Über dem Atlantik braut sich gerade etwas zusammen. Ein Sturm, der den Meteorologen Sorge bereitet. Sie befürchten, dass der Orkan Victoria Spitzenwerte erreichen könnte. Über dem atlantischen Ozean bringt er es auf eine Spitzengeschwindigkeit von 220 Stundenkilometern.

Jetstream macht aus Victoria einen Orkan

Ähnlich wie bei Orkan Sabine entwickelt sich Victoria vor Neufundland. Bereits ab Freitag taucht der schwere Sturm auf den Wettermodellen auf. Der Sturm gerät dann in den Einflussbereich des Jetstreams und erreicht dort die wahnsinnige Geschwindigkeit von bis zu 400 Stundenkilometern. Die Britischen Inseln sind vom Orkan besonders gefährdet. Ausläufer von Victoria treffen am Samstag auf Irland und Schottland. Der britische Wetterdienst, der den Orkan „Dennis“ nennt, warnt vor erheblichen Verwüstungen. Über Island fegt der Sturm bereits am Freitag.

Sturm bleibt auf dem Atlantik

Victoria wird, wenn überhaupt, Deutschland nur sehr abgeschwächt erreichen. Absolute Sicherheit gibt es allerdings nicht. Gerade bei solchen schnellen Entwicklungen lässt es sich schwer voraussagen, da sich die Windgeschwindigkeiten schnell ändern können. Am Sonntag, wenn das Sturmtief naht, wird es zumindest in der Nordwesthälfte von Deutschland recht stürmisch.

Windgeschwindigkeiten wie ein Hurrikan

Auf dem Weg nach Europa entwickelt der Sturm über dem Atlantik Spitzenwinde von 220 Stundenkilometern. Solche Werte kennt man sonst nur von Hurrikans.

Sturm Victoria ähnlich stark wie Sabine

Sollte der Sturm Deutschland erreichen, muss mit ähnlichen Auswirkungen gerechnet werden wie zuletzt bei Sturm Sabine.

Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilt, wird der Wind in Nordwestdeutschland bereits in der Nacht zum Sonntag aufleben. Richtig stürmisch soll es jedoch erst gegen Abend werden und in der Nacht zum Montag. Vor allem im Norden Deutschlands werden stürmische Böen und schwere Sturmböen erwartet. Auch auf den Bergen muss mit schweren Sturmböen und Orkan gerechnet werden.

An Süddeutschland hingegen könne „Victoria“ auch vorbeiziehen, so die Prognose der Meteorologen.

Sturm Victoria: Züge zwischen Berlin und Hamburg werden umgeleitet

Welche Wucht der Sturm dennoch hat, zeigte sich bereits am Sonntag und Montag. Wegen durch Victoria verursachter Sturmschäden hat die Deutsche Bahn am Sonntagabend mehrere Strecken sperren müssen. So mussten beispielsweise die Züge zwischen Hamburg und Berlin über Stendal umgeleitet werden, wie die Bahn mitteilte. Der Halt an den Bahnhöfen Wittenberge, Ludwigslust und Büchen entfiel. Es kam zu Verspätungen von etwa 60 Minuten.

Auch im Regionalverkehr waren am Abend vereinzelt Strecken gesperrt, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte. Auslöser seien in der Regel Bäume gewesen, die auf Gleise gestürzt waren. Am Sonntag hatten Ausläufer des Orkantiefs „Victoria“ vor allem in der Nordwesthälfte und in Teilen der Mitte Deutschlands gewütet. Auf dem Brocken wurden Spitzenböen von fast 160 Kilometer pro Stunde gemessen worden. Auch im Norden und Westen gab es teilweise schwere Sturmböen.

Sturmflut durch Orkan an der Nordsee?

Für die deutsche Nordseeküste besteht die Gefahr einer Sturmflut, berichtet der Norddeutsche Rundfunk. Heute werden laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) das Morgen-Hochwasser beziehungsweise das Vormittag-Hochwasser an der ostfriesischen Küste, im Weser- und Elbegebiet 1 bis 1,5 Meter höher als das mittlere Hochwasser und im Hamburger Elbegebiet sowie an der nordfriesischen Küste 1,5 bis 2 Meter höher als das mittlere Hochwasser eintreten. Der Fährverkehr zu mehreren Nordsee-Inseln sollte dem Bericht zufolge auch am Montag noch unterbrochen sein.

Victoria in NRW: Probleme im Zugverkehr

Besonders betroffen waren am Sonntag auch die Bahnstrecken in Nordrhein-Westfalen, wie Der Westen auf seiner Homepage berichtet. Demnach seien zwischen vielen Metropolen des Bundeslandes Zugverbindungen wegen umgekippter Bäume beeinträchtigt gewesen. Die Probleme zogen sich bis in den Pendlerverkehr am Montagmorgen.