–Vorpommern werden Pegelstände von bis zu 90 Zentimeter über dem mittleren Wasserstand erwartet.
In Flensburg wurden am Sonntagvormittag ungefähr 1,05 Meter, in Kiel–Holtenau 1 Meter und in Wismar 0,95 Meter über dem mittleren Wasserstand gemessen. Die Stadt Wismar hatte bereits im Vorfeld Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, ihre Autos aus hochwassergefährdeten Gebieten zu entfernen.
Der mittlere Wasserstand ergibt sich aus dem Durchschnitt der über einen bestimmten Zeitraum gemessenen Pegelstände und gibt somit einen Normalwasserstand an.
Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Mecklenburgische Seenplatte hat infolge des Rückstaus von der Küste vor Hochwasser im Bereich der Peene gewarnt. In Anklam wurden am Wochenende Pegel von mehr als 585 Zentimetern gemessen. 580 Zentimeter gelten eigentlich als Richtwasserstand für Alarmstufe 1. Diese wurde nach Angaben des Stalu vom Sonntag aber wegen erwarteter sinkender Pegelstände nicht ausgerufen.
Hochwasserwarnungen Ende Januar auch im Südwesten
Steigender Pegel an Donau und Iller hatten erst vor rund zwei Wochen im Südwesten für Hochwasserwarnungen gesorgt. Ergiebiger Regen und Tauwetter ließen die Flusspegel von Donau und Iller ansteigen.

