Vibrionen-Gefahr in Deutschland
: Wo treten die gefährlichen Bakterien auf und wie schützt man sich?

In Deutschland gibt es den ersten Todesfall nach einer Vibrionen-Infektion in diesem Jahr. Wo diese Keime auftreten und wie man sich davor schützen kann.
Von
David Hahn
Warnemünde
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In Mecklenburg-Vorpommern hat es laut zuständigem Landesamt den ersten Todesfall in diesem Jahr nach einer Vibrionen-Infektion gegeben.

Stefan Sauer/dpa

Immer noch locken die verhältnismäßig warmen Temperaturen Badegäste an die Ostseeküste. Doch in den letzten Jahren mehren sich weltweit besorgniserregende Warnungen: Vibrionen, gefährliche Bakterien, vermehren sich bei den aktuell vorherrschenden hohen Wassertemperaturen. Jetzt gab es auch in Deutschland den ersten in diesem Jahr nachgewiesenen Todesfall im Zusammenhang mit Vibrionen. Auch in anderen Teilen der Welt starben Menschen an den Keimen. Nach Angaben von Fox News sind beispielsweise in Florida zuletzt fünf Menschen an einer Infektion mit dem Bakterium Vibrio vulnificus gestorben. Insgesamt hätte es im US-Bundesstaat dieses Jahr 26 Fälle gegeben. Letztes Jahr sind dort bei 74 Infektionen 17 Todesfälle bekannt geworden. Nun wurden die Bakterien auch vermehrt in den Gewässern der Ostsee nachgewiesen.

Was sind Vibrionen? – Bakterien wegen Erwärmung immer häufiger

Vibrionen sind Bakterien, genauer gesagt das Bakterium Vibrio vulnificus. Es sind über 100 Arten von Vibrio-Bakterien bekannt, von denen einige gesundheitliche Gefahren bergen können. Der ehemalige Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, fordert mehr Aufmerksamkeit für Krankheiten, die sich aufgrund des Klimawandels ausbreiten. Durch die Erderwärmung stiegen vielerorts die Wassertemperaturen, was etwa die Ausbreitung bestimmter Erreger wie Vibrionen oder auch Cholera begünstige, sagte Wieler den Zeitungen der Funke Mediengruppe im Juli 2023. Natürlich in Meer- und Brackwasser vorkommend, vermehren sich Vibrionen verstärkt bei Temperaturen ab etwa 20 Grad Celsius.

Wo kommen die gefährlichen Bakterien in Deutschland vor?

Die Gesundheitsbehörden in Mecklenburg-Vorpommern haben bereits an verschiedenen Badestellen Vibrionen nachgewiesen. Dies deutet darauf hin, dass diese Bakterien an der gesamten Ostseeküste auftreten können. Besonders während der Badesaison informiert das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) über mögliche Vibrionen-Infektionen. Die Badewasserkarte des Ministeriums bietet hierbei Orientierung.

Badewasser mit Vibrionen - Wer ist gefährdet?

Vibrionen-Infektionen können in seltenen Fällen bei Personen mit bestimmten Grundrisiken und offenen Wunden schwerwiegende Infektionen hervorrufen. Ältere Menschen mit offenen Wunden, Personen mit geschwächtem Immunsystem oder Vorerkrankungen sind besonders gefährdet. In solchen Fällen sollte der Kontakt mit Meer- oder Brackwasser vermieden werden. Symptome einer Infektion können Schüttelfrost, Durchfall, Fieber und Hautausschlag sein.

Vibrionen in der Ostsee - Schutzmaßnahmen

Um sich vor einer möglichen Vibrionen-Infektion zu schützen, empfiehlt es sich, auf die offizielle Badewasserkarte zu achten und bei offenen Wunden den Kontakt mit Meer- oder Brackwasser zu meiden. Besonders Menschen mit chronischen Erkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem sollten Vorsicht walten lassen. Die Erreger können bereits durch kleinste Hautverletzungen in den Körper gelangen.

Vibrionen - Todesfall in Deutschland

In Mecklenburg-Vorpommern hat es laut zuständigem Landesamt den ersten Todesfall in diesem Jahr nach einer Vibrionen-Infektion gegeben. Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) am 19.9.2023 mitteilte, handelt es sich um einen 74-jährigen Urlauber, der im September in der Ostsee gebadet hatte und infolge der Erkrankung starb. Er hatte demnach offene Wunden und war chronisch krank. Ob es auch der bundesweit erste Todesfall in diesem Jahr war, stand zunächst nicht fest.

(Mit Material von dpa und epd)