Der emeritierte Papst Benedikt XVI. ist am 31. Dezember 2022 im Alter von 95 Jahren in seiner Wohnung im Vatikan gestorben. Keine Woche später, am 5. Januar 2023, wurde er in den Vatikanischen Grotten beigesetzt. Er war von 2005 bis 2013 Oberhaupt der katholischen Kirche und damit der erste deutsche Papst seit 482 Jahren. Vor seiner Wahl war er gut 23 Jahre lang Leiter der Glaubenskongregation im Vatikan. Infos zur Uhrzeit und Dauer der Beerdigung, den Zeremonien bei der Messe gibt es hier. Und wo wird das Grab von Benedikt XVI sein?

Papst Benedikt Beerdigung: Uhrzeit und Dauer

Der emeritierte Papst Benedikt XVI war der erste Papst seit mehr als sechs Jahrhunderten, der von seinem Amt zurückgetreten ist. Schon wenige Stunden nach dem Tod hatte Vatikansprecher Matteo Bruni angekündigt, die Totenfeier für Benedikt XVI werde „feierlich aber einfach“ sein. Damit werde dem Wunsch des Verstorbenen entsprochen. Die Beerdigung von Benedikt XVI fand am Donnerstag, den 05.01.2023 statt. Der amtierende Papst Franziskus hat die Totenmesse geleitet. Es begann um 9.30 Uhr und dauerte bis etwa 11 Uhr. Die Messe wurde hauptsächlich auf Latein abgehalten.

Papst Franziskus spricht bei der Beerdigung von Benedikt XVI

Die Totenmesse für Benedikt war für die katholische Kirche zeremonielles Neuland, weil mit ihm erstmals seit Jahrhunderten ein emeritierter Papst beigesetzt wurde und deshalb kein Nachfolger gewählt werden musste. Die Liturgie wurde im Vergleich zu einem herkömmlichen Trauergottesdienst für einen Papst leicht verändert. Das Requiem wurde überwiegend auf Latein gehalten, die Fürbitten wurden jedoch in mehreren Sprachen, darunter auch auf Deutsch, gesprochen.
Rund 130 Kardinäle aus aller Welt reihten sich in ihren festlichen Gewändern auf dem Platz ein. Kurz vor Beginn des Requiems beugte sich Benedikts langjähriger Vertrauter und Privatsekretär Georg Gänswein über den Sarg und küsste ihn. Weitere hohe deutsche Geistliche, die den Gottesdienst mitfeierten, waren der Münchner Kardinal Reinhard Marx, der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und der frühere Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, sagte, ein solches Papst-Begräbnis berühre die ganze Welt.
Franziskus wurde im Rollstuhl auf den Platz gefahren. In seiner Predigt nahm er nur wenig direkten Bezug auf seinen Vorgänger. Der Argentinier sprach vor allem allgemein über Hingabe für Gott und Vertrauen auf den Herrn. Erst ganz am Schluss sagte er: „Benedikt, du treuer Freund des Bräutigams, möge deine Freude vollkommen sein, wenn du seine Stimme endgültig und für immer hörst!“ Jesus wird in der katholischen Kirche oft als Bräutigam bezeichnet.
Nach dem Requiem wurde der einfache Holzsarg mit dem Leichnam Benedikts in den Petersdom gebracht. Bevor der Sarg in der Basilika verschwand, segnete Papst Franziskus ihn, berührte ihn mit der Hand und verneigte sich. In der Gruft des Petersdoms wurde Benedikt dann beigesetzt, wie der Pressesaal des Heiligen Stuhls mitteilte. Von diesem Teil der Trauerfeierlichkeiten war die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Beisetzung von Papst Benedikt: Grab kann ab Sonntag besichtigt werden

Vor der Trauerfeier wurde der Leichnam von Benedikt XVI in einen hölzernen Sarg gelegt und dann vor den Altar auf dem Petersplatz gebracht. Nach der Messe wurde der Sarg in den Petersdom getragen, wo die nicht-öffentliche Beisetzung dann stattfand.
Benedikt liegt nun im Grab seines Vorgängers Johannes Paul II., dessen sterbliche Überreste schon vor Jahren an einen anderen Ort in der Kirche gebracht wurden. Wie der Heilige Stuhl kurz nach der Beisetzung bekanntgab, können Besucher voraussichtlich ab Sonntag den 8. Januar 2023 das Grab von Benedikt XVI besichtigen.
Vor der Messe war dem gestorbenen Pontifex ein Schreiben in den Sarg gelegt worden, das sein Leben zusammenfasste. Darin stand unter anderem: „Er kämpfte entschieden gegen die Verbrechen, die von Vertretern des Klerus an Minderjährigen oder schutzbedürftigen Personen begangen wurden, und rief die Kirche immer wieder zur Bekehrung, zum Gebet, zur Buße und zur Reinigung auf.“ In das Pontifikat von Benedikt fielen etliche Enthüllungen von Missbrauchsskandalen. Er ergriff dabei Maßnahmen zum Schutz von Kindern und verurteilte als erster Papst die Verbrechen. Allerdings änderte er nichts an den Strukturen, die den Missbrauch in der katholischen Kirche begünstigten.
mit dpa